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Anna Faris im Interview

Zwischen 2000 und 2006 wurde sie mit der Filmreihe zur internationalen Comedy-Ikone und prägte eine Figur, die bis heute für überdrehten Humor, Tollpatschigkeit und Selbstironie steht. Nun stand Faris erstmals wieder für Teil 6 der Reihe vor der Kamera, nachdem sie im fünften Film nicht dabei war. Die Mutter eines Sohnes, vielen auch aus der Erfolgsserie Mom bekannt, wagt damit ein Comeback zu jener Rolle, die ihre Karriere entscheidend geprägt hat. Auch privat stand Faris immer wieder im Rampenlicht, etwa durch ihre frühere Ehe mit Hollywood-Star Chris Pratt. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die Rückkehr der ursprünglichen Schöpfer der Reihe: Die Brüder Keenen Ivory Wayans, Shawn Wayans und Marlon Wayans sind erstmals seit dem zweiten Teil von Scary Movie wieder an Bord.

Comeback. Im Gespräch mit TV-MEDIA zeigt sich die US-amerikanische Schauspielerin selbstironisch und erstaunlich bodenständig und dabei lassen sich durchaus Parallelen zu ihrer Filmfigur erkennen. Denn wie Cindy Campbell begegnet auch sie dem Chaos um sich herum mit Humor und einer großen Portion Gelassenheit.

Foto (c): IMAGO / ZUMA Press Wire

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Carina Dieringer
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6 min

TV-Media: Was hat Sie überzeugt, nach knapp 20 Jahren wieder als Cindy Campbell vor die Kamera zu treten?

Anna Faris: Ich hatte immer ein bisschen Angst, dass ich traurig wäre, wenn ich zu den Scary Movie-Filmen zurückkehre. Dass ich es vielleicht nur wegen des Geldes machen würde. Ich dachte, ein weiterer Film könnte sich für mich irgendwie seltsam anfühlen. Und dann bekam ich von Marlon Wayans den Anruf: Wir bringen Scary Movie zurück und wir wollen dich unbedingt dabeihaben. Da war ich überglücklich und es macht mich bis heute emotional. Vor allem, weil ich Keenan Wayans endlich dafür danken konnte, dass er mich damals für den ersten Film gecastet hat. Scary Movie war mein erster Studiofilm in Los Angeles, ich hatte vorher noch nie Comedy gemacht. Ich spürte damals, dass etwas Großes entsteht, aber ich hatte noch nicht richtig verstanden, wie groß es tatsächlich ist. Ich wurde plötzlich in diese Welt hineingeworfen und war überwältigt. Heute würde ich meinem alten Ich gerne sagen: Es wird dein Leben komplett verändern und die nächsten Jahre prägen. Es ist wirklich unglaublich, Teil eines Films zu sein, auf den sich so viele Menschen freuen. Die Idee für einen neuen Teil kam zwar immer wieder auf, aber innerlich hatte ich mich schon damit abgefunden, vielleicht nur noch einen kurzen Gastauftritt zu haben, gut bezahlt, aber ohne wirkliche Anerkennung. Das hat mich ehrlich gesagt traurig gemacht. Dass sich das jetzt komplett gewendet hat, ist für mich immer noch unglaublich. 

TV-Media: Was kann das Publikum vom sechsten Teil erwarten?

Anna Faris: Der Film ist wie eine wilde Achterbahnfahrt: Kaum glaubt man zu wissen, was als Nächstes passiert, kommt schon die nächste Überraschung – plötzlich kracht zum Beispiel eine große, verrückte Actionszene ins Geschehen. Und natürlich gibt es ganz viele Easter Eggs und Popkultur-Anspielungen. Manche davon verstehe ich selbst nicht einmal. Die Wayans-Brüder hatten schon immer ein außerordentliches Gespür für das, was die Menschen bewegt. 

TV-Media: Wie hat sich die Rückkehr ans Set angefühlt?

Anna Faris: Ich habe unglaublich viel Liebe vom Team gespürt. Natürlich wussten wir, dass wir Scary Movie drehen, aber es fühlte sich gleichzeitig an, als entstünde etwas ganz Besonderes. Dieses Gefühl hat mich durch jeden Drehtag getragen. Nicht, weil ich glaube, dass der Film einen Oscar gewinnt, sondern weil er mir persönlich so viel bedeutet.

TV-Media: In einer Zeit voller Krisen und Unsicherheiten: Ist Humor heute schwieriger als noch vor 20 Jahren?

Anna Faris: Einer der Gründe, warum sich so viele Menschen auf diesen Film freuen, ist, dass er den Menschen eine kleine Pause schenkt, einen Moment zum Durchatmen und zum Lachen. Auch Cindy hat in den letzten Jahren schwierige Zeiten durchgemacht. Ich stelle mir vor, dass sie während der Covid-Zeit lange isoliert war und vielleicht ein gebrochenes Herz hatte. Sie hat wie viele ein wenig verlernt, sozial zu sein. 

TV-Media: Haben diese Erfahrungen Cindy verändert?

Anna Faris: Sie war immer sehr formbar und hatte nie eine besonders logisch ausgearbeitete Hintergrundgeschichte. Ich muss lachen, wenn mich Leute nach der Figur fragen, weil ich sie eigentlich gar nicht so detailliert kenne. Sie funktioniert eher von Situation zu Situation würde ich sagen. 

TV-Media: Sie sind am Ende vermutlich selbst der eigentliche Motor hinter diesem Humor.

Anna Faris: Für mich war die Rolle nie besonders lustig. Wenn man sich den ersten Film anschaut, gibt es zwar ein paar witzige Zeilen, aber ich habe Cindy immer als eine Art ‚ruhige Mitte‘ gesehen – gewissermaßen wie den Salat im Caesar Salad: Wichtig für das Ganze, aber nicht unbedingt der Star auf dem Teller. Sie ist bestimmt austauschbar, jemand anderes hätte sie auch spielen können. Sie steht ein Stück weit für das Klischee des amerikanischen blonden Mädchens. Aber vielleicht habe ich ihr einfach eine kleine Portion Eigenart von mir selbst mitgegeben. 

TV-Media: Was macht diese Eigenart, die Sie der Figur gegeben haben, aus?

Anna Faris: Cindy ist sehr aufrichtig. Sie meint es gut, auch wenn sie manchmal fragwürdige Entscheidungen trifft. Ich weiß nicht, ob sie ein durch und durch guter Mensch ist, aber ich weiß auf jeden Fall, dass sie loyal ist. Brenda ist ihre beste Freundin, und sie würde alles für sie tun. Und sie ist aber auf jeden Fall auch jemand, der gefallen möchte.

TV-Media: Gibt es etwas, das Ihnen im Leben Angst macht?

Anna Faris: Meine eigene Dummheit manchmal. (lacht)

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