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Hilde Dalik im Interview
Klug sein ist das eine. Sich seiner Sache sicher sein das andere. Bei Universum – Die Show merkt Hilde Dalik, dass ihre männlichen Mitstreiter schneller auf den Buzzer hauen, während sie selbst noch einmal nachdenkt. Am 26. September (20.15 Uhr, ORF 2) tritt sie mit Michael Mittermeier und Fritz Strobl zum Wissensduell an. Mit TV-MEDIA spricht die Schauspielerin über weibliches Zögern, das alte Gebot vom Lächeln und Gefallen – und darüber, was sie heute von jungen Frauen und ihrer Tochter lernt.

TV-MEDIA: Wie ehrgeizig sind Sie, wenn aus Spaß ein Wettbewerb wird?
Hilde Dalik: Für mich gehen Spaß und Wettbewerb Hand in Hand. Das ist für mich eine große Freude und ein Spaß und gleichzeitig ein Wettbewerb. Ich entwickle bei allen Spielen auch zu Hause einen großen Ehrgeiz. Egal ob Tennis, Tischtennis, UNO, Schach oder Mensch, ärgere dich nicht.
TV-MEDIA: Wie haben Sie das Kräftemessen mit Michael Mittermeier und Fritz Strobl erlebt?
Hilde Dalik: Ich habe gemerkt, dass ich unsicherer bin und mich noch einmal hinterfrage, selbst wenn ich richtig gelegen bin. Meine männlichen Kollegen hingegen sind eher herausgeschossen und mehr Risiko eingegangen. Bei diesem Quiz habe ich mir gedacht: Ah, da kann ich für mich selber etwas lernen und einfach auch einmal „Scheiß drauf“ sagen und eine Antwort rausschießen. Und dann bin ich im Nachhinein draufgekommen: Das wäre eh richtig gewesen. Hätte ich nur diese Sekunde oder halbe Sekunde vorher schon intuitiv auf den Buzzer gedrückt, dann hätten wir vielleicht einen Punkt gemacht.
TV-MEDIA: Woher kommt dieses stärkere Hinterfragen?
Hilde Dalik: Ich glaube, das wird uns Frauen ein bisschen so gelernt. Aber ich glaube, dass die jungen Frauen von heute mit solchen Situationen viel selbstbewusster umgehen und mehr dazu stehen, was sie wissen, ohne es noch einmal zu hinterfragen. Ich habe das Gefühl, es wird immer besser. Die jungen Frauen werden immer selbstbewusster und das finde ich sehr gut.
TV-MEDIA: Können Sie sich da etwas abschauen?
Hilde Dalik: Ja, ich lerne von meinen jungen Kolleginnen, aber auch von den jungen Erwachsenen in meiner Familie, mit welchem Selbstverständnis und Selbstbewusstsein man auftreten kann. Mit aller Demut dem Leben gegenüber, aber trotzdem kann man sagen: Okay, ich glaube, das ist richtig, und dazu stehe ich jetzt.
TV-MEDIA: Haben Sie solche Erwartungen an Frauen auch in Ihrem Beruf erlebt?
Hilde Dalik: Im Theater hat mir eine ältere Kollegin einmal während einer Vorstellung zwischen den Zähnen zugeflüstert: „Lächeln, Kind, lächeln.“ In dem Moment habe ich mir gedacht: Nein, will ich nicht. Warum? Das war auch komplett unabhängig von der Figur, die ich gespielt habe, also eigentlich völlig absurd.
TV-MEDIA: Was steckt für Sie hinter diesem „Lächeln, Kind, lächeln“?
Hilde Dalik: Lächeln, gefallen, freundlich, höflich sein – das sind Werte, die wir zumindest unbewusst mitbekommen haben, auch ich. Dabei wurde ich von meinen Eltern eigentlich auch zum Widerstand erzogen. Aber solche Dinge bekommt man trotzdem mit. Ich glaube nicht, dass man da einzelne Personen zur Rechenschaft ziehen kann, sondern dass es grundsätzlich so ist. Und ich finde es sehr begrüßenswert, junge Mädchen zu stärken und ihnen auf allen Ebenen ein Selbstwertgefühl mitzugeben.
TV-MEDIA: Gibt es etwas an Ihrer Tochter, bei dem Sie denken: Davon könnte ich mir etwas abschauen?
Hilde Dalik: Durch sie erinnere ich mich auch an meine Wildheit in meiner Kindheit. Ich staune oft bei jungen Menschen, die ich kenne und auch aufwachsen gesehen habe, welche Charaktereigenschaften sie haben, wie wild sie sind. Da muss ich an das Zitat denken, das Pipi Langstrumpf zugeschrieben wird: „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar.“ Wenn ich meine Tochter anschaue, denke ich mir: Wow, das ist toll. Da kann ich mir ein Beispiel nehmen.
TV-MEDIA: Woran merken Sie, dass jemand wirklich klug ist?
Hilde Dalik: Für mich ist das emotionale Intelligenz. Ich bewundere Menschen, die zwischenmenschlich klug sind, die sich nicht von Äußerlichkeiten irritieren lassen und nicht fragen, wo jemand herkommt, wie viel Geld jemand hat oder welcher Religion jemand angehört. Menschen, die einfach nett zu anderen sind, ihnen in die Augen schauen, sich um andere kümmern und daran interessiert sind, dass es nicht nur ihnen selbst gut geht. Ich finde es auch bewundernswert, wenn Menschen andere fördern, etwa Jugendliche oder Kinder. Wir lernen in der Schule oder später im Studium wahnsinnig viele Dinge. Und wir sind mittlerweile wahnsinnig weit, wenn wir hören, was etwa künstliche Intelligenz alles kann – was ja auch furchterregend ist. Im Gegensatz dazu finde ich es bewundernswert, wenn Menschen das leben, was uns als Menschen ausmacht: Empathie, Miteinander, einander helfen und uns gegenseitig unterstützen.
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