Der Auftakt der Adaption der populären Romantikreihe von Elle Kennedy handelt von vier Eishockey-Spielern und den Frauen in ihrem Leben. In Staffel 1 geht es wie in den Romanen um die Geschichte von Garrett (Cameli). Er ist nicht nur der Star seines Teams und dessen Kapitän, auf seinen Schultern liegt auch die Last des Familiennamens. Sein Vater Phil war eine lokale Berühmtheit, die später in die NHL, die US-Eishockey-Profiliga, wechselte. Dass er daheim ein Prügler war, weiß niemand. Doch Garrett hat andere Sorgen. Sein Notendurchschnitt ist zu niedrig, um weiter spielen zu dürfen. Vor allem in Philosophie bräuchte er Hilfe. Hier kommt die Musikstudentin Hannah Wells (Bright) ins Spiel. Die angehende Komponistin hat einen Haufen eigener Probleme. Ihr Stipendium wurde nicht erneuert, nun muss sie sich mittels Musikwettbewerb mit einem Popsong um ein neues bemühen. Ihre Schwärmerei für den Musiker Justin (Heuston) ist bisher von wenig Erfolg gekrönt. Und dann ist da noch ein weiteres dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, das es ihr nicht erlaubt, unverkrampft auf Männer zuzugehen. Auch ihre erste Begegnung mit Garrett ist eher von Peinlichkeit geprägt, als sie ihm beim Aufräumen des Hockeystadions in der Dusche über den Weg läuft. Seine Faszination für Hannah ist jedoch geweckt, außerdem braucht er ja jemanden, der mit ihm Philosophie lernt. Er schlägt Hannah einen Deal vor: Sie hilft ihm, den Kurs zu bestehen; im Gegenzug spielt er dafür eine Weile ihren festen Freund, um Justin eifersüchtig zu machen. Dass dieser Plan sich natürlich ganz anders entwickelt, muss man wohl nicht extra vorwegnehmen.
"Off Campus" besticht trotz einiger Plattitüden mit Herz, echten Problemen und keiner Scheu vor Sex, Drogen und Alkohol. Die Männer mögen zwar noch immer das seltene Einhorn zwischen Macho und einfühlsam sein, bisweilen sind Campus, Outfits und Bankkonten der Figuren zu sehr auf Hochglanz poliert. Dennoch: Der übertriebene Glamlook der 2000er ("The O.C.", "Gossip Girl" oder "90210") mit den viel zu soaplastigen Problemen scheint mit "Off Campus" endlich ein Ding der Vergangenheit zu sein.
