Diebe, Lügen, Selbstsucht: 5 Disney-Filme mit ziemlich fragwürdiger Moral

Wir lieben sie alle, doch einige Kultfilme von Disney haben leider eher miese Moralwerte

Wir lieben sie alle, doch einige Kultfilme von Disney haben leider eher miese Moralwerte

Disney ist weltbekannt, wahnsinnig beliebt und hat viele Generationen beim Aufwachsen begleitet. Es gibt nicht nur Filme und Serien, sondern auch Spielzeug, Schulsachen, Becher, Teller und vieles mehr – alles superbunt, superlieb und superlustig. Als Kind nimmt man jedoch nicht wahr, dass in vielen Filmen eigentlich oft falsche Werte vermittelt werden. Hier fünf Beispiele solcher Disney-Movies mit fragwürdiger Moralbotschaft.

Arielle, die Meerjungfrau

In der Zeichentrickserie ist Arielle eigentlich ziemlich cool. Sie ist schlau, neugierig, mutig und abenteuerlustig. In der älteren Filmversion aus dem Jahr 1989 ist die kleine Meerjungfrau aber leider alles andere als ein tolles Vorbild für junge Mädchen. Sie verliebt sich in einen fremden Mann, einen Menschen, und ist sofort dazu bereit, ihr ganzes Leben für ihn aufzugeben. Sie will sich körperlich verändern, um ihn besser kennenlernen zu können.

Arielle zusammen mit ihren ständigen Begleitern Fabius und Sebastian

Als Meerjungfrau kann sie nicht wirklich an Land bleiben, außer sie will zu Sushi verarbeitet oder wie ein Tier in einem Zoo ausgestellt werden. Daher verkauft sie ihre Stimme bzw. ihre Seele an die Hexe Ursula und erhält im Gegenzug menschliche Beine. Dass sie als Mensch nie wieder bei ihrer Familie und ihren Freunden leben kann, ist natürlich völlig egal. Am Ende bekommt sie trotz ihrer egoistischen Entscheidung das Leben als Mensch und den Segen ihrer Familie und Freunde.

Die Moral: Verkauf deine Seele an eine Hexe, verlasse deine Familie und am Ende bekommst du den scharfen Typen und echte menschliche Beine!


Schneewittchen und die sieben Zwerge

Zuerst wird einem vermittelt, dass Schönheit praktisch ein Fluch ist und man dafür sicher von einigen Menschen gehasst wird, genauso wie die böse Stiefmutter Schneewittchen dafür hasst. „Typisch Frau“, oder? Lasst den Konkurrenzdruck zwischen kleinen Mädchen beginnen. Wenn man nämlich nicht „die Schönste im ganzen Land“ ist, sollte man das Mädchen, das diesen Titel trägt, am besten umbringen lassen. Cool. Sich wie Schneewittchen in einem Wald zu verstecken, ist dann die einzige Überlebensmöglichkeit. Sie muss es aber gleich übertreiben und spaziert in ein fremdes Haus hinein, das sie als Frau natürlich gleich sauber machen muss. Männer machen so etwas eben nicht. Dann entschließt sie sich dazu, mit sieben fremden Männern zusammenzuwohnen, sie sind doch ganz nett.

Schneewittchen im Haus der sieben Zwerge

Später nimmt das naive Schneewittchen voller Freunde den Apfel einer Fremden an und wird vergiftet. Tja, keine schlaue Idee. Aber das ist nicht wichtig, denn ein Typ, den sie vorher schon einmal getroffen hat, sieht das scheinbar tote Mädchen in einem gläsernen Sarg liegen und küsst sie. Schneewittchen hat natürlich nur „geschlafen“ und ist nicht wütend darüber, dass ein „Random Guy“ sie einfach geküsst hat. Nein, er hat sie gerettet und sie ist so froh darüber, dass sie einfach mit ihm in sein Schloss geht und ihn heiratet.

Die Moral: Vertraue wildfremden Menschen und warte darauf, dass dich ein netter Prinz mit einem Kuss aus deinem Unglück rettet, weil er dich so schön findet.


Aladdin

Aladdin ist ein Dieb. Man nimmt ihm diese Sache nicht übel, denn es ist ja ein Disney-Film und er ist die Hauptfigur. Stehlen kann also nicht so schlimm sein. Prinzessin Jasmin macht auch gerne, worauf sie Bock hat. Sie belügt ihren Vater und schleicht sich heimlich aus dem Palast. Um nicht erkannt zu werden, verkleidet sie sich auch. Aladdin verliebt sich Hals über Kopf in Jasmin, obwohl er kaum etwas über sie weiß. Er erzählt seinem Flaschengeist von ihren Augen, ihren Haaren und von ihrem Lächeln. Von ihrer Persönlichkeit aber fast nichts – wie könnte er auch? Er weiß kaum etwas über sie. Ihre Schönheit reicht aus, um sich in sie zu verlieben. Um der Prinzessin zu gefallen, lügt er, gibt sich mit Genies Hilfe als Prinz aus und beschwört, dass er bei ihrem ersten Treffen nur als normaler Bürger verkleidet war.

