Wanda im Interview: „Columbo ist ur-wienerisch“

Sänger Marco Michael Wanda mit Columbo-Zogarre: Der 30-Jährige ost ein Riesenfan der kultigen TV-Serie

Sänger Marco Michael Wanda mit Columbo-Zogarre: Der 30-Jährige ost ein Riesenfan der kultigen TV-Serie

Eine Frage noch: Die Wiener Erfolgsband Wanda besingt in ihrem neuen Hit TV-Kommissar ‚Columbo‘. Wir trafen die Austropopper im Café Korb – die Chefin des Kaffeehauses hatte einst eine Affäre mit Peter Falk!

In ihrem neuen Hit (derzeit Platz 10 der Single-Charts) heißt es: „Heute gehen wir gar nicht raus. Wir bleiben im Pyjama z’Haus. Nur wir zwei, wie im Traum, und Columbo schauen.“ Ja, Wanda, die viel gefeierte und auch in Deutschland sehr erfolgreiche Austropop-Band, besingt tatsächlich den legendären Inspektor mit dem Glasauge, das Lied ist auch nach ihm benannt. Aber soll das einfach ein Gag sein oder sind die Wiener echte Fans der nicht umzubringenden Serie, die auch heute rauf und runter gespielt wird – zum Beispiel werktäglich auf ZDFneo?

‚Denkmal setzen!‘

Wie sich beim Interview mit TV-MEDIA sofort herausstellt, ist Letzteres der Fall. Sänger Marco Michael Wanda (bürgerlich Michael Marco Fitzthum) und Gitarrist Manuel Christoph Poppe sind Hardcore-Columbo-Fans, die jede Folge gesehen haben. Der Sänger und Texter der Gruppe wollte dem Trenchcoat-Inspektor bzw. Schauspieler Peter Falk sogar „unbedingt ein Denkmal setzen.“ Und wo wäre es sinnvoller, die Band zum Interview über Columbo zu treffen, als im Wiener Café Korb? Die Besitzerin des Kaffeehauses, Susanne Widl, hatte nämlich jahrelang eine Affäre mit dem 2011 verstorbenen Hollywood-Star. In ihrem Café hängt ein Bild von Falk und ihr, zu sehen ist auch ein liebevoll selbst gemachter dicker Band mit Zeitungs-und Zeitschriftenausschnitten über Widls Leben (sie war Model und Künstlerin). Die beiden Musiker blättern interessiert darin, kommen dabei auch zu einem zwanzig Jahre alten Artikel aus TV-MEDIA, in dem Falks Liebe zu Widl thematisiert wird.

Wanda (l.) und Poppe entdecken im Café Korb einen zwanzig Jahre alten TV-MEDIA-Artikel

Wanda (l.) und Poppe entdecken im Café Korb einen zwanzig Jahre alten TV-MEDIA-Artikel

Wanda: „Wahnsinn, dieses Layout. Ich bin damit aufgewachsen. Das TV-MEDIA lag bei meinen Eltern immer auf dem Wohnzimmertisch.“ In der Folge entwickelt sich ein teils akademisches Gespräch über die legendäre Krimiserie, die mit Pausen von 1968 bis 2003 produziert wurde.

Wanda über ihre Liebe zu TV-Kommissar Columbo

TV-MEDIA: Was ist das Besondere an Columbo?
Marco Michael Wanda: Für mich ist er der einzige Fernsehrebell, weil er das Genre des Krimis, das von Gewalt, Action und Sex lebt, vollkommen versanftet und menschlicher gemacht hat. Die Bösewichte sind auch nicht per se böse. Die Figur des Columbo selbst sagt ja, es interessiert ihn das Gute am Mörder. Das hat mich immer schon fasziniert.

TV-MEDIA: Können Sie sich noch an die erste Folge erinnern, die Sie gesehen haben?
Wanda: Da war ich ein Kind. Das muss die Folge gewesen sein, in der die alte Dame den Mann, der ihre Nichte umgebracht hat, aus Rache in den Tresor einsperrt und dort elendig ersticken lässt. Das fand ich großartig, weil das so eine unscheinbare süße alte Dame war, und sie als Mörderin zu positionieren, ist ein typischer Geniestreich dieser Serie.
Manuel Christoph Poppe: Bei meinen ersten Columbo-Folgen bin ich immer eingeschlafen, noch bevor er selbst ins Bild kam (lacht) .


