Steckerlfischfiasko

Beschreibung

Jetzt war ein paar Jahr‘ lang fast so was wie eine Ruh‘ in Niederkaltenkirchen – und auf einmal ist an allen Ecken und Enden wieder ein Wirbel. Der Eberhofer Franz (Sebastian Bezzel), der wahrscheinlich jämmerlichste, aber sympathischste Polizist in ganz Niederbayern, hat daheim mächtig Ärger mit seiner reschen Susi (Lisa Maria Potthoff), weil die erstens nicht will, dass der Franz das neue Eigenheim auch nach seiner Vorstellung nutzt. Vor allem aber ist die Susi so eingespannt in den lokalen Wahlkampf ums Bürgermeisteramt, dass sie extrem angespannt ist. Und dass der Eberhofer unfreiwillig unlösbare Aufgaben als Wahlhelfer und Papa ausfasst, trägt auch nicht zur Entspannung bei. Dazu kommt eine neue ungarische Haushaltshilfe (Lara Mandoki), die den Haushalt von Bruder Leopold (Gerhard Wittmann) und Papa Eberhofer (Eisi Gulp) durcheinanderbringt, weil Oma Eberhofer (Enzi Fuchs) in eine Seniorenresidenz übersiedeln musste. Oberspezi Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) versucht gerade, die Welt durch radikalen Verzicht besser zu machen. Weil er dabei aber Wasser spart und auf Körperpflege verzichtet, ist jede Begegnung mit ihm eine olfaktorische Herausforderung und eine Qual für die Nase. Aber das alles muss in den Hintergrund treten, als sich der seit Jahren tobende Streit zwischen zwei radikal unterschiedlichen Familien, die beide groß im Steckerlfischgeschäft auf Jahrmärkten und daher erbitterte Konkurrenten sind, immer weiter eskaliert – und plötzlich ein honoriges Mitglied dieser Steckerlfischbrater tot auf den Fliesen liegt.

Rezension: Unsere Kritik zum Film

Zum bereits zehnten Mal ist das fiktive Niederkaltenkirchen mit seinem berühmten Kreisverkehr Schauplatz eines Mordfalls für Franz Eberhofer. 2013 mit "Dampfnudelblues" begonnen, wuchsen sich die bisherigen neun Filme nach den Krimis von Rita Falk quasi im Jahrestakt vom regionalen Überraschungshit zu einer mächtigen Säule des deutschen Unterhaltungskinos mit weit über zehn Millionen Besuchern aus; die gegenseitige Befeuerung zwischen Film und Romanvorlagen funktionierte perfekt. Produzentin Kerstin Schmidbauer setzte auf Beständigkeit bei der Besetzung, Wiedererkennbarkeit, bayerischen Humor und in allen Filmen auf die Handschrift von Regisseur Ed Herzog. Auch im 10. Teil zeigen sich die vom Publikum so gemochten Figuren in skurriler Hochform, der Fall selbst tritt natürlich über weite Strecken diskret in den Hintergrund, um einem Phänomen Raum zu geben, dass Ed Herzog und seine Drehbuchautoren wirklich gut beherrschen. Nämlich allen Figuren, die da Niederkaltenkirchen und Umgebung in großer Zahl unsicher machen, so viel Raum zu geben, dass jede und jeder verstanden wird und zumindest einmal so richtig glänzen kann. Keine Komödie der lauten Lacher, sondern man grinst und kichert 100 Minuten lang vor sich hin. Immer wieder wird man eingeholt von emotionalen Momenten, weil trotz aller Schrulligkeiten die leise Melancholie von Rückzug und Vergehen, die durch alle Eberhofer-Krimis weht, auch diesmal ausgiebig in ihr Recht tritt. Dazu gehört auch, dass man nach 13 Jahren Figuren und Darstellenden ansieht, wie sie tatsächlich alt und älter werden. Aber ein, zwei gute Filme sollten sich noch ausgehen!

Kinoprogramm

Keine Vorstellungen im gewählten Zeitraum.