Die besten Filme von Regisseur Bong Joon-ho

Regisseur Bong Joon-ho gilt mittlerweile auch außerhalb Südkoreas als Shootingstar

Regisseur Bong Joon-ho gilt mittlerweile auch außerhalb Südkoreas als Shootingstar

Zwar besteht seine Filmografie erst aus sieben eigenen Werken (sowie einigen Nebenjobs als Drehbuchautor und Produzent), doch seinen Namen kennen Cineasten auch außerhalb der Grenzen Südkoreas: Bong Joon-ho, der spätestens 2006 mit seinem Monsterthriller The Host den internationalen Durchbruch geschafft hat, begeistert aktuell wieder die Massen und reiht sich neben Regiegrößen wie Park Chan-wook (Oldboy), Kim Jee-woon (A Tale of Two Sisters) oder Lee Chang-dong (Burning) ein.

Sein neuester Film Parasite – ein Gesellschaftsdrama, das beispiellos den erbitterten Klassenkampf Koreas thematisiert – begeistert zur Zeit ein breites Publikum. Global spielte das Werk bereits über 97,3 Millionen Dollar ein (Stand: Ende Oktober 2019) , in Cannes gab es dafür die Goldene Palme und sogar der Auslands-Oscar wird dem 50-jährigen Joon-ho bereits in Aussicht gestellt! Grund genug also, den – einstweilen noch überschaubaren – kinematographischen Werdegang des Ausnahmeregisseurs zu beleuchten, der kunstvoll klassische Genres wie Horror, Krimi, Drama und Science-Fiction dekonstruiert.

Platz 7) Hunde, die bellen, beißen nicht (2000)

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Genre(s): Komödie

Originaltitel: Flandersui gae

IMDb-Bewertung: 7,0/10

Nur ein bisschen Ruhe, mehr verlangt Yun-ju (Lee Sung-jae) gar nicht. Aber das ist nicht so einfach in diesem riesigen Wohnblock am Stadtrand Seouls, in dem hunderte Menschen umher wuseln und jede Menge Krach verursachen. Vor allem ein vierbeiniger Bewohner ist es, der den arbeitslosen Professor langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt. Aber wie sagt man so schön: „Selbst ist der Mann“. Ein Problemchen wie dieses sollte sich doch aus der Welt schaffen lassen! Denkt er zumindest. Also entführt er den Kläffer, in der festen Absicht, ihm das Bellen ein für alle Mal auszutreiben. Doch das ist nur der Anfang einer wahnwitzigen Odyssee voller kurioser Gestalten, die Yun-ju durch die Abgründe einer modernen Großstadt führen, in der weder Mensch noch Tier geschont werden … Verschrobene Figuren und eine Handlung, die zwischen lustig und düster schwankt: Joon-hos Erstlingswerk steht klar im Schatten seiner nachfolgenden Werke, kann jedoch bereits seinen einzigartigen Erzählstil und charakteristische Kamerafahrten nicht abstreiten. Im deutschsprachigen Raum bis dato leider (noch) nicht lokalisiert worden.


Platz 6) The Host (2006)

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Genre(s): Horror, Action, Drama

Originaltitel: Gwoemul

IMDb-Bewertung: 7,0/10

Als ein in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul stationierter US-Militär Chemikalien in den Han-Fluss entsorgt, bleibt dies nicht ohne Folgen. Sechs Jahre später krabbelt nämlich ein riesiges amphibienartiges Wesen ans Ufer – und macht Jagd auf Menschen. Gang-du (Song Kang-ho), der mit seinem Vater (Byun Hee-bong) am Flussufer einen Laden betreibt, schnappt sich Töchterchen Hyun-seo (Go Ah-sung) und flieht. Im Chaos verliert er sie aber. Zu den Opfern, die das Monster schließlich verschleppt, zählt auch Hyun-seo. Die Überlebenden des Angriffs, darunter auch Gang-du, werden von der um Schadensbegrenzung bemühten Regierung interniert. Da erhält er via Handy einen Hilferuf Hyun-seos, die offenbar in einem Abwasserschacht hockt – und beschließt, das Kind mit seinem Bruder Nam-il (Park Hae-il ), einem Alkoholiker, seiner Schwester Nam-joo (Bae Doo-na), einer Bogenschützin, und seinem alten Vater auf eigene Faust zu befreien … Ein ebenso origineller wie spannender Schocker, mit raffinierten Effekten abseits jeglicher Hollywoodklischees. Zudem besticht The Host mit Gesellschaftskritik, wodurch der Film zumeist wie ein Drama wirkt, in dem es um Familie, soziale Probleme sowie staatliche Willkür geht. In Südkorea brach das Monsterspektakel mit über 13 Millionen Kinobesuchern sämtliche Kassenrekorde – und gilt unter Kennern längst als Kult.

