Pip (Emma Myers) ist 17 Jahre alt, äußerst clever, interessiert sich für Charlotte Brontë und Nikola Tesla – und will als Schulprojekt über die Ferien unbedingt einen Mordfall lösen, der sich in ihrem kleinen Städtchen zugetragen hat. Das Problem: Die Geschehnisse liegen fünf Jahre zurück, und der mutmaßliche Mörder hat gestanden. Doch vieles ist nicht klar. Das Opfer etwa wurde nie gefunden, der „Täter“ hat sich nach dem Geständnis das Leben genommen. Pip glaubt daran, dass der echte Killer von Andie Bell (India Lillie Davies), einem populären Mädchen an ihrer Schule, noch immer frei herumläuft. Also beginnt sie auf eigene Faust damit, Nachforschungen anzustellen. Der erste, den sie dazu befragt, ist Ravi Singh (Zain Iqbal) – der Bruder des als Täter abgestempelten Sal (Rahul Pattni). Sal war mit Andie in einer Beziehung. Doch Ravi will nichts mit der Sache zu tun haben. Pip beginnt in weiterer Folge, sich bei Sals Freunden umzuhören und stößt auf neue Informationen, aber auch auf Widerstand. Schließlich begibt sie sich erneut zu Ravi und überzeugt ihn mit einer ehrlichen Ansprache, dass sie glaubt, sein Bruder war unschuldig, und dass sie seine Hilfe braucht. Ravi lässt sich überzeugen und eröffnet Pip, dass er davon ausgeht, dass Sals Geständnis per Textnachricht von jemand anderem geschrieben wurde …
Die britische Autorin Holly Jackson sorgte 2019 mit ihrem Debütroman "A Good Girl’s Guide to Murder" für Furore und gewann unter anderem bei den British Book Awards in der Kategorie „Belletristikbuch für Kinder“. Mit Kinder sind in diesem Fall Jugendliche gemeint, denn für die Kleinen sind der Roman und auch die Serie natürlich nicht. Aber auch wenn "A Good Girl’s Guide to Murder" durchaus auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten ist und entfernt an Young-Adult-Krimihits wie "Tote Mädchen lügen nicht" oder "Élite" erinnert, hat die Serie trotzdem auch genug für ein Erwachsenenpublikum zu bieten. Vorausgesetzt, man mag diese Art von Serie. Denn auch wenn der Krimiaspekt im Vordergrund steht, gibt es immer wieder unbeschwerte und lustige Szenen. Das Rätselraten um die Abgründe, die sich in der Kleinstadt auftun, kommt trotzdem nicht zu kurz. Dabei soll auch die Leistung der Hauptdarstellerin Emma Myers hervorgehoben werden, die mit der Netflix-Serie Wednesday bekannt wurde und hier einen ausgezeichneten Job macht.
