Life-Mythen: Sechs falsche Dinge, die uns US-Filme beibringen

Life-Mythen: Sechs falsche Dinge, die uns US-Filme beibringen

Wer mit US-Filmen aufgewachsen ist, hat vielleicht ganz unbewusst gewisse Hollywood-Erwartungen an das eigene Leben. Filme zeigen nicht die tatsächliche Realität, das weiß jeder. Trotzdem lernt man bestimmte Verhaltensmuster und Lebensweisheiten kennen, die man womöglich doch für wahr hält. Hier sind die größten Life-Mythen aus US-Movies.

1. Das College-Leben ist eine reine Party

Kassenschlager wie ‚Scream 2‘ und vor allem ‚American Pie 2‘ lassen es so aussehen, als bestünde der Alltag an amerikanischen Universitäten nur aus wilden Partys mit Alkohol, Orgien, Drogen und scharfen Beautys, die nur darauf warten, von Männern angeflirtet zu werden.

Seth zeigt den anderen Party-Tigern, wer am meisten trinken kann

Es geht zwar um die College-Zeit, trotzdem wird oft gar nicht erwähnt, was die Protagonisten überhaupt studieren und später mit ihrem Leben anfangen wollen. Wichtig ist nur, wer am meisten trinken kann und wer am Ende des Abends mehr Nummern gesammelt hat. Der eigentliche Lernstress vor Prüfungen, Zukunftsängste und andere Uni-Themen werden in vielen College-Movies vollkommen ignoriert.

2. Eines Tages wird dein Traumprinz vor deinem Haus stehen, du musst nur abwarten!

Sein Schicksal einfach selbst in die Hand zu nehmen, ist in vielen Hollywoodfilmen eher unnötig. Sie zeigen, dass man sich lieber eine Beschäftigung suchen sollte, mit der man sich einige Jahre gut ablenken kann. Es wird nämlich der Tag kommen, der absolut alles verändert.

Noah und Allie haben sich in ‚The Notebook‘ auch nach vielen Jahren nicht vergessen

Durch Geduld, gepaart mit Glück, Zufällen oder sogar Magie, bekommt man alles, was man sich je erträumt hat. Vor allem wenn es um die „große Liebe" geht. Filme wie ‚Wie ein einziger Tag‘ oder ‚Das Leuchten der Stille‘ zeigen Frauen, wie das funktionieren soll. Wartet einfach jahrelang auf eure verlorene Liebe und sie wird irgendwann an eure Tür klopfen und euch dann wahrscheinlich heiraten. Man muss nur geduldig genug sein. Alles klar ...

3. Vom Loser zum Winner

Vom Tellerwäscher zum Millionär und vom Underdog zum absoluten Gewinner: Der amerikanische Traum wird in US-Filmen ständig demonstriert. Bekannte Beispiele findet man in Mafia-Filmen wie ‚Scarface‘ oder ‚Der Pate 2‘. Auch ‚Rocky‘ und ‚Catch Me If You Can‘ zeigen die Geschichte von Männern, die mit nichts begonnen haben und dann einfach alles hatten.

Der italienische Hengst kann kaum glauben, dass er den Kampf gewonnen hat

Den unterlegenen oder sozial benachteiligten Personen passiert stets etwas, was ihr Leben zum Positiven verändert. Ein paar Komplikationen werden natürlich trotzdem eingebaut, damit es nicht langweilig wird.

4. Frauen finden Stalker-Guys süß

Viele Frauen in bekannten amerikanischen Filmen stehen auf den mysteriösen Typen, der sich stark von den anderen distanziert und auch sonst eher unfreundlich wirkt. Interessant wird es, wenn sich dieser seltsame Typ in die Hauptdarstellerin verliebt und heimlich zum Stalker wird. Er beobachtet sie, während sie schläft und sich mit ihren Freunden trifft – und wenn sie in Gefahr schwebt, ist er plötzlich da und spielt den Helden. Das perfekte Beispiel dafür: Edward Cullen in ‚Twilight‘. Hier kommt noch hinzu, dass der Stalker eigentlich auch ein ehemaliger Mörder ist. Seiner Angebeteten ist das natürlich egal.

Mark versucht, seine Angebetete mit diesem Liebesbeweis für sich zu gewinnen

In anderen Filmen wie ‚Tatsächlich... Liebe‘ wird die Hauptdarstellerin von ihrem Verehrer gestalkt. Bei ihrer Hochzeit macht er nur Aufnahmen von ihr. Später gesteht er der verheirateten Frau seine Gefühle mit riesigen Karten, natürlich während sich ihr Ehemann gleich nebenan befindet. Ihre Reaktion? Ein Kuss. Stalking ist in Hollywood anscheinend eine romantische Geste. In der Realität würde man diese Aktionen wahrscheinlich nicht so süß finden und die Polizei rufen.

5. Technologie ist böse

Die Wissenschaft und der technologische Fortschritt werden in US-Filmen zu etwas Bösartigem. In ‚I, Robot‘ oder ‚Transformers‘ wollen Roboter und intelligente Maschinenwesen aus dem Weltall den Menschen nicht mehr gehorchen oder sie sogar verletzen. Sie sind intelligenter, schneller und viel stärker als wir, was sie gefährlich macht. Neue Technologien werden aufgrund dieses Gefahrenfaktors indirekt schlecht gemacht.

Ein Raum voller Roboter – einer davon besitzt eine Zentraleinheit für Emotionen

Man soll zwar Geräte erfinden, die das Leben einfacher machen; beim Thema Roboter wird das Ganze jedoch sehr heikel. In Hollywood werden sie nämlich oft bösartig oder rebellisch und greifen gnadenlos Unschuldige an. Man könnte das Gefühl bekommen, dass man sich vor technologischen Neuheiten fürchten sollte.

6. Die Highschool ist ein schrecklicher Ort

Wer US-Teenie-Filme kennt, weiß sicher, dass es so wirkt, als wäre eine amerikanische Highschool die reinste Hölle: blonde Cheerleader, die die neue schüchterne Schülerin mobben, und gutaussehende Sportler, die nichts im Kopf haben und die Nerds dazu zwingen, ihre Hausaufgaben zu erledigen. So gut wie alle sind oberflächlich und würden nie mit jemandem befreundet sein, der nicht die neuesten und schönsten Klamotten trägt. Der Schulball scheint das wichtigste Event des Lebens zu sein, und es gibt auch fixe Cliquen, aus denen man nicht so leicht austreten kann.

Regina und ihre Freundinnen sind die Königinnen ihrer Schule und entscheiden, wer cool ist und wer nicht

In Hollywoodfilmen wirkt die US-Highschool meist wie ein echter Albtraum: Der normale Schulalltag ohne Dramen wäre für die Leinwand zu langweilig. Mobbing und oberflächliche und vor allem bösartige Teenies sieht man in diesen Filmen: ‚A Cinderella Story‘, ‚Mean Girls‘ oder ‚Eine wie keine‘.

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