Kein Kinderkram: Die besten Zeichentrickserien für junge Erwachsene!

Kein Kinderkram: Die besten Zeichentrickserien für junge Erwachsene!

Sie sind grellbunt, stellen witzig anmutende Protagonisten in den Mittelpunkt und haben auf den ersten Blick eine recht banale Story – die Rede ist von Zeichentrickserien. Dabei sind viele Trick-Produktionen abseits ihres Anarcho-Humors alles andere als Kinderkram und haben neben „Erwachsenenthemen“ wie z. B. Politik und Sex auch Gesellschaftskritik zum Thema. Hier gibt’s die anspruchsvollsten der sogenannten Adult-Cartoons sowie ihre wichtigsten Auszeichnungen im Überblick.

Nennung in alphabetischer Reihenfolge der Serientitel.

Adventure Time

  • On air: 2010–2018
  • Staffeln (Folgen): 10 (283) + TV-Specials
  • Auszeichnungen: u. a. 8 Emmy Awards (6 x nominiert), 2 BAFTA Children’s Awards (2 x nominiert), 2 Annie Awards (16 x nominiert) und 8 BTVA Awards

Aus philosophischer Sicht kann man ‚Adventure Time‘ auf mehreren Ebenen sezieren – auch etliche Bücher und wissenschaftliche Abhandlungen beschäftigten sich bereits damit. Während das Land Ooo und seine schrägen Bewohner – allen voran natürlich die beiden Hauptfiguren Finn und Jake – für Kinderaugen einfach nur bunt und lustig sind, beginnt man als Erwachsener den Zustand der dortigen Gesellschaft mit fortschreitender Handlung ernsthaft zu hinterfragen: Spielt die Serie etwa nach einem Atomkrieg? Der Mix aus Komödie, Fantasy und Drama funktioniert prächtig, man muss sich allerdings erst mit dem Material anfreunden, um es verstehen und lieben zu können.


Aqua Teen Hunger Force

  • On air: 2000–2015
  • Staffeln (Folgen): 11 (139) + Spielfilm
  • Auszeichnungen: 1 x für den Annie Award und 2 x für die Teen Choice Awards nominiert

Vorweg: Diese Serie hat weder etwas mit Wasser noch mit Teenagern noch mit einer Superheldentruppe zu tun. Die weitgehend handlungsfreien Abenteuer von Pommes-frites-Packerl Frylock, Fleischbällchen Meatwad und Milchshake-Becher Master Shake spielen in einer heruntergekommenen WG in New Jersey und zeigen die drei Protagonisten und ihren stupiden Nachbarn Carl Brutananadilewski beim Bewältigen ihres Alltags.


Archer

  • On air: seit 17. September 2009
  • Staffeln (Folgen): 9 (101)
  • Auszeichnungen: 3 Emmy Awards (4 x nominiert) / 14 x für die Annie Awards und 1 x für den Comedy Award nominiert

Zwar behandelt die Cartoon-Persiflage ‚Archer‘ abseits des Duells der amerikanischen und russischen Geheimdienste nicht direkt politische Belange, dafür ziehen die Agenten des ISIS (International Secret Intelligence Service) das Genre rund um ‚James Bond‘ und Co kräftig durch den Kakao. Allen voran der dümmliche Titelheld Sterling Archer (der Serienjunkies ein klein wenig an Don Draper aus ‚Mad Men‘ erinnern dürfte) macht diese Netflix-Originalproduktion zu einer kleinen Perle im Comedy-Sektor.


Big Mouth

  • On air: seit 29. September 2017
  • Staffeln (Folgen): 1 (10)
  • Auszeichnungen: 2018 erstmals für einen Annie Award nominiert

Die Autoren Nick Kroll (u. a. ‚Dinner für Spinner‘) und Andrew Goldberg (‚Family Guy‘) verarbeiten in diesem hormongesteuerten Adult-Cartoon ihre Jugendzeit. Obwohl die Figuren auf den ersten Blick niedlich wirken, ist diese Serie absolut nicht kindgerecht, da sich Sex-Witze unter der Gürtellinie und subtiler Geschlechtsteil-Humor im Minutentakt abwechseln. Eine Umsetzung des Stoffes in Form einer Realserie wäre nicht denkbar gewesen; Netflix lehnte sich mit dieser provokativen Zeichentrick-Produktion weit aus dem Fenster und musste schon einiges an Kritik einstecken. Trotzdem sind weitere Staffeln bestellt.


