Mord im Orient Express

Mord im Orient Express

Beschreibung

Die Story von „Mord im Orient Express“ hebt im Jerusalem des Jahres 1934 an. Nachdem er dank messerscharfer Schlussfolgerungen einen folgenschweren Zwist zwischen den Vertretern dreier Weltreligionen beigelegt hat, wird der Meisterdetektiv Hercule Poirot für einen neuen Fall nach London bestellt.

In Istanbul verschafft ihm sein alter Freund Bouc (Tom Bateman), der für die Eisenbahngesellschaft arbeitet, ein Abteil im eigentlich ausgebuchten Orient-Express nach Calais. An Bord trifft der Belgier auf eine bunt gemischte internationale Gruppe Mitreisender: den ebenso halbseidenen wie charismatischen Geschäftsmann Edward Ratchett (Johnny Depp) samt Assistent Hector MacQueen (Josh Gad) und Butler Masterman (Derek Jacobi), Prinzessin Dragomiroff (Judi Dench) mit ihrer Zofe Hildegard Schmidt (Olivia Colman), die Witwe Caroline Hubbard (Michelle Pfeiffer), die offenbar verzweifelt einen neuen Lebenspartner sucht, den österreichischen Professor Gerhard Hartmann (Willem Dafoe), die verhärmte Missionarin Pilar Estravados (Penélope Cruz), den afroamerikanischen Arzt Dr. Arbuthnot (Leslie Odom Jr.), den Autohändler Marquez (Manuel Garcia-Rulfo), die Gouvernante Mary Debenham (Daisy Ridley) sowie den Grafen Andrenyi (Sergei Polunin) und seine Frau (Lucy Boynton).

Ratchett, der sich bedroht fühlt, versucht vergeblich, Poirot als Leibwächter anzuheuern. Als der Zug wenig später am Balkan wegen einer Lawine entgleist, wird Ratchett erstochen in seinem Abteil aufgefunden. Und Poirot soll den Mörder entlarven, bevor der Orient-Express seine Fahrt fortsetzt.

So gerät die Zugfahrt durch Europa zu einem fesselnden Kriminalrätsel …

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Rezension: Unsere Kritik zum Film

Die britische Schriftstellerin Dame Agatha Mary Clarissa Christie (1890-1976), geborene Agatha Mary Clarissa Miller, schrieb im Laufe ihres Lebens 66 Kriminalromane, zudem Kurzgeschichten und Bühnenstücke. Übliche Schätzungen gehen von einer verkauften Gesamtauflage von über zwei Milliarden Büchern weltweit aus, womit sie zu den erfolgreichsten Autorinnen der Literaturgeschichte zählt. Zu den mit Abstand berühmtesten Schöpfungen der „Queen of Crime“ gehören der exzentrische belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot sowie die kultiviert-schrullige Dame Miss Marple, die seit Jahrzehnten immer wieder gern gesehene Protagonisten in Kino- und TV-Adaptionen sind.

„Mord im Orient Express“, der 14. Kriminalroman von Agatha Christie, zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Werken der britischen Autorin – und wurde bereits viermal verfilmt. Regisseur Sidney Lumets („Die 12 Geschworenen“) starbesetzte Erstadaption aus dem Jahre 1974 mit Albert Finney (1936-2019; u. a. oscarnominiert als „Bester Hauptdarsteller“) in der Rolle des Detektivs Hercule Poirot gilt als beste und bekannteste – auch die Poirot-Darstellung durch Sir Peter Ustinov (1921-2004) ist unvergessen.

Für das zeitgemäße Remake fand Regielegende und Produzent Sir Ridley Scott („Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“) in Michael Green („Logan“, „Blade Runner 2049“), einem langjährigen Agatha-Christie-Fan, den idealen Drehbuchautor, der sich voller Eifer in die Arbeit stürzte. Das daraus resultierende Skript weckte schließlich das Interesse des britischen Schauspielers und Regisseurs Kenneth Branagh („Kommissar Wallander“, „Dunkirk“), der neben der Regie auch gleich die Rolle des Meisterdetektivs Hercule Poirot übernahm.

Branagh inszeniert die klassische Geschichte vom „Mord im Orient Express“ in seiner Fassung des Jahres 2017 routiniert, mit viel Eleganz und einem feinen Starensemble (Penélope Cruz, Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Josh Gad, Derek Jacobi, Michelle Pfeiffer, Olivia Colman, Daisy Ridley) – und macht nicht viel falsch. Im Gegenteil.

Das Problem liegt darin, dass die meisten mit der berühmten Geschichte längst vertraut sind. So bietet die Auflösung kaum noch Überraschungen. Bleibt die Frage: Wozu das Remake? Branaghs Neuadaption ist zwar sehenswert-stilvolles Hollywood-Starkino, Sidney Lumets superbe Adaption von 1974 toppt sie aber nicht.

Dennoch spielte „Mord im Orient Express“ (2017) weltweit beachtliche 352,8 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein (bei einem Budget von 55 Mio. USD, wovon ein Großteil vermutlich für die Gagen der Stars draufging) und bekam im Jahr 2022 eine nicht minder hochkarätige Fortsetzung spendiert: „Tod auf dem Nil“ (2022) wartet u. a. mit Gal Gadot, Armie Hammer, Emma Mackey, Tom Bateman, Annette Bening, Letitia Wright und Sophie Okonedo auf, Kenneth Branagh nahm abermals im Regiestuhl Platz und spielte die Hauptrolle als Schnüffler Hercule Poirot.

2023 kam mit „A Haunting in Venice“ seine dritte Agatha-Christie-Verfilmung in die Kinos – die auf Christies 60. Kriminalroman „Die Schneewittchen-Party“ (im Original „Halloween Party“) aus dem Jahr 1969 basiert.