Beschreibung
Der schüchterne Bear ist schon lange heimlich in seine Freundin Nikki verliebt, traut sich aber nicht, ihr seine Gefühle zu gestehen. Aus Verzweiflung benutzt er eines Tages einen mysteriösen Wunschgegenstand, – und wünscht sich, dass Nikki ihn über alles liebt. Und siehe da: Der Wunsch scheint prompt in Erfüllung zu gehen. Doch ihre Liebe entwickelt sich zu einer gefährlichen Besessenheit, die immer mehr außer Kontrolle gerät. Und schließlich gerät Bears Wunsch für beide zum Albtraum …
Rezension: Unsere Kritik zum Film
Was zunächst wie die Erfüllung einer Fantasie aussieht, wird immer erdrückender: Nikki ist plötzlich nicht mehr einfach verliebt, Bear wird zum Mittelpunkt ihrer Existenz. Und schon bald hinterlässt ihre Besessenheit eine blutige Spur. Das Bittere daran: Je weiter die Geschichte eskaliert, desto weniger wirkt Nikki wie ein Monster und desto mehr wie eine Gefangene. Immer wieder hat man das Gefühl, dass die „echte" Nikki alles mitbekommt, aber die Kontrolle über ihren eigenen Körper verloren hat. Als würde irgendwo tief in ihr jemand verzweifelt gegen all das ankämpfen. Vielleicht sind ihre schlimmsten Szenen deshalb gar nicht die blutigsten, sondern jene Momente, in denen sie einfach nur dasteht, lächelt oder regungslos weint. Gerade darin zeigt sich auch, warum Inde Navarrette die große Entdeckung des Films ist: Mit kleinen Gesten und Blicken vermittelt sie mehr Emotionen als manch großer Monolog. Man fürchtet sich vor Nikki und leidet gleichzeitig mit ihr.
Je länger „Obsession“ dauert, desto mehr entpuppt sich der Film als bitterböse Zuspitzung männlicher Einsamkeit (Stichwort: Male Loneliness Epidemie). Nicht Nikki wird zur titelgebenden Besessenen, sondern der nette, schüchterne Bear ist es selbst. Vieles hätte sich mit Sicherheit verhindern lassen, wenn er den Mut gehabt hätte, einfach auszusprechen, was er fühlt. Gerade deshalb trifft „Obsession“ wohl auch bei der Gen Z einen Nerv. Denn lieber zu hoffen als offen zu reden, kennen viele. Was wäre wenn? „Obsession“ ist kein Meisterwerk, aber die Gedanken, die nach dem Abspann bleiben, beschäftigen einen länger als viele perfekt konstruierte Schocker. Und am Ende bleibt vor allem eine Erkenntnis: Manche Wünsche sollten besser einfach Wünsche bleiben.