BoJack Horseman

  • On air: seit 22. August 2014
  • Staffeln (Folgen): 4 (49) + TV-Special
  • Auszeichnungen: u. a. 2 Writers Guild of America Awards / 1 x für den Emmy Award, 6 x für die Annie Awards und 2 x für die BTVA Awards nominiert

In einem fiktiven Los Angeles koexistieren Menschen und anthropomorphe Tiermenschen. Titelfigur BoJack Horseman zählt (wie sein Nachname erahnen lässt) zu zweiterer Gattung und ist ein abgehalfterter TV-Star mit Drogenproblemen. Im Stil von ‚Lost in Translation‘ und ‚Californication‘ vegetiert der Pferdemann vor sich hin, schleust sich hie und da auf Promipartys ein, um One-Night-Stands abzugreifen, und versucht im Lauf der Geschichte sein Leben als Fernsehstar wieder auf die Reihe zu kriegen. Als Impuls dieser Produktion dient die soziale Kritik an der Unterhaltungsindustrie, sie porträtiert allerdings auch auf präzise und aggressive Art den Umgang mit Depressionen.


Die Simpsons

  • On air: seit 17. Dezember 1989
  • Staffeln (Folgen): 29 (639) + Spielfilm und TV-Specials
  • Auszeichnungen: u. a. 32 Emmy Awards, 30 Annie Awards, 8 People’s Choice Awards und 3 British Comedy Awards / 1 x nominiert für den Golden Globe als „Beste TV-Serie Comedy/Musical“

Der Zeichentrick-Evergreen läuft seit fast 29 Jahren im Fernsehen und hat immer schon ein ernstes Auge auf das aktuelle Weltgeschehen geworfen. Zwar prangert die gelbe TV-Familie politisches Fehlverhalten nicht so radikal an wie beispielsweise ‚Family Guy‘ oder ‚South Park‘, an Biss mangelt es Homer, Bart und Co dennoch nicht. Unglaublich: Heute wird der Marktwert des gesamten Franchise auf rund 13 Milliarden Dollar geschätzt!


Family Guy

  • On air: seit 31. Jänner 1999
  • Staffeln (Folgen): 16 (309) + TV-Specials und Spin-off
  • Auszeichnungen: u. a. 7 Emmy Awards (24 x nominiert) und 3 Annie Awards (11 x nominiert)

Seth MacFarlane (u. a. auch ‚American Dad‘) zählt mit seiner Hit-Serie ‚Family Guy‘ zu den größten Konkurrenten Matt Groenings (‚Die Simpsons‘) und lieferte sich mit dem Cartoon-Urgestein bis vor wenigen Jahren noch eine erbitterte Schlammschlacht, die in der Crossover-Episode ‚The Simpsons Guy‘ gipfelte – seither ist die Rivalität der beiden Cartoonisten verflogen. Tatsächlich behandelt auch ‚Family Guy‘ das alltägliche Leben einer Familie (in diesem Fall der Familie Griffin rund um ihr schusseliges Oberhaupt Peter) und geizt nicht mit Gesellschaftskritik. Anders als bei den gelben Simpsons werden Missstände im Sozialsystem hier jedoch wesentlich direkter aufgezeigt, und auch der Humor ist um ein Vielfaches radikaler geraten.