Aladdin und Jasmin fliegen auf ihrem Teppich über Agrabah

Er weigert sich lange, ihr die Wahrheit zu sagen. Jasmin glaubt Aladdin und verliebt sich später in ihn. Er zögert, sein Versprechen gegenüber Genie zu halten, als er fürchtet, dass seine Prinzen-Lüge auffliegen könnte. Erst zum Schluss schenkt er Genie wie versprochen seine Freiheit. Arabische Männer werden im Zeichentrickfilm außerdem als schmutzig, aggressiv und gemein dargestellt. Sie nehmen Jasmins Worte, die Worte einer Frau, kaum ernst.


Die Moral: Du kannst ein lügender Dieb sein, am Ende wird die wunderschöne Prinzessin dich doch heiraten und reich machen.


Cinderella

Auch Cinderella wird genau wie Schneewittchen aufgrund ihrer Schönheit gehasst. Ihre Stiefmutter und ihre Stiefschwestern machen ihr das Leben zur Hölle. Sie wird pausenlos von ihnen gedemütigt und dazu gezwungen, das ganze Haus sauber zu machen. Cinderella wehrt sich nicht gegen diese schreckliche Behandlung. Sie singt lieber und träumt von einem anderen Leben. Sie kommt nicht auf die Idee, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und ihr Leben zu verändern. Ein Brief aus dem Schloss des Königs lädt junge Frauen zu einem Ball ein. Er möchte seinen Sohn mit einer Wildfremden verheiraten. Natürlich sind alle Frauen von dieser Idee begeistert und nicht angewidert. Eine gute Fee taucht auf und zaubert Cinderella ein wunderschönes langes Kleid und eine Kutsche herbei, damit sie sich den Prinzen angeln kann. Der Prinz verliebt sich natürlich auch sofort in sie.

Cinderella bekommt von der guten Fee ein wunderschönes Kleid, allerdings nur für wenige Stunden

Ohne diese Aufmachung und die geplante arrangierte Hochzeit hätten die beiden sich nie kennengelernt. Damit er nicht sieht, wie Cinderella eigentlich aussieht, verschwindet sie kurz vor Mitternacht. Mit der genialen Idee, sie durch ihren verlorenen Schuh zu finden, bekommen die Zuseher auch ihr Happy End. Was für eine tolle Liebesgeschichte.

Die Moral: Lass Dir im Leben alles gefallen, wehr dich bloß nicht und träume lieber nur von einer Veränderung. Ein magisches Wesen wird auftauchen und dir helfen, deine Träume zu verwirklichen.


Die Schöne und das Biest

Die eigentlich schlaue Belle hat schöne Pläne für ihr Leben, sie möchte die Welt entdecken. Das Biest, das im Inneren ein oberflächlicher und herzloser Prinz ist, hält ihren Vater gefangen. Belle tauscht sich freiwillig für ihn ein und verspricht sogar, für immer im Schloss zu bleiben. Ihre Träume haben somit schnell wieder an Relevanz verloren. Na gut, sie wollte immerhin ihren Vater retten, der danach gewaltsam aus dem Schloss befördert wird. Das Biest ist wahnsinnig unfreundlich zu ihr und verhält sich zusätzlich sehr aggressiv. Als es sie bei einem gescheiterten Fluchtversuch vor Wölfen rettet und sich dabei verletzt, pflegt sie es wieder gesund.

Belle verliebt sich in das Biest und rettet den Prinzen damit vor dem Fluch

Es verliebt sich in sie und ist plötzlich nett. Sie darf sogar zu ihrem Vater gehen. Das Biest wird zum Schluss bei einem Kampf getötet. Doch weil Belle sich ebenfalls in das Biest verliebt hat, verwandelt es sich wieder in einen gutaussehenden Prinzen. Natürlich wird dann auch geheiratet und das ganze schlechte Benehmen und die Tatsache, dass Belle vom Biest gefangen genommen wurde, werden einfach vergessen.

Die Moral: Wenn dich ein unhöfliches und aggressives Biest gefangen hält, warte ein bisschen ab, vielleicht zeigt sich ja, dass es eigentlich ein gutaussehender Prinz ist, der dich dann heiraten wird. Klingt ein bisschen nach Stockholm-Syndrom.


Zum Glück gibt es in den Disney-Reihen auch positive Vorbilder für Kinder, vor allem für Mädchen. Bei ‚Frozen‘ geht es um Geschwisterliebe und Frauen-Power. ‚Mulan‘ kämpft sich alleine durch und wird am Ende von den Männern respektiert. Auch ‚Pocahontas‘ ist keine Jungfrau in Nöten und findet sich im riesigen Wald perfekt alleine zurecht. Sie kämpft für mehr Akzeptanz von Fremden und rettet am Ende die männliche Hauptfigur.

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