Die Handlung setzt im Industrieviertel Vallejo im Norden von Mexiko-Stadt ein. John Creasy (Yahya Abdul-Mateen II) fungiert im CIA-Auftrag als Leiter eines nicht näher definierten Special-Forces-Undercover einsatzes – er dirigiert die Mitglieder seiner Einheit von seinem Versteck aus, vor dem Rechner sitzend, an die für sie vorgesehenen Plätze und holt sich von seinem Vorgesetzten Henry Tappan (Scoot McNairy) das letzte Okay für die Aktion. Alles bestens – bis seine Kollegen plötzlich in einer Blitzaktion von schwer bewaffneten vermummten Soldaten überwältigt werden. Auch Creasys Versteck wird gestürmt. Doch der wehrt sich. Was folgt, ist ein kurzer, heftiger Kampf auf engstem Raum, der für die meisten Angreifer tödlich endet, bis Creasy doch noch überwältigt und gezwungen wird, mitanzusehen, wie man das erste Mitglied seiner Truppe hinrichtet. Schnitt!
Vier Jahre später wacht Creasy schweißgebadet aus einem Albtraum auf. Der Mann leidet offenbar immer noch unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und hält sich mehr schlecht als recht als Stapler-Fahrer mit einem gewaltigen Alkoholproblem über Wasser. Bis er es nicht mehr erträgt – und seinen Wagen eines Tages frontal in einen Betonpfeiler steuert.
Doch John Creasy überlebt den Crash, wacht im Spital auf – und erblickt mit Paul Rayburn (Bobby Canavale) einen alten Freund und Waffenbruder. Der nimmt ihn unter seine Fittiche und fliegt mit ihm nach Rio de Janeiro, wo er mit seiner Familie – Ehefrau Regina, die beiden Söhne David und Robbie sowie Teenager-Tochter Poe (Billie Boullet) lebt. Wie sich herausstellt, arbeitet Rayburn für die dortige Regierung unter der Führung von Präsident Carmo und versucht, Creasy einen Job zu verschaffen. Das Vorstellungsgespräch verläuft alles andere als rund. Doch Rayburn weigert sich, seinen alten Kumpel aufzugeben, ist fest entschlossen, ihm die Zeit zu geben, um wieder auf die Beine zu kommen. Nach durchzechter Nacht lässt sich Creasy nach Hause chauffieren, als zur gleichen Zeit auch Poe von einer Party verspätet vors Haus fährt – und miterleben muss, wie das Gebäude, in dem sie mit ihren Liebsten lebt, vor ihren Augen in die Luft gejagt wird.
Das ist der Moment, in dem auch Creasy schlagartig erwacht. Er ahnt, dass der Anschlag kein Zufall war und Rayburn galt. Nun hat er nur ein Ziel: herausfinden, wer hinter dem Anschlag steckt – und vor allem Poe in Sicherheit bringen. Letzteres gerät aber rasch zum tödlichen Spießrutenlauf, als Killerhorden auch dem Mädchen ans Leder wollen …
All jene, die hier eine Art Déjà-vu haben, irren sich nicht. Der Stoff ist altbekannt und basiert auf A. J. Quinnells Roman „Man On Fire“ von 1980, der schon zweimal fürs Kino adaptiert worden ist. Der französisch-italienische Actioner „Mann unter Feuer“ von 1987 mit Scott Glenn in der Hauptrolle ging im Kino unter, Tony Scotts gleichnamiges US-Remake von 2004 mit Denzel Washington und der damals noch blutjungen Dakota Fanning in den Hauptrollen kam besser an. Das stilisiert düstere Actiondrama ist auch heute in der x-ten Wiederholung noch gern gesehen.
Die neue Serie mit dem erneut großartigen Emmy-Preisträger Yahya Abdul-Mateen II („Watchmen“; „Aquaman 1+2“; „Wonder Man“) in der Titelrolle, der heuer noch in David Finchers „The Adventures of Cliff Booth“ zu sehen sein wird, entpuppt sich als zeitgemäßere Adaption des Stoffs, die sich mehr Zeit für Figuren und Story nimmt. Aber keine Sorge: Die Action kommt auch hier nicht zu kurz!