Gravity Falls

  • On air: 2012–2016
  • Staffeln (Folgen): 2 (40) + Spielfilm + TV-Specials
  • Auszeichnungen: u. a. 2 Emmy Awards, 3 Annie Awards (10 x nominiert), 1 BAFTA Children’s Award und 8 BTVA Awards (10 x nominiert)

Zugegeben, mit derbem Humor und expliziten Szenen muss sich Showrunner Alex Hirsch (‚Phineas und Ferb‘) bei Disney zwar zurückhalten, gefinkelte Anspielungen auf den einen oder anderen Kraftausdruck („Son of a …“) gibt’s dennoch. Die Geschichte des Geschwisterpaars Dipper und Mable Pines hebt als Coming-of-Age-Komödie an, entwickelt sich aber zusehends zum Mystery-Drama, das streckenweise arg düster und so gar nicht für Kinder gedacht ist. Nach Staffel 2 war leider Schluss, doch Fans haben Hoffnungen auf eine Fortsetzung (siehe Alex Hirsch unterzeichnet Exklusivvertrag bei Netflix).


King of the Hill

  • On air: 1997–2010
  • Staffeln (Folgen): 13 (259)
  • Auszeichnungen: u. a. 2 Emmy Awards (4 x nominiert) und 4 Annie Awards (20 x nominiert) / 2 x für den People’s Choice Award nominiert

Dass der Zeichenstil der satirischen US-Comedy ‚King of the Hill‘ auf den ersten Blick an die MTV-Kultserie ‚Beavis and Butt-Head‘ erinnert, ist kein Zufall: Beide stammen aus der Feder von Mike Judge, der sich später auch in der Film- und Serienlandschaft mit Produktionen wie ‚Idiocracy‘ und ‚Silicon Valley‘ einen Namen machte. Die Geschichte spielt in einer fiktiven texanischen Kleinstadt und handelt vom Leben des begriffsstutzigen Propangasverkäufers Hank Hill, seiner Familie und seinen Nachbarn. Die Show demaskiert die Spießigkeit des amerikanischen Mittelstandes und war in den USA im Zeitraum von 1997 bis 1998 sogar die Zeichentrickserie mit den höchsten Einschaltquoten.


My Little Pony: Friendship Is Magic

  • On air: seit 10. Oktober 2010
  • Staffeln (Folgen): 8 (187) + Spielfilm + TV-Specials
  • Auszeichnungen: u. a. 13 BTVA Awards (21 x nominiert) und 4 Leo Awards (9 x nominiert)

Ihre Abenteuer sind so zuckersüß, wie ihre Namen verheißen: Twilight Sparkle, Rainbow Dash, Applejack, Rarity, Pinkie Pie und Fluttershy sind die wörtlichen Zugpferde der Zeichentrickserie ‚My Little Pony‘ – und wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei ihnen um knallbunte Hottehüs und Einhörner. Bereits 1983 produzierte Spielzeughersteller Hasbro eine Reihe von Plastikstuten, die vor allem bei der weiblichen Zielgruppe der Unter-Zehnjährigen ein voller Erfolg waren. Vier Generationen später hat sich der Look der Figuren stark verändert, die Marketingmaschinerie wurde bis ins Letzte ausgeschöpft – und auch die Fanbase ist nicht mehr die gleiche: Obwohl die Serie nach wie vor für Mädchen im Volksschulalter konzipiert ist, zappen heute auch erwachsene Männer bei den Ponys vorbei. Freilich ein skurriler Gedanke, der natürlich einen Hintergrund hat, denn ein Sammelkartenspiel (mit einer ähnlichen Spielmechanik wie der Klassiker ‚Magic the Gathering‘) hat in der Nerd-Szene eingeschlagen und spricht seither auch eine komplett neue Zielgruppe an, die sich auch die dazu passende TV-Serie und die Comics nicht entgehen lässt.


Over the Garden Wall

  • On air: 2014
  • Staffeln (Folgen): 1 (10)
  • Auszeichnungen: u. a. 2 Emmy Awards und 1 Reuben Award / 1 x für den Teen Choice Award nominiert

Die schräg-düstere Miniserie ‚Hinter der Gartenmauer‘ erinnert an ‚Gravity Falls‘ und ‚Adventure Time‘ – was auch an der Art-Direktion von Patrick McHale liegt, der zuvor als Autor und Grafiker bei letzterer Serie tätig war. Im Mittelpunkt stehen die Halbbrüder Wirt (Stimme im Original: Elijah Wood) und Greg (Collin Dean), die an Halloween über eine Friedhofsmauer kraxeln, eine Böschung hinunterpurzeln und sich in einem mysteriösen Wald verlaufen, wo neben sprechenden Tieren und furchterregenden Ungeheuern auch zahlreiche Abenteuer warten.


