Tech-Milliardär Morgan Henderson (Dominic West) hat nach einer Awards-Show ganz genau die Blicke einer wunderschönen jungen Frau registriert. Sie will offensichtlich mit ihm aufs Hotelzimmer, aber er hat sich vorgenommen, standhaft zu bleiben – schließlich ist er verheiratet. Und nicht mit irgendwem, sondern mit Filmstar Carla Duval (Sienna Miller), die gerade bei Dreharbeiten in Paris weilt. Einige Minuten später sind Morgan und die schöne junge Frau nackt im Bett – lange hat er nicht widerstehen können. Tatsache ist: Die Ehe von Morgan und Carla besteht nur noch auf dem Papier, die beiden sehen sich kaum noch. Oder wie sie es ausdrückt: „Wenn ich wissen will, was Morgan so macht, muss ich ihn googeln.“ Trotzdem hat er sie jetzt betrogen, und bei einer Scheidung würde es um verdammt viel Geld gehen. Und Carla will die Scheidung, denn die wunderschöne junge Frau ist eine Schauspielkollegin von ihr, die nach dem Sex mit Morgan ein kompromittierendes Handyfoto gemacht und es sofort an Carla geschickt hat. Das Ganze war also eine Falle. Auch ohne juristische Ausbildung könnte man sich denken, dass dieses Foto vor keinem Gericht der Welt halten würde – und das ist auch das Erste, was Carlas Anwälte ihr sagen. Aber: Es gibt dieses Foto nun einmal, und es beweist, dass Morgan untreu war. Das ist der Beginn eines Kriegs.
Auf der ersten Ebene ist es der Rosenkrieg zwischen den Eheleuten, die sich zwar nichts mehr zu sagen haben, bei denen man aber doch immer wieder spürt, dass hier große Gefühle im Spiel waren. Gerade von Morgans Seite ist kein Hass da, aber seine Frau hat den Fehdehandschuh geworfen; es bleibt ihm nichts anderes übrig, als ihn aufzuheben. Auf der zweiten Ebene ist es ein Krieg der Juristen. Beide Kontrahenten haben starke Anwaltsfirmen (in London) hinter sich, aber die Juristentruppe von Morgan ist (finanziell) mächtiger als die von Carla, deren Anwälte von einer kleineren Kanzlei sind, die bei einer Niederlage womöglich zusperren muss.
So einen Stoff kann man auf alle möglichen Arten verfilmen, Showrunner George Kay (verantwortlich für Tophits wie Lupin und Hijack, hat sich für einen Mix aus Drama und Komödie entschieden. Und das ist gut so: Eine Scheidung ist per se nichts Lustiges, aber die Dialoge von War haben viel englischen Witz. P. S.: Dieser Rosenkrieg mag nach acht Folgen beendet sein, aber War geht fix weiter. Eine zweite Staffel mit anderen Protagonisten (u. a. Marisa Tomei) wird bereits realisiert, der rote Faden von War sind immer die Anwaltskanzleien.