Oskar Werner war mein Lieblingsbösewicht. Die Killer waren meist so ruhig wie Columbo, aber er bricht das arg

TV-MEDIA: Haben Sie einen Lieblingsbösewicht?
Wanda: Eindeutig Oskar Werner, weil er so anders war. Die meisten Bösewichte waren in gewisser Weise so ruhig wie Columbo selbst. Es gibt wenige, die aus dem Rahmen fallen, und Oskar Werner bricht das schon arg. Er ist nervös, bewegt, aggressiv, subversiv.
Poppe: Stimmt, ich fand aber auch den Mr.-Spock-Darsteller (Anm.: Leonard Nimoy) cool als Bösewicht.

TV-MEDIA: Gibt es eine Lieblingsfolge?
Wanda: Schwierig. Ich habe mit (Anm.: Austropop-Sänger) Nino aus Wien sehr viel über Columbo geredet, und er hat eine Theorie aufgestellt, dass Columbo nur dann, wenn er gefilmt wird, die reichen Mörder jagt, in seiner täglichen Arbeit aber in der Unterwelt unterwegs ist. Und da gibt es eine Folge in der letzten Staffel, in der das angedeutet wird. Da ist er undercover, auf Deutsch heißt die Folge glaube ich ‚Columbo in der Lederjacke‘. Die hat ein unglaublich überraschendes Ende, das will ich gar nicht verraten.
Poppe: Ich mag die Folge aus den 90ern, wo die zwei reichen, arroganten Studenten sich die ganze Zeit über ihn lustig machen und am Schluss zahlt er es ihnen zurück. Da zeigt er sich erzürnt, böse und berührt davon, dass sie ihn ständig so aufgezogen haben.

TV-MEDIA: Haben Sie eine Lieblingsauflösung?
Wanda: Es gibt eine Folge mit Faye Dunaway als Mörderin, wo sie ihm vorspielt, sie wäre in ihn verliebt, und er spielt es zurück. Er schenkt ihr Blumen, sie gehen auf ein Date, küssen sich sogar, er sucht Rat bei seinem Lieblings-Chilikoch und du glaubst bis zum Schluss, er ist wirklich verliebt. Aber am Ende nimmt er sie eiskalt fest. Da wird dann klar, wie professionell er wirklich ist. Das ist so erschreckend, das haben sie richtig schlimm aufgezogen. Da kriegt man richtig Angst vor ihm.
Poppe: Die Folge, in der er die Kontaktlinsen der Toten im Kofferraum versteckt, die aber gar nicht ihre waren, hat eine geniale Auflösung.


Ich finde Columbo ur-wienerisch, weil er gewaltlos und immer mit seinem Schmäh durchkommt

TV-MEDIA: Ihr Lieblingstick von Columbo?
Wanda: Das Ei. Das gekochte Ei, das er immer aus der Tasche zieht und das sein Frühstück ist.
Poppe: Sein Zu-spät-zum-Tatort-Kommen, komplett verschlafen. Wo er immer wieder etwas ruppig einen Officer bittet, ihm einen Kaffee zu bringen.

TV-MEDIA: Wie stehen Sie zu anderen Krimis?
Wanda: Ich schaffe moderne Krimis nicht, da vermischen sich für meinen Geschmack zu viel Politik und Morbidität. Der Tod und der Mord sind an sich schon so schwere Themen, deswegen finde ich es cool, dass sie bei ‚Columbo‘ kontrastig aufgelöst werden und nicht der Schreckensebene entsprechen.

TV-MEDIA: Hat die Figur von Columbo etwas Österreichisches?
Wanda: Ich finde Columbo ur-wienerisch, weil er gewaltlos und immer mit seinem Schmäh durchkommt.

TV-MEDIA: Ein Wort zu Peter Falk?
Wanda: Ich finde den Umstand sehr tragisch, dass er am Ende seines Lebens aufgrund seiner Demenzerkrankung tatsächlich vergessen hat, jemals Columbo gewesen zu sein. Das tut weh, das tut wirklich weh.

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