Regular Show

  • On air: 2010–2017
  • Staffeln (Folgen): 8 (261) + TV-Specials
  • Auszeichnungen: u. a. 1 Emmy Award (5 x nominiert) / 3 x für den BAFTA Children’s Award, 7 x für die Annie Awards nominiert

Ähnlich wie bei den beliebten ‚Biber Brüdern‘ (liefen von 1999 bis 2000 u. a. bei Super RTL und im ORF) stehen hier zwei Tiere – der Blauhäher Mordecai sowie der Waschbär Rigby – und ihre täglichen Abenteuer im Mittelpunkt. Zu den wiederkehrenden Synchronsprechern im Originalton zählt u. a. Mark Hamill, der sich bereits vor seiner Zeit als legendärer Jedi-Ritter Luke Skywalker (‚Star Wars‘) als Sprecher verdingte und sich mit der Rolle des verrückten Joker in den ‚Batman‘-Animationsserien Gehör verschaffte.


Rick and Morty

  • On air: seit 2. Dezember 2013
  • Staffeln (Folgen): 3 (31)
  • Auszeichnungen: u. a. 2 Annie Awards (1 x nominiert) und 1 Critics’ Choice TV Award / 2 Nominierungen für die Emmy Awards 2018 müssen noch abgesegnet werden

Während die Ehe seiner Eltern zu scheitern droht, stürzt sich der 14-jährige Morty gemeinsam mit seinem alkoholabhängigen Wissenschaftler-Opa in verrückte Zeitreise-Abenteuer. Was auf den ersten Blick wie ‚Zurück in die Zukunft‘ in Zeichentrick anmutet, entpuppt sich als vielschichtiger Mix aus surreal-düsterer Komödie und bissigem Gesellschaftporträt: Während Opa Rick als „intelligentester Mensch des Multiversums“ hin- und hergerissen zwischen totalem Nihilismus und einem letzten Funken Humanität versucht, seine Lebensgeister mit waghalsigen Unternehmungen wach zu halten, leistet Enkel Morty ihm dabei widerwillig Gesellschaft, gibt den kümmerlichen Gegenpart zu Ricks Abgeklärtheit und meldet hie und da zaghafte moralische Bedenken an seinen aberwitzigen Forschungsprojekten.


South Park

  • On air: seit 13. August 1997
  • Staffeln (Folgen): 21 (287) + Spielfilm und TV-Specials
  • Auszeichnungen: u. a. 5 Emmy Awards (13 x nominiert) und 1 Annie Award (2 x nominiert) / 4 x für den People’s Choice Award und 6 x für die Teen Choice Awards nominiert

Ende der 90er-Jahre gab es einen weltweiten Aufschrei, als sich in der Fernsehlandschaft die Stop-Motion/Trickfilm-Produktion ‚South Park‘ etablierte. Anders als damals bei Serien üblich, geizten die Macher Trey Parker und Matt Stone (2011 mit einem Tony Award für das Hit-Musical ‚The Book of Mormon‘ ausgezeichnet!) nicht mit derbem Fäkalhumor sowie bis dato nicht dagewesenen Kraftausdrücken und nahmen nebenbei auch die amerikanische Society-Szene aufs Korn und wilderten sich durch Politikangelegenheiten. Saddam Hussein als homosexueller Spielgefährte des Teufels, die Darstellung des Propheten Mohammed, die den Showrunnern Morddrohungen von radikalen Muslimen einbrachte (Anm: Die Episode ‚201‘ wurde daraufhin aus dem Verkehr gezogen!) sowie das regelmäßige Umbringen von Charakteren auf jede noch so brutale Art und Weise waren nur einige der Spitzen des Eisbergs. Heute ist ‚South Park‘ zwar immer noch alles andere als kindgerecht, gewinnt durch die neue Erzählstruktur (damals stand jede Episode für sich, heute zieht sich durch jede Staffel ein roter Faden) jedoch merklich an Qualität – was sich auch in den Zuseherzahlen widerspiegelt.


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