Achtsam morden

Achtsam morden

Beschreibung

Staffel 1: Als Anwalt einer Berliner Topkanzlei ist Björn Diemel (Tom Schilling) erfolgreich, obwohl seine Klientel mehr als zwielichtig ist. Als Ehemann und Vater nicht: zu wenig Zeit für Frau Katharina (Emily Cox) und die kleine Tochter Emily (Pamuk Pilavci).

Um seine Work-Life-Balance ins Lot zu bringen, besucht er das Achtsamkeitsseminar des Psychotherapeuten Joschka Breitner (Peter Jordan). Die dort erlernten Techniken, Prioritäten im Leben herauszufiltern, helfen ihm auch im Umgang mit dem Mandanten Dragan Sergowicz (Sascha Geršak), einem brutalen Mafia-Boss.

Aber auf eine Weise, die (anfangs unbeabsichtigt) ein paar Tote fordert – und ihn ins Visier von Mafia und Polizei rückt. Da erweist sich Dragan-Handlanger Sascha (der Wiener Murathan Muslu, u. a. bekannt aus „Risse im Beton“, „Vorstadtweiber“, „Hinterland“) als tatkräftiger Unterstützer …

Staffel 2: Im nächsten Kapitel scheint es so, als hätte Björn die Achtsamkeitsübungen positiv umgesetzt, die Work-Life-Balance dürfte funktionieren. Er leitet zwar im Hintergrund mittlerweile zwei Mafiaclans, deren Chefs er achtsam beseitigt hat, ist selbstständiger Anwalt, nimmt sich aber mehr Zeit für seine Tochter Emily (Pilavci), fährt sogar mit ihr und Ehefrau Katharina (Cox) auf Urlaub in die österreichischen Berge. Auf einer Almhütte treibt ihn dann aber ein ignoranter Kellner zur Weißglut, was darin gipfelt, dass er einen „Unfall“ inszeniert, bei dem nicht nur das Bein, sondern auch das Genick des Kellners zu Bruch geht. Im Gespräch mit dem Therapeuten seines Vertrauens, Joschka Breitner, stellt sich heraus: Nicht er ist auf der Hütte ausgerastet, sondern sein „inneres Kind“! Und dem soll er fortan mehr Beachtung schenken, um diverse Kindheitstraumata zu verarbeiten. Wie das aussieht, kann man sich vorstellen, es verläuft nicht gesund für einige Menschen, die seinen Weg kreuzen. Zudem haben Sascha und Björn ein großes Problem: Jemand hat entdeckt, dass sie Clanchef Boris im Kita-Keller gefangen halten und erpresst sie jetzt. Und Kommissarin Nicole Egmann (Hammelstein) hat ja eh schon seit geraumer Zeit das Gefühl, dass Björn etwas verheimlicht, bohrt weiter nach und lässt einfach nicht locker.

TV-Media Bewertung

Staffel 1: Als der deutsche Rechtsanwalt Karsten Dusse 2019 seinen ersten Roman „Achtsam morden“ veröffentlichte, landete er gleich einen Hit: Der Mix aus Krimispaß und Lebenshilferatgeber schaffte es im Nu auf die Bestsellerlisten, wurde in 26 Sprachen übersetzt und legte den Grundstein für vier Fortsetzungen. Der erste Band „Achtsam morden“, der im deutschsprachigen Raum mehr als eineinhalb Millionen Leser begeisterte, wurde jetzt von Netflix als achtteilige Miniserie verfilmt.

Dass die Filmcrew rund um die Plura-Zwillingsschwestern Martina (Regie) und Monika (Kamera) sowie Protagonist Tom Schilling mit der Buchvorlage vertraut sind, zeigt das Ergebnis: Die von Constantin Film produzierte Crimecomedy-Miniserie ist sauber inszeniert, schräg witzig, aber auch teils drastisch brutal. Die Figuren sind klischeehaft – was aber werkgetreu ist! – und durch die Bank stimmig besetzt. Nicht nur für Fans der Vorlage unterhaltsam!

Staffel 2: Auch die zweite Staffel ist schräg, witzig und sehr morbide. Man kennt das, liest ein Buch, und oft ist man, wenn eine Verfilmung folgt, enttäuscht. Im Fall von "Achtsam Morden" ist das zum Glück nicht so. Die Besetzung ist vortrefflich gewählt, die Ironie und der teils wirklich brutale Witz von Karsten Dusses Vorlage werden werkgetreu in Szene gesetzt. Es ist natürlich ratsam, die erste Staffel gesehen zu haben, dann wird die zweite pures Binge-Watch-Vergnügen.