Eva Padberg: „Alles, was ich mache, hat den Ursprung im Modeln“

Eva Padberg: „Alles, was ich mache, hat den Ursprung im Modeln“

TV-MEDIA traf die ‚Austria’s Next Topmodel‘-Gastjurorin zum Interview.

Interview mit Eva Padberg, Model, Musikerin, Schauspielerin und Designerin

TV-MEDIA: Sie haben schon Castingshow-Erfahrung. Wie sieht Ihr Job bei der österreichischen Topmodel-Variante aus?
Eva Padberg: Als Gastjurorin bin ich in der dankbaren Position, keine wichtige Entscheidung treffen zu müssen – das machen die echten Coaches. Ich habe die sechs Teilnehmer, die noch im Spiel sind, ein bisschen gecoacht und ihnen Tipps gegeben, was man im Modelberuf tun kann, um seine Situation etwas zu begünstigen. Für mich ist das eine sehr schöne Erfahrung, weil viele noch ganz jung und neu in dem Business sind und man trotzdem schon sieht, wie viel Energie und Leidenschaft da dahintersteckt.

TV-MEDIA: Kommt da auch die Erinnerung zurück, wie es bei Ihnen selber am Anfang war?
Eva Padberg: Ja, klar vergleicht man, wobei ich nicht bei einer Castingshow mitgemacht habe, sondern über die Bravo-Girl-&-Boy-Wahl meinen Einstieg in die Branche gefunden habe. Das war damals alles ein bisschen anders, weil der Beruf Model im Fernsehen noch kein großes Thema war. Vieles fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ich will nicht sagen hinter verschlossenen Türen, aber es war nicht annähernd so populär, wie das heute im Fernsehen ist. Dafür bin ich eigentlich auch ganz dankbar, weil man seinen Weg erst einmal ein bisschen für sich alleine gehen konnte, ohne dass einem die anderen dabei zuschauen. Ich habe diese Zeit damals sehr genossen, mir hat das großen Spaß gemacht, bei so einem Wettbewerb mitzumachen und das erste Fotoshooting mitzuerleben, so etwas kannte ich noch nicht.

TV-MEDIA: Hätte es damals schon eine Model-Castingshow gegeben, wäre das was für Sie gewesen?
Eva Padberg: Ich hätte es mir schon sehr gerne angeschaut im Fernsehen mit 15, 16. Ich weiß, das Erste, was es damals so gab im TV, war ,The Face‘. Das war ein Wettbewerb, der nach der Wende übertragen wurde, und ich fand das alles sehr faszinierend. Deshalb ist es sehr gut möglich, dass auch ich mich irgendwann einmal bei einer Castingshow beworben hätte. Ich bin aber, ehrlich gesagt, auch ganz froh, dass es anders gekommen ist und ich den klassischen Weg gegangen bin.

TV-MEDIA: Und mit welchen Gefühlen schauen Sie jetzt solche Shows?
Eva Padberg: Ich sehe es in erster Linie als Unterhaltungsfernsehen. Diverse Aspekte der Branche werden so gezeigt, wie sie sind, aber es ist natürlich alles sehr komprimiert und fürs Fernsehen verpackt.
Für die Teilnehmer ist es sicher eine sehr gute Gelegenheit, die Branche auf diese komprimierte Art und Weise kennenzulernen. Sie können sich innerhalb eines kurzen Zeitraumes drüber klar werden: Möchte ich das überhaupt? Als ich angefangen habe, hatte ich gar keine Vorstellung, was genau der Modelberuf mit sich bringt und worauf es ankommt. Welcher Stress dahintersteckt, was Castings sind, was Test-Shootings sind. Das habe ich mir alles in der Anfangszeit erst angeeignet. Da haben die Teilnehmer schon einen Vorteil, weil sie sehr genau wissen, was auf sie zukommt. Manchmal kann es aber auch ein Nachteil sein, da man nicht mehr so natürlich und authentisch an die Sache herangeht.

Video-Interview mit Eva Padberg

TV-MEDIA: Wie stark bestimmt das Modeln heute noch Ihr Leben?
Eva Padberg: Ich glaube, alles, was ich mache, hat den Ursprung im Modeln. Ich bin durch diesen Beruf viel weltoffener geworden, auch kreativer. Ich war zwar schon immer ein kreativer Mensch, aber dieses eigenständige kreative Arbeiten ist bei mir durch den Job noch mehr bestärkt worden. Und ich habe dadurch einen guten Zugang zu anderen Branchen bekommen, habe auch Schauspiel und Moderation gemacht. Und ich mache Musikprojekte mit meinem Mann zusammen – was ich wahrscheinlich auch ohne den Modeljob gemacht hätte. Seit letztem Jahr mache ich eine eigene Interior-Kollektion mit einer Freundin zusammen, die eigentlich Designerin in Berlin ist und die ich über den Modeljob kennengelernt habe. Ich nutze jetzt viele Kontakte aus meiner Modelzeit, um in anderen Branchen weiterzukommen. Wie zum Beispiel Fotografen, die jetzt für meinen Mann und mich die Albumcover shooten oder mit denen wir Videos drehen. Das ergänzt sich alles sehr gut.

