Planet der Affen: Revolution

Planet der Affen: Revolution

Beschreibung

Dass in „Planet der Affen: Revolution“ (2014) animierte Primaten die Hauptdarsteller sind, wird schon zu Beginn klar. Zehn Minuten dauert es, bis der erste Mensch auf den Plan tritt, davor bietet die Intro-Sequenz Einblicke in das harmonische Leben der Affen-Kolonie unter Leitung von Chefschimpanse Caesar (gespielt von Motion-Capture-Profi Andy Serkis; v. a. bekannt als Gollum aus den „Herr der Ringe“-Filmen). Der war am Ende des Vorgängers „Planet der Affen: Prevolution“ (2011) mit seiner Affenbande in die Wälder nahe San Franciscos geflüchtet – dank eines von Menschenhand hergestellten, wirkungslosen Alzheimer-Medikaments genmanipuliert und mit unheimlicher Intelligenz ausgestattet.

So nebenbei sorgte (das von Caesars menschlichem „Herrchen“ kreierte) „ALZ-112“-Präparat bzw. die Affengrippe dafür, dass die Menschheit fast ausradiert wurde, wie der Vorspann erläutert. Die Handlung von „Planet der Affen: Revolution“ setzt zehn Jahre nach den Ereignissen von „Planet der Affen: Prevolution“ ein und nimmt nach dem ruhigen Prolog Fahrt auf.

Ein paar Menschen stoßen bei einer Erkundungstour auf zwei Schimpansen, eines der Tiere wird von Hitzkopf Carver (Kirk Acevedo) abgeknallt. Dass es nicht zum Kampf kommt, ist dem besonnenen Auftreten von Malcolm (Jason Clarke) und Caesar zu verdanken, der eine Konfrontation tunlichst verhindern möchte. Sein eindringliches „Geht!“ soll den Menschen verdeutlichen, dass weitere Treffen nicht erwünscht sind, schockiert die Eindringlinge aber zunächst.

Affen, die sprechen können? Das gibt’s doch nicht! Weil man zwecks Stromgewinnung ein Kraftwerk im Affengebiet reaktivieren will, ist weiterer Kontakt freilich programmiert, und Malcolm gelingt es tatsächlich, so etwas wie eine Vertrauensbasis zu Caesar aufzubauen. Allerdings gibt es sowohl Affen als auch Menschen, die nichts von einer friedlichen Koexistenz halten.

Schimpanse Koba (das Narbengesicht aus dem Vorgängerfilm) etwa hat nicht vergessen, wie übel man ihm in menschlichen Labors mitspielte. Und Dreyfus (Gary Oldman), der in der Menschen-Kolonie im verwilderten San Francisco den Ton angibt, würde auch lieber zu den Waffen greifen …

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Rezension: Unsere Kritik zum Film

„Planet der Affen: Revolution“ (2014; Originaltitel: „Dawn of the Planet of the Apes“) ist der zweite Teil der „Planet der Affen“-Reboot-Reihe und basiert auf Pierre Boulles Roman „Der Planet der Affen“ (1963) bzw. der Original-Filmreihe mit Charlton Heston (1968–1973).

Obwohl „Planet der Affen: Prevolution“ drei Jahre zuvor ein großer Erfolg war (globales Einspielergebnis an den Kinokassen 481,8 Millionen US-Dollar) führte bei der hier vorligenden Fortsetzung nicht wieder Rupert Wyatt Regie, sondern Filmemacher Matt Reeves – der 2008 mit dem Found-Footage-Thriller „Cloverfield“ den Durchbruch schaffte.

Mit „Planet der Affen: Revolution“ zeigte der damals 48-Jährige, dass er auch eine Großproduktion (Budget: 170 Mio. USD) stemmen kann. Sein Sequel ist stimmiger und runder als der Vorgänger, mixt gekonnt betont ruhige (familiäre) Szenen mit effektvoller Action, die erfreulicherweise wohldosiert zum Einsatz kommt.

Was das zweistündige Werk in erster Linie sehenswert macht, sind aber die grandios animierten Affen, denen wie bei „Planet der Affen: Prevolution“ durch das Motion-Capture-Verfahren Leben eingehaucht wird. Erstaunlich, was sich auf diesem Gebiet in den letzten Jahren getan hat! Bewegungen und Gesichtsausdrücke der Affen-Darsteller um MoCap-Profi Andy Serkis können mittlerweile so exakt auf die Computer-Primaten übertragen werden, dass man glatt deren Herkunft vergessen möchte. Besonders bei Close-ups kommt die perfektionierte Technik voll zum Tragen. Da ist jede Falte zu sehen, jedes Härchen, jede kleinste Regung. Kein Wunder, dass wir mit Caesar mitleiden, wenn seine Begleiterin nach der Geburt seines Sohnes schwer erkrankt.

Wenn es an „Planet der Affen: Revolution“ etwas zu bekritteln gibt, dann sind es die menschlichen Figuren: Jason Clarke („Zero Dark Thirty“, „Terminator: Genisys“) bleibt ebenso blass wie Schauspielprofi Gary Oldman, dem eine Ballerorgie und eine Träneneinlage vorbehalten bleiben, oder Keri Russell („Felicity“, „The Americans“). In summe aber ein verkraftbares Manko.

Am Box-Office schlug „Planet der Affen: Revolution“ (2014) ein wie eine Bombe und spiele weltweit an den Kinokassen 710,6 Millionen US-Dollar ein! Gut so, immerhin wurde die „Planet der Affen“-Reboot-Reihe weitere drei Jahre später mit „Planet der Affen: Survival“ (2017; Regie wieder Matt Reeves) fortgeführt.