Minions & Monster

Beschreibung

Eine Führung in einem Hollywood-Museum (mit Exponaten wie Keanu Reeves und E.T.) stößt zum Höhepunkt, mit dem die Besucher aber nichts anfangen können: Hier sind die Minions James und Henry ausgestellt. Die Führerin erzählt, warum die zwei so wichtig sind: Vor vielen, vielen Jahren suchte ein Minions-Volk vergeblich nach einem bösen Boss. Nach Aufenthalten bei fiesen Zyklopen, finsteren Zauberern und sonstigen Tyrannen, die immer fatal enden, weil der künstlerische Außenseiter-Minion James und sein Freund Henry katastrophale Missgeschicke lostreten, landen sie im Hollywood der 1920er. Hier steigen sie versehentlich zu Stars auf, und Henry erkennt sein Lebensziel: Einen Monsterfilm drehen, für den er aber echte Monster zum Leben erwecken muss …

Rezension: Unsere Kritik zum Film

Der mittlerweile dritte Stand-alone-Film über die Minions und ihre Suche nach einem möglichst bösen Boss ist von der ersten Sekunde an eine visuelle, akustische und mit einem Gagfeuerwerk aufgeladene Überwältigungsmaschine, der man sich kaum entziehen kann. Schon die Universal-Pictures-Signation reist durch die Epochen zurück, bis sie in ihrer Version der Zwanzigerjahre angekommen ist. Und dort wird – nachdem die Reise durch die Antike bis ins frühe 20. Jahrhundert geschafft ist – der Fokus auf mehrere Jahrzehnte Hollywood-Highlights gelegt.

Wir entdecken so viele Details aus mehr als 100 Jahren Filmgeschichte, dass man „Minions & Monster“ wahrscheinlich viermal sehen müsste, um alle zu erkennen: von den ersten historischen Bewegtbildern der Filmgeschichte, in die sich die Minions hineindrängen, über Charlie Chaplins Globus-Ballon aus „Der große Diktator“, Harold Lloyd, Buster Keaton bis hin zu George Lucas höchstpersönlich. Die Macher werfen dabei Stummfilm, die ersten Tonproduktionen, die klassischen Universal-Monsterfilme, Humphrey Bogarts Film-noir-Welt und die Science-Fiction-Abenteuer der 50er lustvoll in einen Topf. Dass diese Epochen dabei munter miteinander verschmelzen, sei verziehen – weil das Ergebnis schlicht großartig unterhält. Auch wenn nach rund 60 Minuten ein wenig die Luft draußen ist und sich die Handlung etwas verfranst, findet am Ende alles wieder überzeugend zusammen.

Die Macher erinnern dabei auch daran, warum Film im Englischen Movie heißt: Hier bewegt sich ununterbrochen alles – und zwar in einer animationstechnischen Brillanz, die im französischen Illumination-Studio entstanden ist und einem zeitweise den Mund offen stehen lässt. Als Beispiel sei hier ein durch das Wirken der gelben Chaoten entgleister Zug erwähnt, der zerstörerisch durch die Straßen von Los Angeles rast. Für solche Sequenzen wurden Film und Kino erfunden. Die Kehrseite – und ob sie sich an den Kinokassen bemerkbar macht, wird sich zeigen – ist allerdings, dass Erwachsene an den zahllosen Anspielungen und Parodien vermutlich deutlich mehr Freude haben werden als Kinder. Von Chaplins „Moderne Zeiten“ bis zu Damien Chazelles „Babylon“ steckt der Film voller Referenzen, die an jüngeren Zuschauern naturgemäß vorbeigehen. Die müssen sich mit der Wucht des Minion-Humors begnügen. Aber der sollte mehr als reichen!

Kinoprogramm

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