Experiment mit TV-MEDIA: Was ist Semino Rossis Lieblingslied?

Semino Rossi, hochkonzentriert beim Musikhören mit TV-MEDIA

Semino Rossi, hochkonzentriert beim Musikhören mit TV-MEDIA

Kopfhörer auf! Hört Semino Rossi privat auch nur Schlager? TV-MEDIA blickte mit ihm über den Plattentellerrand und spielte ihm Hits von Luis Fonsi bis AC/DC vor. In unserem exklusiven Video sehen Sie, wie er darauf reagierte.

Es ist bekannt, dass manche Schlager- und Volksmusikstars privat für andere Musikrichtungen offen sind. Andy Borg etwa ist ein riesengroßer Fan von Herbert Grönemeyer, Helene Fischer rockt gerne zu Bon Jovi ab. Aber wie steht’s mit Semino Rossi? Der 55-jährige Argentinier, der seit 1986 in Tirol lebt und mit einer Österreicherin verheiratet ist (zwei Töchter), gilt als Faserschmeichler der Branche, seine weiche Stimme lässt Frauenherzen schmelzen. So zurückhaltend und bescheiden er auf der Bühne wirkt, so ist er auch im echten Leben. Keine Spur von Star-Allüren; Unhöflichkeit und Unfreundlichkeit sind ihm sowieso fremd. Also lässt sich Rossi auch ohne weiteres zu einem kleinen Musikexperiment überreden.

Sehen Sie sich jetzt an, wie sich Semino Rossi bei unserem Musik-Experiment gemacht hat

„Ist das der, der auf der Bühne raucht?“

Wir setzen Rossi Kopfhörer auf und spielen ihm verschiedene Lieder vor - freilich ohne ihm zu verraten, was ihn erwartet. Zu Beginn wollen wir es aber nicht zu wild angehen und starten mit Andy Borgs Debüt-Hit ‚Adios Amor‘. Klar, dass die ersten Töne ein Lächeln in Rossis Gesicht zaubern: „Das kenne ich natürlich. ‚Adios Amor‘ von Andy.“ Ist Borg ein Freund von ihm? „Das nicht, aber wir schicken uns zum Geburtstag immer SMS.“ ‚Adios Amor‘ war 1982 Platz 1 der Austro-Single-Charts, derzeit ist es Luis Fonsis ‚Despacito‘. Es ist der Sommerhit des Jahres, auf Spanisch gesungen, Latino-Rhythmen mit ein bisschen Rap zwischendurch. Rossi lebt nicht auf dem Mond, auch dieses Lied kennt er, vor allem den Interpreten: „Luis Fonsi kommt aus Puerto Rico und ist ein großer Star in Lateinamerika. Ich kenne seine Lieder schon seit zehn Jahren oder länger. ‚Despacito‘ gefällt mir sehr gut!“ Was heißt eigentlich despacito? „Langsam“, klärt Rossi uns auf. Weiter geht’s mit etwas Modernem aus Österreich: die Austro-Band Bilderbuch mit ihrem Hit ‚Bungalow‘. Rossi wippt mit, liegt aber mit seiner Einschätzung knapp daneben: „Das ist eine österreichische Band ist das der Sänger, der auf der Bühne raucht?“ Nein, es ist nicht Wanda. „Aber der Rhythmus des Lieds gefällt mir sehr gut!“ Bis jetzt hat ihm alles gefallen. Es wird Zeit, Grenzen auszuloten! Wir bewegen uns in Richtung Rock und legen AC/DCs ‚Highway To Hell auf‘. Rossi hört geduldig zu, seine Miene bleibt freundlich, dann legt er den Kopfhörer ab. „Tut mir leid, das kenne ich nicht.“ AC/DC: kein Begriff? „Doch, die Band kenne ich, aber Rock ist nicht meine Richtung, sorry.“

Fendrichs ‚I Am From Austria‘: „Eines der schönsten Lieder, die ich je gehört habe.“

Fendrichs ‚I Am From Austria‘: „Eines der schönsten Lieder, die ich je gehört habe.“

„Im Tanzen eine Katastrophe.“

Wir bleiben dennoch bei Stromgitarren. Als nächstes kommt ‚Tage wie diese‘ der Toten Hosen. Eigentlich auch Rock, aber Rossi weiß nach wenigen Sekunden Bescheid. „Das ist Campino! Wunderbares Lied. Die Toten Hosen sind groß in Argentinien, treten in meiner Heimat vor tausenden Leuten auf!“ ‚Tage wie diese‘ ist auch inoffizielle Fußball-Hymne, seit Deutschland Argentinien vor drei Jahren im WM-Finale besiegte. „Ja, das weiß ich. Über die Niederlage habe ich mich schon ein bisschen geärgert.“ Richtungswechsel und Zeitreise in die 70er: Bee Gees mit ‚Stayin’ Alive‘. „Das kenne ich auch! Die Bee Gees aus dem John-Travolta-Film ‚Saturday Night Fever‘.“ Rossi war 15, als der Film in die Kinos kam. Kann er so tanzen wie Travolta? „Nein! Ich habe zwei linke Füße, im Tanzen bin ich eine Katastrophe.“ Erneut Genrewechsel, wir spielen ‚Lose Yourself‘ von Rapper Eminem an. Rossi schüttelt den Kopf. „Sorry, Rap ist nichts für mich. Eine Richtung, die ich nie gehört habe.“ Jetzt sind wir schon fast am Ende, wie steht es mit Schwermetall? Metallicas ‚Hardwired to Self-Destruct‘ beginnt mit einem Schlagzeug-Gewitter, Rossi aber verzieht keine Miene. „Ist das instrumental?“, fragt er. Dann setzt die Stimme ein, und der freundliche Argentinier winkt lächelnd ab: „Auch nicht meine Richtung!“ Ist doch ein ideales Lied, um Aggressionen abzubauen. Rossi lacht: „Nicht meins!“

Aus! Genug! Nach kurzer Zeit reicht es auch schon wieder mit Metallica: „Sorry, das ist nicht meins!“

Aus! Genug! Nach kurzer Zeit reicht es auch schon wieder mit Metallica: „Sorry, das ist nicht meins!“

Wir merken, bei den letzten beiden Liedern hat Rossi gelitten, versucht aber, sich nichts anmerken zu lassen. Also gehen wir zurück ins Sanfte. Schon nach den ersten Klängen von ‚I’m The One‘ sagt Rossi erleichtert: „Das ist Justin Bieber. Er hat eine sehr markante Stimme.“ Als Abschluss kommt Rainhard Fendrichs ‚I Am From Austria‘, einer seiner größten Hits. Rossi ist begeistert: „Das ist mein absolutes Lieblingslied, ehrlich! Es ist eines der schönsten Lieder, die ich in meinem Leben gehört habe. Das habe ich Rainhard auch am Rande einer TV-Show gesagt.“ Und was hat Fendrich darauf geantwortet? „Danke.“ – Jetzt ist es Zeit, dass wir uns bedanken. Der Schlagerstar kann die Kopfhörer wieder abnehmen, er muss zu einem Termin beim ORF. Noch ein Abschlusswort, Herr Rossi? „Von Metallica werde ich träumen!“

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