Hallo, Virtual Reality: Wir haben die HTC Vive getestet!

TV-MEDIA-Redakteur Bernhard Steiner ist die VR-Welt nicht unbekannt: Er hat die HTC Vive auf Herz und Nieren getestet

TV-MEDIA-Redakteur Bernhard Steiner ist die VR-Welt nicht unbekannt: Er hat die HTC Vive auf Herz und Nieren getestet

VR-Brillen sind auf dem Vormarsch und ziehen langsam auch in europäische Haushalte ein. Ein entsprechend starker PC (bzw. eine unterstützte Konsole) und etwas Platz im Wohnzimmer sind zwar Grundvoraussetzung, doch wer einmal den Sprung in die Cyber-Welt gewagt hat, will so schnell nicht wieder aus ihr heraus! TV-MEDIA-Redakteur Bernhard Steiner beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Thematik und hat zuletzt die HTC Vive getestet. Seinen Erfahrungsbericht lesen Sie hier.

Die virtuelle Realität wird immer mehr … ja, Realität. VR-Brillen, die uns noch tiefer in Videospiele und fantastische 360°-Clips eintauchen lassen, werden nach und nach für den Hausgebrauch etabliert. Zugegeben, es ist momentan noch ein zweischneidiges Schwert: Die klobigen Riesenbrillen sind nicht gerade billig und ein entsprechend starkes Set-up muss vorhanden sein, damit ein fließender VR-Genuss gewährleistet wird. Auch das Angebot an entsprechenden Games hält sich vorerst in Grenzen, und wer „nur zur Gaudi“ über eine Anschaffung nachdenkt, sollte lieber zweimal seine Finanzen checken.

Die harte Realität: Derweil noch ein teures Vergnügen!

Während man für Hightech-Geräte wie die HTC Vive oder die Oculus Rift auf einen leistungsstarken PC zurückgreifen muss (dieser sollte eine entsprechende Grafikkarte und Rechenleistung aufweisen können), könnte ein wichtiger Schritt im Sektor der „Virtual Reality“ die Nutzung auf den Heimkonsolen darstellen. Wir haben die HTC Vive (ca. € 900,–) auf einem knapp € 1500,– teuren Rechner ausprobiert – nicht jeder Otto-Normal-User hat einen entsprechend starken Computer im Hobbyraum stehen. Eine Konsole hingegen haben viele Konsumenten neben dem Fernseher lehnen, und diese werden ab Herbst ebenfalls VR-tauglich gemacht. Mit PlayStation VR (vormals „Project Morpheus“) wird Sonys Entertainment-Flaggschiff, die PlayStation 4, mit einer eigenen VR-Brille bedacht – und die Anschaffung ist verhältnismäßig günstig. Rund € 400,– muss man für die Brille berappen, die Konsole selbst gibt es mittlerweile um rund € 300,–. Immer noch eine Stange Kohle, aber wesentlich günstiger, als die PC-Alternative. Microsoft wird mit seiner Xbox One ebenfalls nachziehen, weitere Informationen darüber erwarten wir uns auf der diesjährigen E3.

Tony Stark alias Iron Man navigiert sich per Gestensteuerung durch seine Computerprogramme: Vorerst ist dieses Szenario noch Zukunftsmusik, doch Fakt ist: So in etwa fühlt sich „Virtual Reality“ an – nur, dass man sich vorerst eine riesige Brille auf den Schädel schnallen muss!

Die ehrliche Realität: Es ist schon verdammt cool!

Aber genug der Zahlen und Fakten, wir wollen diesen anstehenden Technik-Trend ja keinesfalls bekritteln. Viel wichtiger ist: Wir haben einige der Gerätschaften bereits antesten können und ziehen ein ehrliches Resümee. TV-MEDIA-Redakteur Bernhard Steiner, nicht nur privat ein leidenschaftlicher Gamer, sondern auch beruflich seit vielen Jahren mit der Branche verwachsen, hat sich mit VR bereits des Öfteren auseinandergesetzt und schildert seine Erfahrungen.

Zum Einstand: Probieren Sie es gleich einmal selbst!

Mit dem Aufkommen von 360-Grad-Videos hat sich für mich eine neue Art des Entertainments eröffnet. Zwar ist es momentan via YouTube und Co nur möglich, im Atlantik zu tauchen, einen Gleitschirmflug zu wagen oder die legendäre Streif-Abfahrt hinunterzubrausen, doch in Verbindung mit einem Smartphone sind diese kurzen Videoclips wirklich ein Schritt in eine neue Welt der Bewegtbild-Wahrnehmung.

