The Shards

The Shards

Beschreibung

Im Umfeld von Bret (Rigney) und seiner Freunde Debbie (Warner), Thom (Campbell) und Susan (Gerber) geht ein Serienmörder um. Das Jahr ist 1981, "The Shining" von Stanley Kubrick bestimmt noch immer den kulturellen Diskurs, Ronald Reagan leitet als Präsident den Neoliberalismus ein. In Los Angeles, hoch oben in den hügeligen Windungen des Mulholland Drive, verbringen die Jugendlichen ihre Zeit damit, die stete Abwesenheit der Eltern mit Drogen, Sex und schnellen Autos zu kompensieren. Wobei Auto nicht gleich Auto ist. Hier spricht man vom Mercedes oder vom Porsche. Nie würde ein Alltagsobjekt einfach nur beim Namen genannt werden. In diese privilegierte Welt stolpert eines Tages der mysteriöse Robert (Gere). Er ist neu an der Schule. Der eigentlich schwule Bret hatte ihn bereits ein Jahr davor in einem Kino in Westwood gesehen und eine schwere Faszination für ihn entwickelt. Umso irritierter ist er, als Robert wiederholt beteuert, ihn nie getroffen zu haben. Für Bret ein Grund zu glauben, dass dieser etwas verheimlicht. Vor allem, da seit ein paar Monaten dieser Serienmörder seine Runden durch Los Angeles zieht. Junge Frauen werden erst mit Anrufen terrorisiert, dann verschwinden ihre Haustiere, und ihre Möbel werden verrückt, bis schließlich auch das Opfer selbst entführt wird – und Monate später tot und verstümmelt an einem öffentlichen Ort wieder auftaucht. Trawler, so hat die Polizei den Täter getauft. Könnte tatsächlich ein gelangweilter, reicher Jugendlicher dahinterstecken?

TV-Media Bewertung

"American Horror Story"-Schöpfer Ryan Murphy und "American Psycho"-Autor Bret Easton Ellis machen gemeinsame Sache – ein sexy-blutiges Unterfangen! Was muss Ellis für ein Leben gehabt haben, dass er so düstere Romane schrieb? Eine Art Antwort darauf gibt Ellis in seinem Roman "The Shards", der 2023 erschienen ist. Darin beschreibt der Autor sein letztes Jahr an der High School, wobei er dem Ganzen natürlich auch einen starken fiktionalen Anstrich verpasst. Showrunner Ryan Murphy, der mit seinen zahlreichen Krimi- und Mordserien sowie seinem ausgeprägten Fetisch für plastisches True Crime berühmt geworden ist, offenbart sich als logische „Gegenhälfte“ des Autors. Ein Traumpaar, möchte man meinen. Nach einigen eher enttäuschenden ("All’s Fair") oder moralisch ausbeuterischen ("Love Story") Produktionen scheint der düster-morbide Grundtenor Ellis’ genau das zu sein, was der zu sehr auf Hochglanz polierte Murphy braucht. Die Annahme, dass Werk und Autor immer unmittelbar miteinander verknüpft sind, dass Ellis unter Mördern aufgewachsen oder vielleicht selber einer sein muss, persifliert die Serie genüsslich, wenn auch nicht immer so scharf wie sie könnte. Die Reichen und Schönen ticken immer etwas anders – mit dieser Beobachtung gewinnt man keinen Blumentopf. Aber die lakonische Art, mit der der junge Bret sein Umfeld beobachtet, bietet gute Unterhaltung. Eine Murphy-Produktion, die sich an einem gesellschaftlichen Schnappschuss und nicht den niedersten Instinkten versucht.