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Dominic Marcus Singer ist gerne Bösewicht: „Ich habe anscheinend die Fresse dafür”

Dominic Marcus Singer ist einer der interessantesten jüngeren Schauspieler Österreichs. Auch im ORF-Krimi „Tiroler Blut” (zu streamen auf ORF ON) zeigt er: Dunkle Charaktere kann er!

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David Schoof
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Dominic Marcus Singer

© Rafaela Pröll

Der Mann ist erst 33 und kann schon eine Filmografie vorweisen, um die ihn so manch arrivierter Kollege beneiden wird. Ein paar Beispiele aus den letzten Jahren: In „Der Pass”, „Hagen/Die Nibelungen”, „Totenfrau” und „Bach - Ein Weihnachtswunder” spielte Dominic Marcus Singer Hauptrollen. Oft wird der gebürtige Kremser als Bösewicht gebucht, so auch im „Tiroler Blut”-Krimi „Der erste Schuss”, der aktuell auf ORF ON abrufbar ist. Über diese Rolle spricht er ebenso wie über seinen Weg zur Schauspielerei, seine Frau und sein Musikprojekt, mit dem er jetzt durchstarten will.

TV MEDIA: Sie spielen in „Tiroler Blut” einen gewalttätigen, betrunkenen Familienvater. Wie nähert man sich so einem Charakter?

Dominic Marcus Singer: Ich muss gestehen, da habe ich ein bisschen gehadert, denn es ist ja nicht nur Gewalt an der Frau, sondern auch an den Kindern. Und ich bin noch nicht Vater, aber man fordert immer mehr von mir. Die Annäherung an solche Figuren ist bei mir eine Evolution: Irgendwann war ich ja selbst schon mal wütend und verzweifelt. Jeder kennt das. Da docke ich an, dann kommt die eigentliche Geschichte und schließlich ein kurzer Marathon des Wahnsinns.

TV MEDIA: Nicht Ihr erster Bösewicht. Sind diese dunklen Rollen die reizvolleren?

Singer: Ich habe anscheinend die Fresse dafür (lacht). Ich mag diese Rollen aber und glaube, man hat mehr Freiheiten, darf mehr gestalten und auf die Kacke hauen. Es ist ein bisschen mehr Rock'n'Roll als irgendein TVKommissar. Wobei ich den natürlich auch gerne spielen würde. Das Nüchterne!

TV MEDIA: Stimmt es, dass Sie schon als Kind Schauspieler werden wollten?

Singer: Meine ersten Kinoerfahrungen waren Disney-Zeichentrickfilme aus den 90ern. Danach sind wir bei McDonald's vorbeigefahren, und ich durfte mir ein Happy Meal mitnehmen. Da war immer irgendeine Figur aus dem Film dabei. Die habe ich wochenlang gezeichnet und mit den Figuren gespielt. Mit acht oder neun habe ich dann Jim-Carrey-Filme gesehen. Und da hat es Klick gemacht. Weil ich mir dachte: Hey, der macht mit seinem Gesicht das, was diese Zeichentrickfiguren machen! Und ich kann das auch mit meinem Gesicht, mit meinem Körper, mit meinem Wesen machen. In der vierten Volksschule mussten wir einen Abschlussaufsatz schreiben, in dem wir uns in 15 Jahren sehen. Da habe ich geschrieben: verheiratet mit einer tollen Frau, roter Ferrari, Oscar und in Hollywood.

TV MEDIA: Mit der tollen Frau hat es erst etwas später geklappt, sie ist als Burlesque-Tänzerin auch künstlerisch tätig. Harmoniert das gut?

Singer: Genau, als „Madeleine de Sade”. Es harmoniert fein zwischen uns, weil wir verstehen, warum Kleinigkeiten einen so aufregen. Oder warum man so in dieser Welt drinnen ist, wo sich andere denken: Sei doch froh, dass du diesen Film machst, oder sei doch froh, dass du diese Show hast (lacht). Aber man will doch Qualität liefern.

TV MEDIA: Themenwechsel: Was hat es mit Ihrem aktuellen Musikprojekt auf sich?

Singer: Bei „Der Pass” hatte ich die besten Dreharbeiten meines Lebens (2020, Anm.). Ich hatte das Gefühl: Jetzt bin ich an einem Set, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Eine Rolle über acht Folgen, wo ich wirklich in die Materie reingehen kann, tiefenpsychologisch. Und plötzlich ist Lockdown und Produktionsstopp. Aus Frust und Schabernack habe ich mit der App GarageBand ein bisschen Hip-Hop veräppelt, brauchte ein Ventil. Nach den fordernden Rollen im Vorjahr hat es wieder Klick gemacht. Ich dachte mir: Hey, ich will da mehr machen und mich auch auf einer anderen Ebene spüren. Daraus ist meine erste Platte „Seine tollsten Lieder” entstanden, jetzt kommt das erste Konzert: „Sepp Sweet - Very First Live in Concert” am 12. 11. im Café Kreuzberg in Wien.

TV MEDIA: Könnte das ein zweites Standbein werden, wenn es funktioniert?

Singer: Ich bin irgendwie unbeeindruckt davon, ob das funktioniert oder nicht. Für mich passt es, weil Sepp Sweet ein Ausdruck ist, der mich persönlich bereichert. Auch als Schauspieler. AS, SKY DEUTSCHLAND

TV MEDIA: Apropos: Gibt's neue Rollen?

Singer: Fertig ist die Zombie-Kinokomödie „Body Farm” mit Sebastian Bezzel und Birgit Minichmayr. Die kommt nächstes Jahr, ich bin der Bösewicht: Overacting im Jim-Carrey-Stil, und der Regisseur hat das durchgehen lassen. Endlich! (lacht)

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David Schoof
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