Will Disney mit ‚Die Schöne und das Biest‘ polarisieren?

Will Disney mit ‚Die Schöne und das Biest‘ polarisieren?

In einer Woche läuft Disneys Realfilm-Remake ‚Die Schöne und das Biest‘ endlich in unseren Kinos an. Während Fans rund um den Globus bereits seit der Ankündigung aus dem Häuschen sind, gibt es jetzt so kurz vor Filmstart einen hausgemachten (und zugegeben ziemlich unnötigen) „Skandal“, der engstirnige Kinobetreiber sogar dazu treibt, den Streifen aus dem Programm zu nehmen.

Der Hype um die Realverfilmung von Disneys Zeichentrick-Klassiker ‚Die Schöne und das Biest‘ (1991) nimmt gerade ungeahnte Züge an. Nachdem bereits der erste Teaser – und in späterer Folge der offizielle Trailer – für Klickrekorde im Internet sorgten, und die ersten Charakterposter neben Emma Watson als Belle auch Dan Stevens als Biest in Menschengestalt zeigten, häufen sich jetzt die Meldungen um Nebenfigur Lefou (gespielt von Josh Gad). Doch warum?

Viel Aufregung um homosexuellen LeFou

Wie auch bereits in der Trickfilmvorlage (und in sämtlichen Musical-Adaptionen, Anm.) bekommen wir den dicklichen Sidekick als übereuphorischen „besten Freund“ von Bösewicht Gaston (Luke Evans) zu sehen. Der folgt seinem Kumpel nicht nur auf Schritt und Tritt, sondern besingt ihn auch in einer eigens komponierten Nummer – die bei Disney-Fans garantiert Erinnerungen wachrufen wird.

‚Die Schöne und das Biest‘ - Gastons Lied

In der kommenden Realverfilmung gehen die Macher einen Schritt weiter, und interpretieren Lefou nun als homosexuell. Wobei: Ist dem tatsächlich so? Auslöser für diesen ziemlich schwachsinnigen Shitstorm, bei dem sich viele potenzielle Kinogeher aufregen und gar von „Tabubrüchen“ reden, ist dieser kurze Clip, der einen Einblick in die wahrscheinlich größte Lefou-Szene des ganzen Films gewährt. Überzeugen Sie sich selbst – und interpretieren das Spiel von Josh Gad ganz nach Ihrem Ermessen:

‚Beauty and the Beast‘ - Gaston’s Song (2017)

‚Die Schöne und das Biest‘ in Russland auf dem Index?

Als Reaktion auf diesen „Frevel“ nehmen die ersten Kinos ‚Die Schöne und das Biest‘ bereits aus dem Programm. Neben amerikanischen Lichtspielhäusern (u. a. in Alabama), könnte der Streifen in Russland sogar ganz verboten werden! Ja geht’s noch!? Dort gilt seit 2013 ein Gesetz, das „schwule Propaganda“ unter Strafe stellt. Damit sollen Minderjährige vor „nicht-traditionellen Sexbeziehungen“ geschützt werden. Vor allem aber ist es ein Vorwand, die russische LGBT-Szene zu diskriminieren und zu verfolgen. International wird das Gesetz scharf kritisiert.

Weiter geht’s mit den „Skandalnachrichten“

Dem jedoch nicht genug: Abseits der Lefou-„Problematik“ dürfte auch eine weitere Szene bei konservativen Spaßbremsen das Blut zum Kochen bringen. Im Verlauf der Handlung verwandeln sich die verzauberten Schlossbewohner wieder zurück in Menschen – und fallen sich in Folge in die Arme und küssen sich. So auch Kerzenständer Lumière (Ewan McGregor) und Staubwedel Plumette (Gugu Mbatha-Raw) sowie Wandschrank Cadenza (Stanley Tucci) und Madame de Garderobe (Audra McDonald).

Während mit McGregor und Tucci zwei Weiße die männlichen Parts in diesen Paarungen übernehmen, werden die weiblichen Rollen von Mbatha-Raw und McDonald übernommen, die dunkle Hautfarbe haben. Regisseur Bill Condon hat sich beim Dreh der entsprechenden Szenen (verständlicherweise) keinerlei Gedanken um die Pärchenkombinationen gemacht, erst einer der Disney-Chefs hätte ihn bei der Premiere des Films darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei den besagten Küssen um den ersten und den zweiten Kuss zwischen Menschen verschiedener Hautfarben in einem Disney-Film handeln würde. Huch!

‚Die Schöne und das Biest‘ läuft am 16. März in den österreichischen Kinos an.

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