The Host gibt’s hier *


Platz 5) Snowpiercer (2013)

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Genre(s): Sci-Fi, Drama, Action

Originaltitel: Seolgugyeolcha

IMDb-Bewertung: 7,1/10

Eine neue Chemikalie soll im Jahr 2017 durch einen weltweiten Chemtrail dafür sorgen, dass die unerträglich gewordene Klimaerwärmung wieder zurückgeht. Das Experiment misslingt und die Welt versinkt innerhalb weniger Stunden in einer alles vernichtenden Eiszeit. Die wenigen Überlebenden haben sich in den Snowpiercer gerettet – ein von einer Art Perpetuum mobile angetriebener moderner Hightech-Zug, der seit 18 Jahren auf einem die Welt umgebenden Schienennetz unterwegs ist. Im Inneren dieser Arche Noah auf Schienen hat sich eine Zweiklassengesellschaft gebildet: Während in den vorderen Waggons die Reichen und Schönen im Luxus schwelgen, vegetieren am Zugende die Armen vor sich hin. Wer dort auffällt und sich beschwert, wird streng bestraft. Dann aber ruft der junge Curtis (Chris Evans) zur Revolution auf. Bald merkt er jedoch, dass er allein nicht weiterkommt und die Hilfe des drogensüchtigen Sicherheitstechnikers Namgoong (Song Kang-ho) braucht, der den Zug in- und auswendig kennt … Ein Wohlfühlfilm ist Snowpiercer definitiv nicht, obwohl das Ende einen Hauch von Hoffnung offenlässt. Aber er ist spannend, exzellent inszeniert und teilweise toll gespielt. Vor allem ist er nicht vorhersehbar; Wendungen und Überraschungen (die aber kein Selbstzweck sind, sondern einfach passen) gibt’s genug. Spannung für Anspruchsvolle also. Übrigens basierend auf der 1982 erschienenen französischen Graphic Novel Le Transperceneige (dt. Schneekreuzer) von Jacques Lob, Benjamin Legrand und Jean-Marc Rochette.

Snowpiercer gibt’s hier *


Platz 4) Okja (2017)

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Genre(s): Abenteuer, Action

Originaltitel: Okja

IMDb-Bewertung: 7,3/10

Die kleine Mija (Ahn Seo-hyun) wächst mit ihrer besten Freundin, dem Riesenschwein Okja, in den Bergen Südkoreas auf. Mit der Idylle ist es vorbei, als der internationale Konzern Mirando, der von der skrupellosen Lucy Mirando (Tilda Swinton) geleitet wird, Okja nach New York entführt. Dort soll die sanfte Riesin, die ein genetisch manipuliertes Zucht-Experiment ist, im Schlachthof zu Fleisch gemacht werden. Mija will das nicht zulassen, sondern startet eine Rettungsaktion – und muss sich mit dem profitgierigen Konzern, wütenden Demonstranten und egoistischen Konsumenten auseinandersetzen … Leicht hatte es Regisseur Bong Joon-ho mit diesem, um 50 Millionen Dollar realisierte, Netflix-Abenteuer nicht und bekam die gemischten Gefühle der Kritiker auch gleich bei der Weltpremiere in Cannes 2017 zu spüren, wo es Buhrufe (Netflix beim Filmfestival, das ging für viele nicht!) aber auch Standing Ovations gab. Zu Recht: Okja ist ein genial gemachter, spaßiger und gleichzeitig extrem verstörender Fantasy-Blockbuster. Es ist berührend zu sehen, wie eng die Beziehung zwischen Mija und ihrer besten Freundin Okja ist. Nebenbei wirft der Regisseur kritische Fragen auf: Wie wichtig ist uns unsere Umwelt? Woher kommt das Essen? Und wie gehen wir mit den Tieren um?

Okja gibt’s hier *


Platz 3) Mother (2009)

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Genre(s): Krimi, Drama, Thriller

Originaltitel: Madeo

IMDb-Bewertung: 7,8/10

Eine alleinerziehende Naturheilerin (Kim Hye-ja) lebt gemeinsam mit ihrem 27-jährigen, geistig zurückgebliebenen Sohn Yoon Do-jun (Won Bin) in einer koreanischen Kleinstadt. Aufopferungsvoll gibt sie sich für ihren Buben hin, der sich jedoch immer mehr versucht, der übergroßen Mutterliebe zu entziehen. Als eine Schülerin tot aufgefunden wird, und Do-jun unter Mordverdacht gerät, bricht für die titelgebende „Madeo“ (dt. Mutter) die Welt zusammen, doch an der Unschuld ihres Sprosses hegt sie keinen Zweifel. Also macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Killer und gerät dabei immer tiefer in einen Sumpf voller skurriler Gestalten und Intrigennetze, die sich durch die ganze Stadt zu spinnen scheinen. Die große Frage dabei ist: Geht die Mutterliebe tatsächlich auch über Leichen? … Auf den ersten Blick steht hier die Handlung eines Thrillerdramas, jedoch prangert Joon-ho auch hier immer wieder Missstände in der koreanischen Gesellschaft an und zeigt beiläufig ihre pervertierten, autoritären und hemmungslos egoistischen Seiten. Der Streifen wird von Fans übrigens als spiritueller Nachfolger von Joon-hos Memories of Murder (2003) gesehen.

