Staffel 1: Ein Hüne von einem Mann, muskulös, helle Haare, durchdringender Blick: Jack Reacher. Der frühere Militärpolizist lebt seit seinem Abschied aus der US-Armee wie ein Geist. Kein fester Wohnsitz, kein Besitz, nur Bargeld. Nicht auf der Flucht, sondern beim Leben seines persönlichen Traums von Freiheit. Dabei zieht er von Stadt zu Stadt und lässt sich planlos durchs Land treiben. Kommen ihm dabei Verbrechen oder Ungerechtigkeiten unter, muss er ein- und auch mal hart durchgreifen. Er kann nicht anders. Genauso hat sich der britische Autor Jim Grant alias Lee Child die Romanfigur einst ausgedacht – es gibt über 26 Bücher. Und auf Amazon Prime Video seit 2022 auch die dazu passende Serie.
Gleich zu Beginn hält ein Greyhound-Bus an einer Landstraße in Georgia. Jack Reacher (gespielt von Alan Ritchson) steigt aus – und marschiert in Richtung der Kleinstadt Margrave. Er kann sich erinnern, dass sein älterer Bruder Joe einmal erwähnt hatte, dass ein Blues-Musiker namens Blind Blake hier starb. Als er im Diner einen Apfelkuchen essen will, stürmen zwei Polizisten ins Lokal und nehmen ihn wegen Mordverdachts fest …
Staffel 2: Nach den Ereignissen der ersten Staffel ist Reacher wieder unter dem Radar unterwegs, überall und nirgendwo. Als er einen Geheimcode in einer Geldüberweisung auf seinem Konto entdeckt, weiß er, dass es Probleme gibt. Reacher trifft sich mit Frances Neagley (Maria Sten), einem Mitglied seiner ehemaliger Spezialeliteeinheit. Sie erzählt ihm von dem Mord an einem weiteren Mitglied besagter Truppe. Schnell wird klar, dass es jemand es auf sie abgesehen hat. Aber wer? Reacher nimmt die Ermittlungen auf. Seine erste Aufgabe: die restlichen Kollegen des Teams aufspüren.
Staffel 3: Staffel 3 basiert auf dem siebenten Roman Der Janusmann. Dabei gerät Reacher in Abbottsville, Maine, schon im Prolog in arge Bedrängnis, als er durch Zufall Zeuge eines Kidnapping-Versuchs wird. Er rettet einen Burschen, tötet den Kidnapper und erschießt dann auch noch einen zweiten Kerl – der sich jedoch als Polizist erweist. In der Folge flieht er mit dem Jüngling zu dessen Vater, einen reichen „Teppichhändler“ namens Beck (Hall), der Reacher sogleich rekrutiert. Rasch wird klar, dass Jack im Auftrag der Justizbeamtin Duffy (Cassidy) inkognito ermittelt.
Staffel 4: Diesmal verschlägt es den hünenhaften Kraftlackel mit dem unbeirrbaren Gerechtigkeitssinn nach Philadelphia. Als der frühere Militärpolizist Jack Reacher zu nachtschlafener Zeit mit der U-Bahn fährt, fällt ihm in einem halbleeren Waggon eine Frau auf, die sich verdächtig benimmt. Sie schwitzt, zappelt nervös herum, murmelt vor sich hin und hat eine große Tasche bei sich – alles Hinweise auf eine Selbstmordattentäterin! Reacher spricht die Frau an, um sie von ihrem vermeintlichen Vorhaben abzubringen. Doch überraschend kramt sie einen Revolver hervor – und jagt sich mit den Worten „Jetzt ist alles vorbei, niemand kann mir mehr helfen“ selbst eine Kugel in den Kopf. Die Tote, so stellt sich heraus, war eine zivile Mitarbeiterin des Pentagon und hat offenbar geheime Daten kopiert. Reacher stürzt sich in die Ermittlungen; unterstützt wird er dabei vom Bruder der Toten, einem Polizisten. Bald trifft er auf die geheimnisvolle Indonesierin Amisha und deren Tochter Lila; die Spuren führen in die dunkle Vergangenheit eines Kongressabgeordneten, der gute Chancen hat, der nächste US-Präsident zu werden
Staffel 1: Fans der „Jack Reacher“-Reihe wissen, dass es bereits zwei Kinofilme um die populäre Figur gibt – mit Tom Cruise in der Titelrolle. Die Filme – „Jack Reacher“ (2012) und „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (2016) – sind in Ordnung, Teil 1 ist sogar superb, auch wenn Tom Cruise der Romanfigur nicht besonders ähnelt.
Alan Ritchson tut das in der Serie „Jack Reacher“ (seit 2022 exklusiv beim Streamingdienst Amazon Prime Video verfügbar) schon eher. Das wird die Fans der Vorlage freuen. Die acht Folgen der ersten Staffel des Amazon-Originals „Jack Reacher“, übrigens von Tom Cruise koproduziert, orientieren sich eng an der Buchvorlage „Größenwahn: Ein Jack-Reacher-Roman“ (1997).
Staffel 2: Es fällt schwer, von Ritchsons wuchtiger Präsenz nicht eingenommen zu werden. Er hat zwar nicht die größte schauspielerische Reichweite, aber die Rolle verlangt das auch nicht unbedingt. Wenn Reacher jedoch zuschlägt, hat man das Gefühl, man spürt den Aufprall daheim auf der Couch. Für die lockeren, witzigen Momente ist vor allem Shaun Sipos als David O'Donnell zuständig. Zu kritisieren ist wohl, dass Reacher -abgesehen von Ritchons Präsenz - wenig bietet, was die Serie von anderer, ähnlicher Ware abhebt.
Staffel 3: Wirkt düsterer als die Vorgänger, ist simpel gestrickt und schnörkellos inszeniert – ein Fest für Actionfans!









