Supergirl

Beschreibung

Elektra, Catwoman und Supergirl: Sie alle würden zeigen, dass Superheldinnen-Filme kommerziell einfach nicht funktionieren. Das schrieb Marvel-CEO Ike Perlmutter 2014 in einer geleakten Email an Sony-CEO Michael Lynton. Was er jedoch - wohl bewusst - ignorierte: Diese Filme wurden so schlecht aufgenommen, weil sie so schlecht gemacht wurden. Von Personen, die anscheinend nicht wussten, wie man Frauen schreibt, ohne dass es um kitschige Lovestorys, Make-up oder Mutterinstinkte ging.

Drei Jahre später bewies der erste „Wonder Woman“-Film, dass man durchaus erfolgreiche Frauenheldinnen haben kann. „Captain Marvel“, „Black Widow“ und Shuri in „Black Panther: Wakanda Forever“ legten hier nochmals nach. Nun soll „Supergirl“ es nach dem bis heute katastrophal rezipierten Abenteuer von 1984 (mit Helen Slater in der Titelrolle) also erneut im Alleingang versuchen. Keine einfache Aufgabe. Schon 2012 wies die YouTuberin Lindsay Ellis darauf hin, dass Supergirl alias Kara Zor-El an dem Problem litt, nie eine klare Identität gehabt zu haben. Superman sei der „große blaue Pfadfinder", Wonder Woman die Kriegerin, Batgirl die kluge Tochter des Commissioners. Supergirl war einfach immer nur „super und eine Frau". Dutzende Herkünfte, Kostüme und Kontinuitäten entstanden über die Jahre. Keine davon hat sich durchgesetzt.

Die Schöpfer des neuen DC-Universums, James Gunn und Peter Safran, beziehen ihre „Supergirl“-Hintergrundgeschichte aus der 2021 bis 2022 entstandenen achtteiligen Comicreihe „Supergirl: Woman of Tomorrow“ von Tom King mit Artwork von Bilquis Evely. In dieser findet Kara Zor-El keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Bis ein außerirdisches Mädchen sie aufsucht, um Rache an denen zu nehmen, die ihre Welt zerstört haben. Gemeinsam mit Karas Hund Krypta brechen die Frauen ins All auf, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen …

Rezension: Unsere Kritik zum Film

King und Evely erzählen dabei eine Geschichte über Verlust, Trauer und Wachstum und differenzieren Kara so deutlich von ihrem besser integrierten Cousin. Die Hauptrolle als Kara übernimmt die Australierin Milly Alcock, bekannt als junge Rhaenyra in der ersten „House of the Dragon“-Staffel. Eve Ridley gibt das rachsüchtige Alien-Mädchen Ruthye, Jason Momoa wandelt sich vom „Aquaman“ zum intergalaktischen Kopfgeldjäger Lobo, und Matthias Schoenaerts gibt den unter Maske und Make-up verschwindenden Bösewicht Krem of the Yellow Hills. Ebenfalls mit dabei ist David Corenswet als Superman. Die Chemie zwischen Supergirl und dem Mädchen Ruthye passt. Vor allem aber die Flashbacks, die die wahre Ursprungsgeschichte unserer Heldin erzählen – und uns offenbaren, warum sie eigentlich so verkorkst ist, sind superb. Sie bilden den emotionalen Kern des Films. Der Bösewicht des Films bleibt blass, dafür gefällt Jason Momoa als DC-Kultfigur Lobo, eine Art Hard-Rock-Söldner mit Vampirgebiss. Kein großer Wurf, aber okay!

Kinoprogramm

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