Beschreibung
Welcher Vollidiot hat schon wieder sein Auto auf dem Behindertenparkplatz abgestellt? Das ist nur eines der kleinen Probleme, die Polly (Mala Emde) und Mona (Jasmin Schwiers) kurz vor der Abreise mit ihrer Truppe nerven. Sie sind Sozialarbeiterinnen und wollen mit ihrer Gruppe von Beeinträchtigten in die Berge fahren. Bevor es in den Bus geht, muss die chaotische Reisegesellschaft – einer ist zuerst als Kleopatra, danach als Supergirl verkleidet; eine andere hat unerlaubterweise zig Koffer mit; wieder ein anderer spielt mitten auf der Straße Fußball – zusammengehalten und das falsch geparkte Auto abgeschleppt werden. Zudem fehlt noch ein Kurzurlauber, er ist spät dran. Zur selben Zeit, nicht weit von dieser Aufbruchsstimmung entfernt, rauben gerade Karlo (Florian Lukas) und sein Sohn Alex (Max von der Groeben) einen Juwelier aus. Das mittlerweile abgeschleppte Auto des „Vollidioten“ ist der Fluchtwagen der beiden. Jetzt schauen Karlo und Alex blöd aus: Rechts und links laufen Polizisten herum, und sie können nicht abhauen! Weil aber noch ein Beeinträchtigter fehlt, glaubt Polly, dass Alex derjenige ist. Sein Vater packt die Gelegenheit beim Schopf – und schon sitzt das Gaunerduo im Bus …
Trailer
Rezension: Unsere Kritik zum Film
Vor zwei Jahren erschien in Frankreich der Film „Un p’tit truc en plus“ und wurde dort zum Superhit. Über zehn Mio. Leute gaben sich den Spaß, die Rechte wurden mehrfach ans Ausland verkauft, u. a. nach Spanien, wo im Juli das Remake namens Haciendo amigos erschien, und eben nach Deutschland. Wer das Original gesehen hat, muss für Das gewisse Etwas nicht ins Kino: Zum überwiegenden Teil sind die Szenen 1:1 übernommen worden, so dass man sich fragt, ob Victor Artus Solaro, der Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller des Originals, im Vertrag hat festschreiben lassen, dass die Remakes genau wie sein Film auszusehen haben. Da in Österreich aber nur knapp 20.000 Leute „Was ist schon normal?“ – so der deutsche Titel des 2024-Streifens – gesehen haben, muss man nicht davon ausgehen, dass die Kinos hier leer bleiben. Natürlich kann man die Frage stellen, welchen Sinn 1:1-Remakes haben, andererseits macht das Disney mit seinen Animations- und Realversionen ja auch dauernd.
Fakt ist, dass die deutsche Version genauso gut funktioniert. Max von der Groeben, berühmt geworden als „Danger“ in der Fack ju Göhte-Reihe, kommt als Gauner sehr sympathisch rüber, so wie man auch Mala Emde und Jasmin Schwiers als Betreuerinnen gern zuschaut. Florian Lukas gibt den grantelnden Papa, der mit den „Spastis“ nichts anfangen kann, auch überzeugend. Die Schauspieler und Schauspielerinnen mit Beeinträchtigungen sind sowieso top gecastet, sie werfen sich mit viel Verve in ihre Rollen. Man glaubt es sofort, wenn von der Groeben im Interview (siehe Kasten links) erzählt, wie emotional die Dreharbeiten waren. Natürlich kann man auch Sachen bekritteln: Die Lovestory zwischen Alex und Betreuerin Polly erscheint unglaubwürdig, ihr Ausgang behauptet und nicht nachvollziehbar. Und es bleibt der Beigeschmack, dass hier nichts Neues im Vergleich zum Original (derzeit gratis auf Amazon Prime) gewagt wurde. Sonst aber ist Das gewisse Etwas ein total warmherziger, amüsanter Film geworden.