Mother gibt’s hier *


Platz 2) Memories of Murder (2003)

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Genre(s): Krimi, Drama, Thriller

Originaltitel: Salinui chueok

IMDb-Bewertung: 8,1/10

Südkorea 1986, zur Zeit der Militärdiktatur: In einem Dorf in der Nähe von Seoul werden zwei Frauen bestialisch ermordet. Um der Öffentlichkeit raschest einen Täter präsentieren zu können, schrecken der unterbelichtete Kiberer Park (Song Kang-ho) und sein gewalttätiger Partner Cho (Kim Roi-ha ) auch nicht davor zurück, Beweise zu manipulieren sowie Verdächtige zu foltern, um sie zu vermeintlichen Tataussagen zu nötigen. Eines der ersten Opfer dieser Polizeigewalt ist ein geistig zurückgebliebener Bursche, der mit seinem alleinerziehenden Vater wohnt, ein anderer „Verdächtiger“ ist ein Familienvater, der Abends heimlich zum Onanieren in den Wald verschwindet. Der aus Seoul angereiste Detective Seo (Kim Sang-kyung) ist sich von Beginn an sicher, dass hier die falschen Männer bearbeitet werden und beginnt mit wesentlich moderneren Methoden auf eigene Faust zu recherchieren – was ihn nicht nur die bösen Blicke seiner Provinzkollegen ernten lässt … Düsterer, atmosphärischer Mix aus True-Story-Thriller und 80er-Südkorea-Unterschicht-Stimmungsbild mit genialer Figurenzeichnung.

Hard-Facts: Die Handlung des Films beruht auf wahren Begebenheiten, die sich zwischen 1986 und 1991 ereigneten. Der erste Serienkiller in der Geschichte Südkoreas ermordete zehn Frauen in einem Umkreis von zwei Kilometern auf besonders bestialische Art und Weise und hinterließ dabei niemals Spuren am Tatort. Das älteste Opfer war 71 Jahre alt, das jüngste 13. Mehr als 3.000 Verdächtige wurden befragt und am Ende der Ermittlungen 300.000 Polizisten mobilisiert, aber dennoch konnte der Täter lange nicht gefasst werden. Erst im September 2019 gab die Polizei bekannt, den Mörder identifiziert zu haben.

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Platz 1) Parasite (2019)

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Genre(s): Gesellschaftsdrama, Thriller

Originaltitel: Gisaengchung

IMDb-Bewertung: 8,5/10

Familie Kim ist arm. In einer maroden Kellerwohnung, in der der Putz abblättert, faltet sie Pizzakartons, um über die Runden zu kommen. Die Eltern Ki-taek (Song Kang-ho) und Chung-sook (Jang Hye-jin) sind arbeitslos, die fast erwachsenen Kinder, Sohn Ki-woo (Choi Woo-shik) und Tochter Ki-jung (Park So-dam), unterstützen die Familie mit Gelegenheitsjobs. Das Blatt scheint sich zu wenden, als ein Schulfreund Ki-woo ein Vorstellungsgespräch als Nachhilfelehrer für die Tochter einer reichen Familie verschafft. Mithilfe eines gefälschten Diploms schafft er es sofort, das Vertrauen der Familie Park und damit die Anstellung zu ergattern. Doch das ist erst der Anfang. Schon bald empfiehlt Ki-woo, für das künstlerisch begabte, doch psychisch angeschlagene Söhnchen der Parks eine Kunstpädagogin zu beschäftigen – so findet unter falscher Identität auch Ki-jung eine Anstellung. Mit unlauteren Methoden sorgen die Geschwister schließlich dafür, dass der Chauffeur sowie die langjährige Haushälterin der Familie entlassen werden. An ihrer Stelle – wiederum unter falscher Identität – werden Vater Ki-taek und Mutter Chung-sook in den Haushalt der Parks aufgenommen … Beklemmende, bizarr überdrehte, spannende Nahaufnahme der südkoreanischen Gesellschaft, die mit einem unvorhersehbaren Finale aufwartet und den Zuseher mit einer skurrilen Mischung aus Unbehagen und Schadenfreude aus dem Kinosaal entlässt. Mit seiner Gesellschaftsparabel widmet Regisseur und Drehbuchautor Bong Joon-ho dem Klassenkampf Südkoreas ein rabenschwarzes Porträt – das u. a. mit der Goldenen Palme bei den Filmfestspielen von Cannes gewürdigt wurde und große Chancen auf eine Nominierung für den Auslands-Oscar 2019 hat.

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