Probieren Sie es einmal aus: Rufen Sie dieses Video auf und begeben Sie sich auf eine Expedition auf einen Vulkan! Falls Sie jetzt vor einem PC sitzen, dann können Sie mittels Ihrer Maus die Blickrichtung ändern, sich also tatsächlich 360° durch den Clip navigieren. Falls Sie jedoch ein Smartphone zur Hand haben, rufen Sie das Video doch bitte einmal darüber auf. Tatsächlich erlauben es technische Raffinessen und ein integriertes Gyroskop (z. B. bei einem iPhone), dass Sie selbst durch diese Bilder spazieren können. Für ein bestmögliches Erlebnis empfehle ich Ihnen, sich im Wohnzimmer möglichst zentral zu platzieren, etwaige Zimmerpflanzen und sonstige Stolperfallen zu entfernen und das Licht abzudrehen. Viel Spaß!

Einen günstigen Einstieg in die VR-Welt bietet beispielsweise das Google Cardboard oder Samsung Gear VR – diese Brillen funktionieren in Kombination mit Ihrem Smartphone und erlauben das authentische Betrachten von 360°-Videos sowie eigens konzipierten Mini-Spielen

Weitere Videos finden Sie ganz einfach über die Suchfunktion. Tippen Sie einfach „360 Video“ ein und Ihnen fliegt eine Vielzahl an entsprechendem Material entgegen. Für ein noch intensiveres Erlebnis besorgen Sie sich über Amazon ein Google Cardboard (eine Quasi-VR-Brille aus Karton um knapp € 15,– in die Sie Ihr Smartphone einspannen können) und setzen Sie sich Kopfhörer auf. Wer etwas mehr Geld investieren möchte, kann auch auf die Samsung Gear VR zurückgreifen.

So war’s: Die HTC Vive im Test

Ihnen hat dieses kleine Experiment gefallen? Willkommen in der virtuellen Realität! Um etwa das Zehnfache besser fühlt sich das Ganze mit einer richtigen VR-Brille an. Diese sind zwar leider noch ziemlich sperrig und mit zig Kabeln mit dem Computer verbunden, außerdem stellen sie besonders Brillenträger vor eine Herausforderung – doch es lohnt sich, über diese kleinen Pferdefüße hinwegzusehen. Tatsächlich habe ich meinen Einstand mit Oculus Rift gewagt. Damals waren die virtuellen Welten, die man betrat, im wahrsten Sinne pixelig. Aber es war cool, durch Bewegen des Kopfes durch bunte Levels zu navigieren. Einen echten Augenöffner auf dem Sektor gewährte mir der Prototyp von PlayStation VR: Die Rechenleistung der Konsole war der Brille angepasst und mit flüssigen 60 fps (also einer Bildwiederholrate von 60 Bildern in der Sekunde) fühlte man sich z. B. bei einem interaktiven Banküberfall erschreckend nahe am Geschehen. Bis Herbst müssen wir zwar noch auf die Veröffentlichung warten, doch diese Anschaffung sollten sich alle Interessierten überlegen!

Im Lieferumfang der HTC Vive ist natürlich sämtliches Zubehör enthalten: Sie bekommen die VR-Brille, zwei Controller, die entsprechenden Sensoren, die Sie im Wohnzimmer platzieren, und natürlich jede Menge Kabel und eine Gebrauchsanleitung

Natürlich entwickeln sich Grafikkarten und Prozessoren in der Gegenwart rasend schnell weiter. Wer sich heute eine sündhaft teure Grafikkarte anschafft, um das neue Superspiel zocken zu können, darf im Folgemonat bereits über die Anschaffung einer noch besseren GraKa nachdenken – oder gleich ein gänzlich neues Set-up anschaffen. Konsolen haben den Vorteil, dass sie uns rund sechs Jahre begleiten und mit den technischen Innereien auskommen, die sie eben eingebaut haben. Doch die „PC Masterrace“ darf natürlich nicht unterschätzt werden. Beim Test der HTC Vive bin ich auf einem High-End-Rechner bei den Burschen aus der E-Media-Reaktion in die virtuelle Realität eingetaucht – und das Erlebnis war das bisher beste, das ich je auf dem VR-Sektor hatte!

Ein kleiner Schritt für einen Redakteur …

Wie bereits oben erwähnt, durfte ich mit ziemlich teurem Equipment herumexperimentieren und wurde sogar auf den Mond geschossen. Ja, das ist möglich! Der Weltraum, unendliche Weiten – und ich war dabei. Als Superheld die Welt zu retten und den Highscore nach oben zu treiben mag eine Sache sein, doch selbst Teil davon zu sein – nämlich frei nach dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“ –, ist etwas gänzlich anderes. Die NASA höchstpersönlich hat an einer Software gewerkt, die Sie Teil des Apollo-11-Programms sein lässt. Neben Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin durfte ich den legendären Moment nachempfinden, als der erste Mensch einen Fuß auf den Mond gesetzt hat. Ich möchte ja nicht sentimental werden, aber es hat sich so erschreckend echt angefühlt, dass ich unter der großen VR-Brille tatsächlich Tränen in den Augen hatte. Als die Raumkapsel sich langsam dem Boden näherte, schaute ich links und rechts aus den Fenstern, wohlwissend, dass das hier alles gar nicht wirklich passiert, doch es war so überzeugend inszeniert … Wahnsinn.