TV-MEDIA: Die Möbel kann man auch bei ,Austria’s Next Topmodel‘ sehen …
Eva Padberg: Ja, die Appartements sind ausgestattet mit hoffentlich vielen schönen Teilen aus unserer Kollektion. Ich muss die Kandidaten noch fragen, ob es ihnen überhaupt gefällt (lacht) . Mir macht es jedenfalls sehr viel Spaß, die ganze Interior-Sache, weil das etwas ist, das mich persönlich interessiert und womit ich mich gern beschäftige. Ich merke, dass ich die Bereiche, die mich privat begeistern, durch meine Bekanntheit als Model auch beruflich umsetzen kann. Man braucht ein paar gute Ideen und ein paar gute Kontakte, dann kann man das ganz gut selbst gestalten.

TV-MEDIA: Lassen Sie in Ihre Möbellinie das einfließen, was Sie selbst beim Wohnen mögen?
Eva Padberg: Absolut! Die Idee hinter der Kollektion ist „Mix and Match“, und das ist auch das, was meinen privaten Wohnstil beschreibt. Wir haben zu Hause Sachen vom Flohmarkt, Sachen, die ich von Reisen mitgebracht habe, und es hängt schon auch mal eine Designerlampe von der Decke. Im Großen und Ganzen ist es ein Sammelsurium unseres Lebens, was unsere Reisen und unsere Erfahrungen widerspiegelt. Manche würden es vielleicht ein bisschen chaotisch nennen, ich finde, es ist ein guter Mix. Mir ist wichtig, dass es zu Hause gemütlich ist, dass es schöne Lichtquellen gibt und Kerzen. Überall liegen Kissen rum und Decken. Damit kann man die Wohnung immer mal wieder auffrischen, wenn es einem einmal zu langweilig wird.

Eva Padberg mit ihrem Langzeit-Partner Niklas Worgt, den sie 2006 geheiratet hat

TV-MEDIA: Treffen Sie da auch immer den Geschmack Ihres Mannes?
Eva Padberg: Ich muss sagen, wir haben einen sehr ähnlichen Geschmack, wobei ich eher dazu neige, viel rumstehen zu haben. Da wir aber schon lange zusammen sind und ich weiß, dass er das nicht so mag, kann ich mich da auch einschränken (lacht).

TV-MEDIA: Welchen Stellenwert hat das Musikmachen mittlerweile in Ihrem Leben?
Eva Padberg: Das ist sehr gewachsen in den letzten Jahren. Das aktuelle Album kam im März raus, das davor vor drei Jahren, gerade seit dieser Zeit ist es viel intensiver geworden. Ich nehme mittlerweile auch musikalisch, kreativ mehr Einfluss. Wenn wir ein neues Album machen, dann schreibe ich die Texte, mache die Harmonien für den Gesang und singe die Vocals ein. Das ist irgendwie von alleine gewachsen, ohne dass wir gesagt hätten, wir wollen jetzt bewusst mehr Augenmerk auf die Musik legen. Wir haben beide gemerkt, je mehr wir daran arbeiten und uns darin vertiefen, desto besser wird es und desto mehr sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Es ist immer sehr lohnend, wenn man zusammen im Studio sitzt.

TV-MEDIA: Sie treten auch gemeinsam auf. Macht es Ihnen Spaß, auf der Bühne zu stehen?
Eva Padberg: Das war für mich anfangs noch einmal eine ganz andere Überwindung, weil man, gerade wenn man seine eigene Musik performt, auch etwas mehr von sich persönlich preisgibt, als wenn man für eine Show läuft oder vor einer Kamera und für einen Designer modelt. Da geht es einfach um unser persönliches Produkt, das wir da präsentieren, und wenn man das Gefühl hat, das funktioniert nicht so gut, dann ist vielleicht auch die Ablehnung, die man erfährt, etwas größer. Anfangs habe ich mich auch gefragt, ob ich das wirklich will, mich dieser Kritik aussetzen. Aber wird sind total gerne unterwegs und genießen es – gerade, weil ich früher so viel alleine gereist bin –, durch die Musik zusammen auf Reisen gehen zu können.

