TV-Legende Chris Lohner kommt zurück!

Chris Lohner war ab 1973 Programmansagerin im ORF. Markenzeichen: roter Pagenkopf und unverkennbare Stimme

Chris Lohner war ab 1973 Programmansagerin im ORF. Markenzeichen: roter Pagenkopf und unverkennbare Stimme

Sie galt als die TV-Ansagerin, ist quasi eine österreichische Ikone. Nun kehrt Chris Lohner kurz zurück auf den Schirm.

Mit 60, vor bereits 15 Jahren, verließ sie den ORF, und ist dennoch weiter tief ins Gedächtnis der Österreicher eingegraben: als ehemalige TV-Ansagerin, Kottan-Darstellerin, Stimme der ÖBB. Diesen Dienstag wurde Chris Lohner 75. ORF III hat sich zum runden Geburtstag etwas Besonderes einfallen lassen: Eine Woche lang wird Lohner - wie in alten Zeiten - das Programm ansagen. Mit TV-MEDIA sprach sie über diese „alten Zeiten".


Chris Lohner im Interview: „Ich will nicht superschlank und geliftet im Sarg liegen“

TV-MEDIA: Geschmeichelt, nach so vielen Jahren zurückkehren zu dürfen zur Programmansage?
Chris Lohner: Geschmeichelt ist das falsche Wort. Ich find's einfach schön, dass man noch im Gedächtnis der Menschen geblieben ist. Man darf nicht vergessen: Viele Menschen sind mit mir groß geworden und viele sind zusammen mit mir gealtert.


Am Anfang habe ich auch die Kasperlpost vorgelesen – Chris Lohner

TV-MEDIA: War denn eine solche Popularität absehbar zu Beginn Ihrer ORF-Karriere?
Chris Lohner: Als ich diesen Job begonnen habe, dachte ich in keiner Weise daran, dass das irgendwie wichtig ist. Ich wusste ja nicht einmal genau, was eine Fernsehsprecherin ist, damals

TV-MEDIA: Wie lief Ihr Arbeitsalltag?
Chris Lohner: Als Anfängerin war man ja erst in den Vormittag oder Nachmittag verbannt. Ich hab damals auch die „Kasperlpost" vorgelesen. Und wurde Jahre später sogar in einem New Yorker Hotel darauf angesprochen Später hab ich für den Hauptabend meine eigenen Texte geschrieben, mir Filmlexika besorgt und Hintergrundgeschichten in die Ansagen eingebaut. Damals konnte man ja auch noch blödeln. Einmal hab ich mir Vampirzähnchen kleben lassen für die Ansage eines Dracula-Films ...

TV-MEDIA: Vermissen Sie diesen Abschnitt Ihres Berufslebens manchmal?
Chris Lohner: Die Zeiten ändern sich. Nichts geht ewig - und das ist auch in Ordnung so. Es ist wie im echten Leben: Wenn man stehen bleibt und sich nicht weiterentwickelt, geht man in Wahrheit zurück. - Interessant ist, dass die Menschen eine Sehnsucht nach dieser Art Fernsehen haben, das Verbindende scheint ein bisschen zu fehlen.


Es gibt mittlerweile Hunderte Sender und schon lange keine klassischen Straßenfeger mehr – Chris Lohner

TV-MEDIA: Wie sehen Sie das heutige TV?
Chris Lohner: Es gibt mittlerweile Hunderte Sender und schon lange keine klassischen Straßenfeger mehr. Die Zeiten haben sich völlig verändert.

TV-MEDIA: Sind Sie dem ORF emotional noch verbunden - oder sogar entfremdet?
Chris Lohner: Weder noch. Der ORF ist ein Teil meines Lebens gewesen, ich war immerhin 30 Jahre für das Unternehmen tätig. Manchmal bin ich traurig, wenn ich sehe, was am Küniglberg passiert. Und dann will ich es wieder gar nicht wissen.


Ich habe bis vor kurzem nie einen Kottan gesehen – Chris Lohner

TV-MEDIA: Mit Ihrer ungebrochenen Beliebtheit und Bekanntheit wären Sie immer noch ein Riesenkapital für den ORF
Chris Lohner: wäre

TV-MEDIA: Wir bleiben im Konjunktiv
Chris Lohner: ch bin ein Jetzt-Geschöpf und schaue immer nach vorne. Ich hab zum Beispiel - bis vor kurzem - nie einen Kottan gesehen.

TV-MEDIA: Zu Ihrer unverkennbaren Stimme: Pflegen Sie diese auf spezielle Art und Weise?
Chris Lohner: Nein, ich genieße mein Leben einfach! Ich will ja auch nicht mit 50 Kilo, superschlank und geliftet im Sarg liegen. Ich bin kein Zierfisch mehr und keine Ansteckblume. Mein Lebensmotto ist: den Menschen zu helfen und sie zu unterhalten.

TV-TIPP - CHRIS LOHNER SAGT WIEDER DAS PROGRAMM AN

MO-SO 16. bis 22.7. ORF III, 20.13: Zum 75er sagt Chris Lohner eine Woche das ORF III-Programm an. Samstag: Aus dem Archiv spezial mit Lohner

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