Beschreibung
Monster, so zeigt Marie Kreutzers neuer Film, erkennt man nicht immer als solche. Philip (Laurence Rupp) ist Ehemann, Vater, der Mann, mit dem Lucy (Léa Seydoux) seit vielen Jahren ihr Leben teilt und den sie zu kennen glaubt. Bis die Polizei gegen ihn wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kindermissbrauchsdarstellungen ermittelt. Von einem Moment auf den anderen steht ein ganzes Leben unter Verdacht: Lucy muss plötzlich alles infrage stellen, was sie über ihren Mann zu wissen glaubte.
Rezension: Unsere Kritik zum Film
Léa Seydoux und Laurence Rupp spielen dieses Wechselspiel aus Vertrauen und Zweifel so überzeugend, dass es einem beim Zuschauen zeitweise selbst so geht. Der sprachliche Wechsel zwischen Deutsch, Französisch und Englisch verstärkt dabei Lucys Isolation. Parallel folgt der Film der Ermittlerin Elsa – mit beeindruckender Zurückhaltung verkörpert von Jella Haase –, die damit konfrontiert ist, dass ihr Vater gegenüber seiner Pflegerin übergriffig wird.
Die Monster selbst stellt Marie Kreutzer in ihrem Film nie ins Zentrum, sondern jene, die mit den Folgen ihres Handelns leben müssen. Zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und gesellschaftlichen Themen nimmt sich der Streifen mitunter viel vor, entwickelt aber eine starke Sogwirkung. Ein in jeder Hinsicht intensives, großartig dargebotenes Werk, das einen so schnell nicht loslässt.
