Gewonnen! Und wie geht es jetzt weiter, Herr Wrabetz?

Nach dem Wahlsieg gilt es, die Wahlversprechen einzuhalten!

Nach dem Wahlsieg gilt es, die Wahlversprechen einzuhalten!

Zum dritten Mal in Folge ist Alexander Wrabetz nun als ORF-Generaldirektor bestätigt worden. Der neue, alte General plant für die kommenden fünf Jahre zahlreiche Änderungen, unter anderem eine Generalreform für ORF eins sowie für die Struktur des ORF selbst. Die Pläne des frischgebackenen Alt-Generals im Detail:

Eine Wahl gewinnen ist das Eine, seine Wahlversprechen einhalten bzw. durchsetzen, das Andere. Dennoch: In den zehn Jahren von Alexander Wrabetz Amtszeit hat der ORF aufgrund der Digitalisierung und eines rasant wachsenden Konkurrenzangebots massiv Marktanteile bei Sehern und im Werbemarkt verloren. Der nun wiedergewählte ORF-Boss muss diesen Trend nun stoppen, um die Position des ORF als Leitmedium im digitalen Zeitalter zu erhalten, so lautet ein wichtiges Vorhaben, nachzulesen in Wrabetz' aktuellen Konzept. Es beinhaltet im Wesentlichen vier Säulen:

1) Der ORF als Social-Media-Haus

Der ORF soll künftig zu einem Social-Media-Haus werden und so die Relevanz bei den jungen Österreichern behalten. Konkret sieht der ORF-General einen ORF-eigenen You Tube-Channel vor, eine deutlich ausgebaute Präsenz auf Facebook & Co bzw. eigene digitale Formate für die Social Media-Plattformen, wie es sie mit der neuen ‚ZiB 100‘ oder ‚m. eins' bereits gibt. Insgesamt sollen die Internet-Aktivitäten der Kern der Digitalstrategie sein. Umsetzen soll sie ein neuer Chief Digital Officer (CDO). Wer das wird, steht derzeit noch nicht fest.

 Das Team von ORF eins bekommt ein neues Infomagazin namens @1

Das Team von ORF eins bekommt ein neues Infomagazin namens @1

2. TV-Programm: Generalreform von ORF eins und neue Formate

Der aktuell mit US-Filmen und -Serien sowie den großen Sportevents programmierte erste TV-Kanal soll neu aufgestellt werden. Aktuell hält er nämlich nur noch bei rund 10 Prozent Marktanteil. Vor allem die Abhängigkeit von amerikanischer TV-Ware könnte dabei deutlich reduziert, der Anteil von österreichischen Eigenproduktionen erhöht werden. Die Neuausrichtung soll vor allem mit Info-Formaten erfolgen und von einer neuen News-Show mit Namen ‚@1‘ getragen werden – ein thematisch breit aufgestelltes, wochentägliches Magazin mit Online-Präsenz.


Genial: Das Online-Satireportal ‚Tagespresse‘ macht eine Comedy im ORF

Abgesehen von der ORF eins-Neupositionierung will Wrabetz mehr von allem: Mehr Comedy, mehr österreichische Serien, mehr Talks – wie er am Tag vor der Wahl beim öffentlichen Hearing auf ORF III verkündete. Konkret sind etwa eine zusammen mit dem Online-Satireportal ‚Tagespresse‘ erarbeitete Comedy, ein Medienmagazin oder ein neues Musikmagazin geplant. Auch die große Show soll nicht zu kurz kommen. Der ORF hängt sich an eine von der EBU geplante europaweite Actionshow mit ehemaligen Sportstars an (‚Eurovision Super Games‘).

‚Tagespresse‘-Satiriker Fritz Jergitsch wird den ORF in Sachen Comedy unter die Arme greifen

‚Tagespresse‘-Satiriker Fritz Jergitsch wird den ORF in Sachen Comedy unter die Arme greifen

Für ORF 2 wiederum sieht Wrabetz ein neues Quizformat namens ‚Zu Gast in Österreich‘ vor. Plus: Außenpolitik-Experte Raimund Löw soll in einem Diskussionsformat geopolitische Fragen erörtern. Für sein Lieblingskind ORF III plant Alexander Wrabetz eine Budgetsteigerung von 13 auf 20 Millionen Euro, unter anderem soll der Info- und Kultursender künftig als Breaking News-Plattform bei aktuellen Anlässen dienen.

Geopolitik-Experte Raimund Löw soll eine eigene Diskussionssendung auf ORF 2 bekommen

Geopolitik-Experte Raimund Löw soll eine eigene Diskussionssendung auf ORF 2 bekommen

4. Thema Finanzierung: Kommt die Gebührenerhöhung?

All die neuen Programmvorhaben kosten Geld - das der ORF nie zur Genüge hat. Während des Wahlkampfes wollte der nunmehr neu gewählte General das Wort Gebührenerhöhung nicht so recht in den Mund nehmen, an einer solchen wird man aber wohl nicht vorbeikommen. Dafür vorgesehener Termin: Die routinemäßige „Überprüfung“ der Gebührenhöhe durch den Stiftungsrat im Herbst. Mit Umsetzung im kommenden Jahr.

Eine zentrale Frage für Reporter (und Zuseher) nach der Wiederwahl: Wird Fernsehen für die Österreicher teurer?

Eine zentrale Frage für Reporter (und Zuseher) nach der Wiederwahl: Wird Fernsehen für die Österreicher teurer?

5. Strukturwandel - der ORF soll sich an die Zukunft anpassen

Wrabetz will den ORF auch strukturell an die Zukunft anpassen. Im Konkreten bedeutet das, die einzelnen Sender als eigenständig geführte (mit Budget und Personalhoheit versehene) Channels zu sehen, ganz nach dem Vorbild von Ö3 oder ORF III. Das noch ungelöste Problem: Wie die klassische Direktorenstruktur dazu passt.


Denn die vom General vorgesehenen Ko-Direktoren für TV und Radio (neben jenen für Technik und Finanzen) würden dann wohl nur mehr eine leere Hülle verwalten. Zweites Problemfeld, das auch mit seinem unterlegenen Mitbewerber Richard Grasl heftig diskutiert wurde: Die Führung der Journalisten. Wrabetz will für jeden einzelnen Channel Chefredakteure (etwa für ORF eins und ORF 2), die an die Channelmanager berichten. Und die wiederum an ihn.

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