Beschreibung
David Finchers „The Social Network“ schilderte 2010, wie Facebook entstand. Aaron Sorkins Quasi-Sequel zeigt, was daraus geworden ist Vor 16 Jahren erzählte David Fincher („Sieben“, „Gone Girl“) nach einem Drehbuch von Aaron Sorkin in „The Social Network“, wie einst der schüchterne Student Marc Zuckerberg Facebook erfand – den Grundstein des heutigen Meta-Konzerns, der Zuckerberg rund 250 Mrd. Dollar schwer machte. Es gab acht Oscar-Nominierungen; Sorkin bekam eine Goldstatuette für sein Skript. Jetzt steht das Thema erneut an. Wieder nach einem Drehbuch von Sorkin, der sich diesmal, mit völlig neuer Besetzung, auch auf den Regiestuhl setzte.
„The Social Reckoning“ schildert, was aus Facebook später wurde. Und darum geht’s genau: Die junge und ambitionierte Datenwissenschafterin Frances (Mikey Madison) arbeitet 2019 bei Facebook. Sie glaubt an die Idee, Menschen miteinander zu verbinden. Doch als sie tiefer in die internen Daten des Konzerns eindringt, wachsen ihre Zweifel. Ihr Arbeitgeber weiß genau, dass wütende und extreme Inhalte Aufmerksamkeit und damit genau das Engagement erzeugen, von dem Facebooks Geschäftsmodell lebt – und diese Algorithmen werden intern nachgeschärft. Die Verbreitung von Polarisierung und Extremismus wird auch in Frances’ Freundeskreis spürbar. Als ihre Versuche scheitern, intern Verbesserungen zu erreichen, wird aus der Technikerin eine heim- liche Whistleblowerin. Sie kontaktiert den erstmal skeptischen Wall Street Journal-Journalisten Jeff Horwitz (Jeremy Allen White, bekannt aus „The Bear“). Gemeinsam versuchen sie, den zunehmend radikalisierenden Datenkraken Facebook in die Schranken zu weisen …
Trailer
Rezension: Unsere Kritik zum Film
Nicht mehr Jesse Eisenberg spielt Marc Zuckerberg in der Quasi-Fortsetzung von „The Social Network“, sondern der hundertprozentige Method-Actor Jeremy Strong. Der kam schon als Zuckerberg ans Set und verhielt sich auch in Drehpausen so, als wäre er tatsächlich der feindselige Facebook-Gründer, was seine Mitspielenden immer wieder in unangenehme Situationen brachte. Sorkin fand das richtig und wichtig. Ihm ging es nicht darum, dass seine Figuren realen Vorbildern äußerlich ähnlich sehen – sie sollten unbedingt ihrem inneren Wesen entsprechen. Dass David Fincher den Facebook-Nachschlag ausließ und seinem Freund Sorkin zur Gänze überließ, lag nicht an Zweifeln an diesem Stoff. Fincher hat (noch) einen Exklusiv-Vertrag mit Netflix und war mit seinem Cliff-Booth-Film überbeschäftigt. Sorkin wiederum wollte den Film unbedingt fürs Kino, noch dazu vor den US-Midterm-Wahlen im November. Fincher durfte das Drehbuch als Erster lesen und war sehr angetan und unterstützend. Sein einziger Rat an Aaron Sorkin: Aufpassen, dass Du in Deiner Bewertung nicht zu moralisch wirst!
