Jack Ryan: Ghost War

Beschreibung

Am Ende der vierten Staffel der nach ihm benannten Amazon-Prime-Serie hatte der ehemalige CIA-Agent Jack Ryan (Krasinski) mit einem Paukenschlag die korrupten Machenschaften eines US-Senators auffliegen lassen. Zu Beginn des Films "Ghost War" hat er sich aus der Agency zurückgezogen und arbeitet an der Wall Street in New York als Börsenmakler. Doch einen moralisch so feinkalibrierten Agenten, der auch noch so einen messerscharfen Verstand besitzt, den lässt man nicht so einfach ziehen. Das denkt sich auch der Vize-Direktor der CIA, James Greer (Pierce), als er ihn für einen Freundschaftsdienst zurückholen will. Ryan, dessen Adrenalin dann doch eher durch Weltenretten und weniger durch Börsenkurse hochschießt, willigt ein. Vor allem, da er wieder mit seinem alten Vertrauten, dem ehemaligen Agenten und nunmehrigen privaten Auftragnehmer Mike November (Kelly), zusammenarbeiten wird. Was Pierce ihm jedoch verschwiegen hat, ist, dass ihr Kontaktmann Nigel (Hodge) wirklich mehr als nur „ein Typ“ ist. Er ist manchen Figuren im Schatten sogar so ein Dorn im Auge, dass er just bei der Kontaktaufnahme auf einem Boot erschossen wird. Jack und Mike waren jedoch nicht die einzigen Agenten, die bei der Zusammenkunft vor Ort waren. Als sie nach den Schüssen vor den Dubaier Behörden fliehen, machen sie die Bekanntschaft der britischen MI6-Agentin Emma Marlow (Miller), die einen Teil des Puzzles zusammenfügt. Nigel war nicht einfach irgendein Agent. Er war einst Teil einer Undercover-Organisation, genannt Starling, die in den Nachwehen des 11. September gegründet wurde, um außerhalb des Gesetzes Terrorverdächtige auszuforschen und aus dem Verkehr zu ziehen. Als die Methoden der Organisation moralisch zu verwerflich wurden, wurde sie abgedreht. Doch es gibt anscheinend jene, die glauben, dass der Zweck die Mittel heiligt, und die den Geheimdiensten Großbritanniens und der USA einen Denkzettel verpassen wollen. Außgerechnet Greer ist nun derjenige, der weiß, wie man diese dunklen Geister und ihren Krieg aufhalten kann.

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Rezension: Unsere Kritik zum Film

Jack Ryan als CIA-Analyst, der nur im äußersten Notfall zur Waffe greift – diese Figur existiert vermutlich schon seit Ben Afflecks Auftritt in "Der Anschlag" nicht mehr. Die Tom-Clancy-Romanfigur hat sich in den letzten Jahren zunehmend vom Denker und zukünftigen Präsidenten zu einem klassischem Agenten mit zahlreichen Actionsequenzen entwickelt. Auch die Serie mit John Krasinski nahm über vier Staffeln diesen wohl fürs Actiongenre viel dankbareren Weg, was uns nun zu einer Figur führt, die in einem Meer aus James Bonds, Jason Bournes, Ethan Hunts, Tyler Rakes und Xander Cages kaum heraussticht. Einerseits erlaubt die Abweichung von den Clancy-Vorlagen, seine späteren, polemisch-konservativen „Kampfschriften“ wie etwa Red Rabbit zu ignorieren. Andererseits bleibt "Ghost War" eine weichgespülte Ami-Fantasie, dass der einzige Weg, um Frieden auf der Welt zu schaffen, ein „good guy with a gun“, also ein guter Mensch mit einer Waffe, ist. Der Rest ist standardisiertes exotisches Location-Hopping mit viel Tech-Blabla und einigen wilden Schießereien. Ein Actionthriller vom Fließband, der sicher für gute Unterhaltung sorgt, aber kaum eine moralische Diskussion über moderne Terrorbekämpfung anstößt.