Beschreibung
Im Jahr 2054: Washington D. C. ist praktisch frei von Gewalt und Verbrechen, seit Jahren ist hier kein Mord mehr geschehen. Verantwortlich dafür sind die Pre-Cogs, drei genmanipulierte Geschwister, die in einem mit Flüssigkeit gefüllten Becken liegen und im von Drogen herbeigeführten Dämmerzustand von künftigen Morden halluzinieren. Den sogenannten Pre-Crime-Cops unter der Leitung von Cpt. John Anderton (Tom Cruise) ist es dadurch möglich, die Täter festzunehmen, bevor sie zuschlagen. Das System gilt als unfehlbar. Bis die stärkste der Pre-Cogs, Agatha (Samantha Morton), ausgerechnet Visionen von Anderton als Killer hat. Der Cop macht, was jeder in seiner Lage tun würde: Er flieht! Gnadenlos verfolgt von seinem Kollegen, Detective Witwer (Colin Farrell) …
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Rezension: Unsere Kritik zum Film
Dass der philosophische Thrill von „Minority Report“ sowohl Fachpresse als auch Publikum überzeugte (der Actionthriller lukrierte nach acht Wochen 130 Millionen Dollar an den US-Kinokassen), kommt nicht von ungefähr: Die literarische Vorlage zu Spielbergs neuestem Blockbuster lieferte der bereits verstorbene Science-Fiction-Autor Philip K. Dick, dessen Erzählungen auch zu Filmen wie „Blade Runner“ und „Total Recall“ inspirierten.
Doch Spielberg nutzte Dicks Vorlage lediglich als Basis. Und auch der Charakter John Andertons weicht entscheidend von jenem ab, den Spielberg seinem Hauptdarsteller Cruise verpasste. Tom Cruise über seinen Part: „Steven wollte meinen Charakter noch zerrissener darstellen. Ich habe kein Problem mit negativen Emotionen. Es bereitet mir höchstens Schwierigkeiten, einen ganz normalen Menschen zu spielen.“
Dass der Spielberg-Cruise-Coup gelungen ist, gesteht selbst die oft schroff-kritische Branchenbibel Variety ein: „Minority Report“ ist seit Kubricks „Uhrwerk Orange“ der intelligenteste und technisch am perfektesten aufbereitete Science-Fiction-Thriller der Filmgeschichte.“
Ehe am 22. März '01 die erste Klappe für Minority Report fiel - Cruise kassierte für den Hauptpart 25 Millionen Dollar -, gingen dem Projekt monatelange Vorbereitungsarbeiten voran. Im kalifornischen Santa Monica versammelte Spielberg etwa ein mehrköpfiges Team renommierter Fachleute, die ein Bild der Zukunft entwerfen sollten: Forscher, Architekten, Städteplaner und Visionäre - darunter Generation-X-Autor Douglas Coupland und Computerexperte Jaron Lanier, Erfinder des Begriffs "Virtual Reality" - unterzogen sich unter Spielbergs Aufsicht einem mehrtägigen Brainstorming. Mit Erfolg. Bei diesem Kreativ-Gipfel wurde etwa der futuristische Straßenverkehr in Minority Report erdacht: Die spacigen Fahrzeuge bewegen sich sowohl horizontal als auch vertikal über riesengroße Wohnblocks und docken in schwindelerregenden Höhen an Wohnzimmertüren an.
Auch bei der filmisch umgesetzten Vision „Alltag in der Zukunft“ mangelte es nicht an Ideen: Mittels eines speziellen Scannerverfahrens an Ampeln, U-Bahnstationen, Krankenhäusern oder in Shopping-Malls können verdächtige Personen in Minority Report anhand der Iris ihrer Augen indentifiziert werden. Und wer sich beispielsweise zu einem Shopping-Trip in den hippen "Gap"-Laden begibt, wird von einer virtuellen Beauty mit Kleiderangeboten begrüßt.
Tom Cruise über Spielbergs bizarre Zukunftswelt: "Steven wollte, dass sich die Zuschauer mit dieser neuen Welt identifizieren können." Für Hauptdarsteller Cruise hat die Zukunft ohnehin schon längst begonnen: "Schauen Sie sich doch das Internet an. Es ist die größte Sicherheitslücke unserer Privatsphäre. In fünfzig bis hundert Jahren werden wir die kleinsten Details über einen Menschen ausfindig machen können.“ Sein kongenialer Partner Spielberg hat sich auch aus einem simplen Grund dem fesselnden Gedankenspiel um die Zukunft verschrieben. Nach „A. I.“ strebt er nun mit „Minority Report“ das Erbe seines verstorbenen Freundes und unerreichten Kino-Visionärs Stanley Kubrick an.
Spielberg: „Stanley sagte immer: Die Zukunft wird real, noch während wir die Fiktion entwerfen.“








