Life-Mythen: Sechs falsche Dinge, die uns US-Filme beibringen

Das College-Leben ist eine einzige, laaange Party! Wirklich?

Das College-Leben ist eine einzige, laaange Party! Wirklich?

Wer mit US-Filmen aufgewachsen ist, hat vielleicht ganz unbewusst gewisse Hollywood-Erwartungen an das eigene Leben. Filme zeigen nicht die Realität, das weiß jeder – trotzdem lernt man bestimmte Verhaltensmuster und Lebensweisheiten kennen, die man womöglich doch für wahr hält. Hier sind sechs der größten Life-Mythen aus US-Movies!

Klischee #1: Das College-Leben ist eine reine Party. Ist es nicht!

Kassenschlager wie die Teenie-Sex-Klamotte American Pie lassen es so aussehen, als bestünde der Alltag an amerikanischen Universitäten nur aus wilden Partys mit Alkohol, Orgien, Drogen und scharfen Beautys, die nur darauf warten, von Männern angeflirtet zu werden.

Superbad (2007)

Es geht zwar um die College-Zeit, trotzdem wird oft gar nicht erwähnt, was die Protagonisten überhaupt studieren und später mit ihrem Leben anfangen wollen. Wichtig ist nur, wer am meisten trinken kann und am Ende des Abends mehr Handynummern gesammelt hat. Der eigentliche Lernstress vor Prüfungen, Zukunftsängste und andere Uni-Themen werden in vielen College-Movies vollkommen ignoriert.

Superbad gibt’s hier *


Klischee #2: Eines Tages wird dein Traumprinz vor deinem Haus stehen – du musst nur warten!

Sein Schicksal einfach selbst in die Hand zu nehmen, ist in vielen Hollywoodfilmen eher unnötig. Sie zeigen, dass man sich lieber eine Beschäftigung suchen sollte, mit der man sich einige Jahre gut ablenken kann. Es wird nämlich der Tag kommen, der absolut alles verändert.

Wie ein einziger Tag (2004)

Durch Geduld, gepaart mit Glück, Zufällen oder sogar Magie, bekommt man alles, was man sich je erträumt hat. Vor allem wenn es um die „große Liebe“ geht. Filme wie Wie ein einziger Tag oder Das Leuchten der Stille zeigen Frauen, wie das funktionieren soll. Wartet einfach jahrelang auf eure verlorene Liebe und sie wird irgendwann an eure Tür klopfen und euch dann wahrscheinlich heiraten. Man muss nur geduldig genug sein. Alles klar …

Wie ein einziger Tag gibt’s hier *


Klischee #3: From Zero to Hero oder: Auch Loser können Gewinner sein!

Vom Tellerwäscher zum Millionär und vom Underdog zum absoluten Gewinner: Der amerikanische Traum wird in US-Filmen ständig demonstriert. Bekannte Beispiele findet man in Mafia-Filmen wie Scarface oder Der Pate. Auch Rocky und Catch Me If You Can zeigen die Geschichte von Männern, die mit nichts begonnen haben und dann einfach alles hatten.

Den unterlegenen oder sozial benachteiligten Personen passiert stets etwas, was ihr Leben zum Positiven verändert. Ein paar Komplikationen werden natürlich trotzdem eingebaut, damit es nicht langweilig wird.

Rocky gibt’s hier *


Klischee #4: Frauen finden Stalker süß. Newsflash: Nein, das ist creepy!

Viele Frauen in amerikanischen Filmen stehen auf den mysteriösen Typen, der sich stark von den anderen distanziert und auch sonst eher unfreundlich wirkt. Interessant wird es, wenn sich dieser seltsame Typ in die Hauptdarstellerin verliebt und heimlich zum Stalker wird. Er beobachtet sie, während sie schläft und sich mit ihren Freunden trifft – und wenn sie in Gefahr schwebt, ist er plötzlich da und spielt den Helden. Das perfekte Beispiel dafür: Edward Cullen (Robert Pattinson) in Twilight. Hier kommt noch hinzu, dass der Stalker auch ein ehemaliger Mörder ist. Seiner Angebeteten ist das natürlich egal.

Tatsächlich… Liebe (2003)

In anderen Filmen wie Tatsächlich … Liebe wird die Hauptdarstellerin von ihrem Verehrer gestalkt. Bei ihrer Hochzeit macht er nur Aufnahmen von ihr, später gesteht er der verheirateten Frau seine Gefühle mit riesigen Karten – natürlich während sich ihr Ehemann gleich nebenan befindet. Ihre Reaktion? Ein Kuss. Stalking ist in Hollywood anscheinend eine romantische Geste. In der Realität würde man diese Aktionen wahrscheinlich nicht so süß finden und die Polizei rufen.

Tatsächlich … Liebe gibt’s hier *


Klischee #5: Alles mit Technik ist böse

Die Wissenschaft und der technologische Fortschritt werden in US-Filmen zu etwas Bösartigem. Klassiker wie Terminator zeigen, dass künstliche Intelligenz eines Tages den Weltuntergang herbeiführen wird; auch in I, Robot oder Transformers wollen selbstständig agierende Roboter und (böse) Maschinenwesen aus dem Weltall den Menschen nicht mehr gehorchen oder sie sogar verletzen. Sie sind intelligenter, schneller und viel stärker als wir, was sie gefährlich macht. Neue Technologien werden aufgrund dieses Gefahrenfaktors indirekt schlecht gemacht.

I, Robot (2004)

Man soll zwar Geräte erfinden, die das Leben einfacher machen, beim Thema Roboter wird das Ganze jedoch sehr heikel. In Hollywood werden sie nämlich oft bösartig oder rebellisch und greifen gnadenlos Unschuldige an. Man könnte das Gefühl bekommen, dass man sich vor technologischen Neuheiten fürchten sollte – außer es geht um Apple-Gerätschaften wie Smartphones oder Laptops, die werden von US-Filmen sehr gerne propagiert!

I, Robot gibt’s hier *


Klischee #6: Die Highschool ist ein schrecklicher Ort

Wer US-Teenie-Filme kennt, weiß sicher, dass es so wirkt, als wäre eine amerikanische Highschool die reinste Hölle: Hier wimmelt es vor blonden Cheerleadern, die die neue schüchterne Schülerin mobben, und gutaussehenden Sportler, die nichts im Kopf haben und die Nerds zwingen, ihre Hausaufgaben zu erledigen. So gut wie alle sind oberflächlich und würden nie mit jemandem befreundet sein, der nicht die neuesten und schönsten Klamotten trägt. Der Schulball scheint das wichtigste Event des Lebens zu sein. Es gibt auch fixe Cliquen, aus denen man nicht so leicht austreten kann, und krasse Aufnahmerituale, die jeder schlagenden Burschenschaft Ehre machen.

Girls Club – Vorsicht bissig! (2004)

Hollywood macht die Highschool zum filmgewordenen Albtraum: Der normale Schulalltag ohne Dramen wäre für die Leinwand zu langweilig. Mobbing und oberflächliche und vor allem bösartige Teenies sieht man sehr schön in Filmen wie Cinderella Story, Girls Club oder Eine wie keine.

Girls Club – Vorsicht bissig! gibt’s hier *

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