TV-MEDIA: Haben Sie den Eindruck, dass viele Leute Sie erkennen oder dass sie nur auf die Musik achten und gar nicht wissen, woher Sie kommen?
Eva Padberg: Das ist eigentlich sehr unterschiedlich, je nachdem wo wir spielen. Wir waren heuer öfters auf Open-Airs und Festivals, wo die Menge der Zuschauer so groß ist, die lesen den Namen „Dapayk und Padberg“ im Line-up neben hundert anderen, da sind wir fast schon anonym. Finde ich auch gut, weil man dann eine ehrlichere Reaktion bekommt. Wir haben tatsächlich einmal überlegt, uns anders zu nennen, damit mein Name gar nicht mehr im Bandnamen vorkommt, dann war uns das aber irgendwie zu kompliziert.

TV-MEDIA: Wie lebt es sich mit einem so bekannten Gesicht in Zeiten von Smartphones und Selfies?
Eva Padberg: Eigentlich ist das bei mir relativ entspannt. Ab und zu will jemand ein Selfie, aber relativ selten. Ich glaube auch, weil einen die Menschen aus dem Fernsehen oder von Bildern kennen, geschminkt und gestylt, ich aber privat nicht so auffällig bin.

Eva Padberg ist UNICEF-Botschafterin

TV-MEDIA: Es gibt eine Handvoll Fernseh- und Kinofilme, bei denen Sie mitgespielt haben. War jemals Thema, mehr in Richtung Schauspielerei zu gehen?
Eva Padberg: Ich hab immer gesagt, mir macht das sehr viel Spaß, aber ich hätte nicht die Zeit oder den Drive gehabt und war nicht bereit dazu, zu sagen, ich stürz mich da jetzt voll rein. Ich finde, gerade die Schauspielerei ist nichts, was man halbherzig machen kann. Da muss man sich engagieren, mit vollem Herzen, und auch dazulernen, eventuell eine Schauspielschule besuchen. Dafür hatte ich immer zu viele unterschiedliche Projekte, an denen ich gearbeitet habe. So habe ich mich über die Gelegenheiten, die mir geboten wurden, sehr gefreut, es aber eher als Spaßprojekt gesehen. Wenn jetzt noch mal was kommt, würde ich definitiv nicht sofort nein sagen, aber das hängt natürlich auch von der Rolle ab.

TV-MEDIA: Sie sind auch als UNICEF-Botschafterin aktiv. Wie viel Zeit wenden Sie dafür auf?
Eva Padberg: Eine Handvoll Termine im Jahr, gerade wenn es um Pressesachen geht, um Kampagnen oder Projekte, die unterstützt werden müssen. Die letzte Reise war im November letzten Jahres nach Erbil im Nordirak. Bei solchen Reisen sammelt man Eindrücke für ein ganzes Leben, auch wenn sie nur ein paar Tage dauern. Begegnungen mit Familien und Kindern, die einem ihre Ängste und Sorgen schildern und was sie schon alles erlebt haben. Das macht einen sehr ehrfürchtig vor dem Leben, und ich hoffe, dass ich so einem großartigen Hilfswerk wie der UNICEF mit meiner Unterstützung helfen kann.

TV-MEDIA: Der Kontrast könnte nicht größer sein zwischen dem Leben in armen, oft kriegsgebeutelten Ländern und dem Glamour der Modelwelt. Erden einen solche Reisen?
Eva Padberg: Auf jeden Fall! Es rückt auch viele vermeintliche Probleme, die man selber hat, in ein anderes Licht.

TV-MEDIA: Haben Sie einen besonderen Bezug zu Wien?
Eva Padberg: Ich war schon viermal beim Life Ball, zuletzt beim goldenen, und das war eigentlich immer ein großer Spaß. Überhaupt geht es, wenn ich nach Wien komme, immer ums Spaßhaben, Musik, tolle Events (lacht). Ich bin mit meinem Mann auch schon einige Male hier aufgetreten, zuletzt in der Pratersauna. Einfach nur eine wunderschöne Stadt, von der ich leider noch viel zu wenig gesehen habe.

TV-MEDIA: Zum Schluss: Sie sind seit über 20 Jahren mit Ihrem Mann zusammen. Gibt's ein Erfolgsrezept?
Eva Padberg: Ich glaube, so etwas gibt es nicht. Es fühlt sich auch nicht so an, als hätten wir was geschafft. Jeder von uns hat seine eigenen Projekte, sein eigenes Leben, aber es wird auch alles miteinander geteilt. Man darf nicht sein eigenes Ego über das des anderen stellen, das ist ganz wichtig. Das funktioniert nicht immer und insofern bin ich sehr dankbar, wenn mein Mann mich manchmal auf den Boden zurückholt. Es ist wirklich Teamwork, wenn man so lange zusammen ist, wir ergänzen uns einfach sehr gut.

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