Die Wanderhure war gestern, jetzt kommt die Ketzerbraut

Die Wanderhure war gestern, jetzt kommt die Ketzerbraut

München, 1517: Auf dem Weg zu Vevas (unfreiwilliger) Hochzeit wird der Brautzug überfallen. Ihr Bruder wird ermordet, sie selbst gilt als geschändet. Weil ihr Vater (Johannes Zeiler) sie erneut verheiraten will, bittet sie einen Freund um Hilfe. Ernst Rickinger (Christoph Letkowski) soll Veva heiraten, bevor der andere es tut. Die Krux: Rickinger wird als Förderer der Luther'schen Ideen als Ketzer gesucht... Die 20-jährige Ruby O. Fee spielt in der Iny-Lorentz-Verfilmung ‚Die Ketzerbraut‘ Veva. Wir trafen sie am Set im Lungau

Nach der erfolgreichen ‚Wanderhuren‘-Trilogie und dem Zweiteiler ‚Die Pilgerin‘ kommt mit ‚Die Ketzerbraut‘ (im Frühjahr 2017 auf ORF eins und SAT.1) der nächste Iny-Lorentz-Historienbestseller ins TV. Die Themen: Reformation, Hoffnung und Liebe - in der Hauptrolle: Ruby O. Fee. An den letzten Drehtagen im Schloss Moosham im Salzburger Lungau lernten wir das 20-jährige Nachwuchstalent - bekannt aus ‚Das Geheimnis der Hebamme‘, ‚Tatort‘ (grandios als Femme fatale im Stuttgart-Krimi Happy Birthday, Sarah) und zahlreichen Kinderfilmen wie ‚Bibi & Tina‘ oder ‚Löwenzahn‘ - als liebe, hübsche und zierliche junge Dame kennen. Mit weicher, mädchenhafter Stimme erzählte sie uns über ihre Rolle, über Traumjobs und das „geheime" O. in ihrem Namen.

Veva, die Ketzerbraut spricht über Hohlkreuz, Reitunterricht und das geheime O

TV-MEDIA: Für Ihre Rolle als Hebamme haben Sie begonnen, sich für Tinkturen und Salben zu interessieren. In ‚Die Ketzerbraut‘ spielen Sie Veva Leibert, eine junge Frau, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts zwischen die Fronten des Glaubenskriegs gerät. Wie haben Sie sich dieser Rolle angenähert?
Ruby O. Fee: Ich hatte Reitunterricht und Etikettenunterricht (lacht) sowie Stimmbildung - und ich habe mich eingelesen.

TV-MEDIA: Was lernt man bei Etikettenunterricht?
Ruby O. Fee: Wie Veva isst, sich gibt, wie sie sich fühlt und so weiter. Veva geht ihren eigenen Weg, wie sie Lust dazu hat. So hab ich sie mir aufgebaut.

TV-MEDIA: Sitzen Sie jetzt richtig, im Sinne der Etikette aus dem 16. Jahrhundert?
Ruby O. Fee: Jetzt sitze ich ganz normal (lacht) . Sofern man das mit diesem Kleid kann. Ich habe heute beim Anziehen auf die Schuhe vergessen, hatte aber schon die Korsage an, und man konnte nicht so richtig ran, mein Bauch war noch so voll vom Mittagessen (streicht sich über Bauch und Taille) . Ich hab auch gemerkt, dass sich die Figur verändert hat, ich hab ja schon ein Hohlkreuz, jetzt hab ich noch mehr Hohlkreuz, und die Taille ist ein bisschen schmaler geworden (überlegt) . Das ist ganz lustig, was eine Rolle mit einem selber so macht.

TV-MEDIA: Hat Sie die Rolle auch persönlich verändert?
Ruby O. Fee: Hmmm, ich weiß es nicht. Ich glaube, jede Rolle, die man macht, ist wie eine Therapie mit sich selber, weil du Sachen von dir kennenlernst, die du selber noch nicht kanntest. Das ist extrem spannend.

TV-MEDIA: Was gefällt Ihnen an Veva?
Ruby O. Fee: Dass sie nach ihrem Glauben einfach das macht, was sie für richtig hält und dahinter steht, zu 100 Prozent, auch wenn es komplett falsch ist (mit resoluter Stimme) . Und dass sie zu ihrer Meinung und zu sich steht. Das ist toll, das haben nicht viele.

TV-MEDIA: Erkennen Sie sich darin wieder?
Ruby O. Fee: Privat ja, aber ich bin in der Öffentlichkeit - ich weiß nicht, warum - so schüchtern. Vielleicht, weil ich dann aufgeregt bin. Bei Interviews hab ich Lampenfieber, das ist dann ganz, ganz schlimm (senkt ihre Stimme und versteckt ihr Gesicht in den Händen) .

