Beschreibung
Eigentlich könnte es im Mushroom-Kingdom so nett sein: Prinzessin Peach feiert einen nachdenklichen Geburtstag, das Brüderteam Super Mario und Luigi hat bei einer dramatischen Rohrrettungs-Mission einen neuen Freund gefunden: den coolen Dino Yoshi, der über erstaunliche Fähigkeiten verfügt. Erzfeind Bowser ist auch sicher verwahrt – er wurde in eine Mini-Schidkröte verwandelt und denkt erstaunlich reflektiert über die eigenen Fehler nach. Aber keiner hat mit Bowser Jr. gerechnet, den zwar deutlich kleineren, aber umso ehrgeizigeren Junior der ehemals feindlichen XL- Schildkröte. Animiert von einst gut gemeinten, aber moralisch höchst fragwürdigen Universumseroberungs-Gutenachtgeschichten, die ihm Papa Bowser einst vorgespielt hat, erschuf Jr. eine zerstörerische Heimat wie aus den feuchten Träumen der Mannosphäre. Und er hat Prinzessin Rosalina, die Hüterin der Universen, entführt. Jetzt will er als Krönung seinen Papa befreien, alles demolieren und gemeinsam mit dem Senior eine neue, entsprechend wilde Welt schaffen, in denen beide herrschen. Prinzessin Peach, Mario, Luigi und Yoshi müssen unbedingt Rosalina finden, um das zu verhindern. Ihr Weg, der sich bald unfreiwillig trennt, führt sie durch die schrägsten Welten, wo sie viele bekannte Figuren des Super-Mario-Universums treffen und bestehen müssen …
Rezension: Unsere Kritik zum Film
Als 2023 das erste Super-Mario-Movie rauskam, jubelten die Fans zwar, aber sie merkten auch an, dass ihnen wichtige Figuren der Super-Mario-Spielwelt fehlten. Das liefern die Macher aus dem Haus Illumination nun nach, und anders als im ersten Film gibt es keine Bezüge zur realen Welt der Super Mario Brothers mehr. Das hat einerseits den Vorteil, von Minute eins weg im irren Game-Universum zu sein: Selten zuvor wurde in einem Film die amerikanische Übersetzung „Movie“ so konsequent durchgezogen. Andauernd bewegt sich alles, es gibt keinen Moment Stillstand. Das hat aber andererseits den Nachteil, dass sich die Sinne niemals ausruhen können. Die Augen können sich von den irre animierten und vor immer neuen Details überquellenden Welten nicht abwenden, der Kopf wird dadurch auf einer Ebene gefordert, die selten ist. Ein visueller Zuckerrausch, der jüngere Kinder vielleicht erst hibbelig und dann müde machen könnte – oder auch manche Erwachsene. Vor allem die erste Stunde ist da gnadenlos, ehe sich die Regisseure Aaron Horvath und Michael Jelenic daran erinnern, dass in diesem Feuerwerk an visueller Überwältigung und ein paar netten Gags auch Platz sein sollte für Emotionen, die zum Finale geliefert werden.
Kommt man zum Nachdenken, erkennt man auch die Botschaften, die ganz okay sind, aber sehr zeitgeistig: Die starken Figuren sind hier eindeutig die Frauen; die Jungs sind im besseren Fall drollig und bemüht (so wie Mario und Luigi), aber ansonsten eher zerstörerisch und toxisch. Das trübt das prinzipielle Vergnügen aber nicht wirklich, man muss sich nur auf den Sprung in diese großartig präsentierte Gamewelt einlassen.