Mittels der Software ‚theBlu‘ ist Redakteur Bernhard Steiner mit einem Wal schwimmen gegangen

Eine andere Software ließ mich mit zu einem Schiffswrack tauchen, wo ich plötzlich auch auf Augenhöhe mit einem Wal war. Hier machte sich die Rechenleistung des Computers bemerkbar, denn der Meeresriese wirkte keinesfalls wie aus einem Comic, sondern präsentierte sich in realistischer Grafik, als würde er tatsächlich vor mir seine Runden ziehen. Anders als beim Mondflug war man hier geradezu verleitet, die Arme auszustrecken und den Giganten zu streicheln. Freilich glitten meine Hände ins Leere, doch es war ebenfalls ein Zeig dafür, wie unglaublich schnell man in diese Parallelwelt versinken kann. Zu guter Letzt probierte ich dann auch noch den sogenannten ‚Job Simulator‘ aus. Eigentlich pervers, dass ich in meinem Büro ein Spiel probiert habe, in dem ich so tue, als würde ich mich an einem Arbeitsplatz befinden. Fakt ist jedoch, dass ich dort Sachen anstellen durfte, für die ich sonst höchstwahrscheinlich vor die Türe gesetzt werden würde. Die virtuelle Pflanze neben dem Bildschirm mal eben mit Kaffee gegossen, einen Anruf getätigt (bei dem ich den Controller zum Ohr legte, als würde ich tatsächlich einen Hörer bedienen!) und zum krönenden Abschluss noch einmal richtig schön randaliert – Häferl, Computer und sonstiges Mobiliar sind quer durch das animierte Büro geflogen.

Fazit: Vorerst sollte man zum Spielen einfach nach draußen gehen!

Was bleibt nach diesem Test zu sagen? Ja, das Eintauchen in die virtuelle Realität mit der HTC Vive war mit Abstand die beste VR-Erfahrung, die ich bisher genossen habe. Zum Großteil lag es jedoch auch daran, dass ich einen entsprechend leistungsstarken Computer zur Verfügung gestellt bekommen habe, mit meinem hauseigenen Equipment hätte ich das Gadget nicht einmal ansatzweise zum Laufen gebracht. Trotz des Gewichts der Brille sitzt sie sicher auf dem Kopf und ist für alle Schädelgrößen (und Brillenträger!) geeignet bzw. lässt sich entsprechend einstellen. Auch den Augenabstand kann man nachjustieren und so von User zu User entsprechend einstellen. Allzu lange sollten Anfänger jedoch nicht in die „Matrix“ eintauchen, denn das Hirn muss eine enorme Datenmenge verarbeiten – und ich habe Leute gesehen, denen auch schlecht wurde, als sie von ihrem VR-Trip wieder runtergekommen waren. Die Erfahrung ist auf jeden Fall toll und jeder, der die Möglichkeit hat, eine VR-Brille (egal welche!) auszuprobieren, sollte den Versuch wagen.

Einmal in der „Matrix“ einloggen: Redakteur Bernhard Steiner versank in der virtuellen Welt und steuerte sich per Kopfbewegung und Gestensteuerung durch drei lässige VR-Präsentationen

Wer nun jedoch glaubt, dass wir schon in kürzester Zeit Top-Spiele per VR daddeln, der muss enttäuscht werden: Vorerst werden die sogenannten Triple-A-Titel (also Spiele von namhaften Entwicklerstudios) noch via Controller und Joystick gesteuert. Zwar gibt es nette Minispiele wie z. B. den erwähnten Banküberfall-Simulator, doch für solchen Firlefanz lohnt sich die Anschaffung eines sündhaft teuren VR-Equipments noch nicht. Ab Herbst sollten Interessenten und Besitzer einer PS4 auf jeden Fall nach PlayStation VR Aussicht halten, PC-Spieler mit einem entsprechenden Computer müssen abwägen, ob ihnen die HTC Vive tatsächlich € 900,– (plus Versand) wert ist. Wer sich auch mit der echten Realität abfinden kann, der darf sich ebenso freuen: Der Sommer wird warm und lädt zum Schwimmen ein. Ob man beim Plantschen in der Donau auf einen Buckelwal trifft, das sei jedoch dahingestellt.

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