TV-MEDIA: Kostümfilme wie ‚Die Ketzerbraut‘ führen uns in eine andere Zeit und kommen beim TV-Publikum gut an. Welche Zeit würden Sie persönlich gerne „kennenlernen"?
Ruby O. Fee: Die 50er- und 60er-Jahre. Und die 20er. Eigentlich wegen der Klamotten. Ich mag diese Kleidchen und diese schönen weiblichen Sachen - was heutzutage so schwer zu finden ist. Weil vieles so eckig geworden ist, ich mag es klassisch weiblich.

TV-MEDIA: Stimmt es, dass Sie im Dschungel Costa Ricas geboren sind, oder ist das ein PR-Gag?
Ruby O. Fee: Ja, ich bin in Costa Rica geboren. In einem kleinen Wald. Danach sind wir weiter gereist. Fast überall hin in der Zivilisation. Ich habe sehr viel von der Welt gesehen, so viele verschiedene Eindrücke, auch was den Glauben betrifft, gesammelt. Wenn mich heute wer fragt: Woran glaubst du? Dann sage ich: Ich weiß es nicht! In Indien, da geht man in einen Tempel und opfert Essen. Ich habe den balinesischen Tanz gelernt, in Afrika haben die Kinder und Frauen vor der Kirche gesungen. Es ist überall anders.

TV-MEDIA: Wie sind Sie eigentlich zur Schauspielerei gekommen? Gab's einen Film bzw. eine Szene, die Sie so gefesselt hat, dass Sie vom Jobtraum nicht mehr weggekommen sind?
Ruby O. Fee: Es gab viele Situationen. In Brasilien, wo ich die meiste Zeit aufgewachsen bin, hatte ich eine Freundin, die mir von ihrer Agentur erzählt hat. Das fand ich voll spannend. Und als ein Magazin für Kindermode nach Brasilien kam, haben sie mich gefragt, ob ich Fotos machen will. Und dann stand ich das erste Mal so richtig vor der Kamera. Als ich dann nach Deutschland gekommen bin, habe ich die Freunde meiner Mama, die in der Branche gearbeitet haben, ausgefragt, wie das so als Schauspieler ist. Manchmal haben mir die auch Unterricht gegeben, und das war richtig spannend für mich. Tja, und dann sind wir zu einer Agentur gegangen.

TV-MEDIA: Wie hart waren Ihre Anfänge als Schauspielerin?
Ruby O. Fee: Zum Glück bin ich zweisprachig aufgewachsen, dadurch habe ich meinen allerersten Film auf Englisch bekommen - und das war nach dem dritten Casting oder so. Ich weiß nicht, ob ich einfach nur viel Glück hatte, ich hab mir vielleicht auch Mühe gegeben. Von da an ging es immer weiter.

TV-MEDIA: Und jetzt werden Sie als Shooting-Star der Filmszene gehandelt. Gefällt Ihnen das?

Ruby O. Fee: Ich weiß es nicht, ich habe noch nie darüber nachgedacht. Wenn das hilft, noch mehr spannende Rollen zu kriegen, dann gefällt mir der Titel (lacht) .

TV-MEDIA: Was soll die Zukunft bringen?
Ruby O. Fee: Es gibt so viele Rollen! Jetzt gerade habe ich Bock auf einen Actionfilm. Oder irgendwas Durchgeknalltes oder auf einen Fantasy-Film.

TV-MEDIA: US-Jungstar Demi Lovato hat kürzlich ihren Rückzug aus dem Rampenlicht angekündigt, ebenso Selena Gomez. Grund: Es fühle sich nicht mehr „lohnenswert“ an. Haben Sie Angst, dass Sie ein derartiges „Burn-out" auch treffen könnte?
Ruby O. Fee: Ich habe schon mal darüber nachgedacht. Aber ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich überarbeitet bin. Weil ich immer aufgepasst habe, dass ich im Jahr immer zwei, drei Monate verreise und mich nur auf mich und nicht auf andere Rollen konzentriere. Dass ich für mich bin und neue Erfahrungen habe, neue Sachen sehe. Dass ich mich wieder neu erfinde und wiederkomme, mit neuer Kraft und aufgeladen, um wieder zu drehen. Bis jetzt fühlt sich das alles für mich gesund an.

TV-MEDIA: Wo geht's nach ‚Die Ketzerbraut‘ hin?
Ruby O. Fee: Ich wollte verreisen. Ich hatte überlegt, nach Costa Rica zu fahren. Ich wollte immer schon einmal das Land sehen, wo ich geboren wurde.

TV-MEDIA: Wofür das „O" in Ihrem Namen steht, wollten Sie in der Vergangenheit nicht verraten. Sagen Sie uns die Bedeutung heute?
Ruby O. Fee: Nein, das bleibt mein großes Geheimnis.

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