Beschreibung
Draußen am Land, da herrschen noch Idylle und Frieden. Dort werden die modernen Gesellschaftskonflikte, die „Diversitäts-Experimente“ und generell der Hass der Menschen aufeinander einfach noch nicht gelebt. So sieht es zumindest Heribert (Hape Kerkeling). Das Zentrum dieser Friedlichkeit ist ein Tennisclub im Berliner Umland, wo er auch der Vorsitzende ist. Doch moderne Streitigkeiten klopfen just an die Tür, als Heribert die Generalversammlung des Clubs beenden will. Ein Punkt steht noch auf der Tagesordnung: dieAnschaffung eines neuen Grills. Sein Stellvertreter Matthias (Friedrich Mücke) schlägt ein Monsterteil vor, das Hunderte von Bratwürsten schaffen soll. Teurer Protz, aber man ist ja wer, und eigentlich will man gleich mit dem Umtrunk weitermachen. Doch dann meldet sich die Ex-Berlinerin Melanie (Anja Knauer), weiblich, progressiv und in diesen modernen Mustern denkend. Ob man denn nicht einen zweiten Grill für Vereinsmitglied Erol (Fahri Yardim) organisieren könnte. Der Deutschtürke isst kein Schweinefleisch und könne so nicht mitgrillen. Für Matthias ist das ein Affront gegen die etablierte (Mehrheits-)Kultur, Heribert sieht die Notwendigkeit nicht, Melanies Hipster-Partner Torsten (Christoph Maria Herbst) wittert sofort rechtsnationale Tendenzen und Erol selber ist erst peinlich berührt und dann bestürzt, mit wie vielen Vorurteilen er als gebürtiger Deutscher mit Migrationshintergrund noch immer ausgesetzt ist.
Rezension: Unsere Kritik zum Film
Die daraus resultierende hitzige Debatte der sechs auf den Tennisplatz, in der Abstellkammer und auf sonstigen Rasenflächen des Clubs wird zu einem abstrusen Kammerspiel, in dem die Drehbuchautoren Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob geschickt die Pattstellung moderner Debattenkultur auf die Spitze treiben. Der Film mag in der deutschen Provinz spielen, vieles lässt sich aber 1:1 auf die Österreichische übertragen. Ungleich anderer deutscher Filme bemüht sich "Extrawurst" weniger um Belehrung, sondern lässt die verbohrten Blickwinkel wiederholt ins Messer laufen. Hier bekommt jeder sein Fett weg, und den Konflikt kann dann wohl nur eine höhere Macht lösen. Ebenso brillant ist die Ausstattung. Hier ist nicht nur der Zeitgeist stecken geblieben, auch der marode Club und die Frisuren der Mitglieder wirken wie ein Wink aus den 70ern und 80ern.









