Tricky Niki: Der Mann, der sich mit Eiern unterhält

Tricky Niki: Der Mann, der sich mit Eiern unterhält

Multitalent Niki Sedlak kann zaubern, bauchreden und lustig sein. Auf der Bühne als „Tricky Niki“ sowieso, er setzt seine Fähigkeiten aber auch gerne im Alltag ein. TV-MEDIA lud den 42-jährigen Wiener in die Redaktion ein, wo er auch zwei Kunststücke präsentierte.

Fangen wir mit dem Ende an. Nach dem Interview mit TV-MEDIA ruft uns Tricky Niki noch zu: „Bitte schreibt meinen Namen richtig.“ Der Zauberer, Comedian und Bauchredner hat da nämlich schon schlechte Erfahrungen gemacht, aber auch lustige. Einmal ging er die Mariahilfer Straße in Wien entlang, als ihm von der anderen Straßenseite im breitesten Dialekt ein Fan entgegenschrie: „Der Tricky Willi!“ Ein andermal absolvierte er einen Auftritt in der Hofburg, als eine ältere Dame ihn fragte: „Nennen Sie sich wirklich Tripper Niki?“ Nein, tut er nicht.

Der 42-jährige Wiener, der eigentlich Niki Sedlak heißt, nennt sich Tricky Niki, und zu Silvester wird er mit seinem Programm ‚Partnertausch‘ im ORF zu sehen sein. Es ist sein zweites von mittlerweile drei Bühnenprogrammen. Seine Entwicklung ist spannend: In ‚Magic Entertainment‘ zauberte er, in ‚Partnertausch‘ stand das Bauchreden im Vordergrund, und das aktuelle, ‚Hypochondria‘, ist laut Sedlak das ausgeglichenste: „Stand-up-Comedy, Bauchreden und Zaubern. Und es hat die höchste Pointendichte.“ Dennoch verschiebt sich seine Performance weg vom Zaubern. Wohl weil er sich weiterentwickeln will, vielleicht aber auch, weil ihn das Image des Magiers in Österreich frustriert. „Wenn du in den USA sagst, du bist ein ‚Magician‘, ist sofort Respekt da. Die Leute rasten sogar aus. Im deutschsprachigen Raum ist die Reaktion: ‚Aha. Und was machen Sie hauptberuflich?‘ Zauberkünstler werden nicht ernst genommen.“

Tricky Niki zaubert live für TV-MEDIA – echt cool!

Bei Wolfram Pirchner in der Lehre

Passend dazu eine Anekdote, als er zur Talkshow ‚Willkommen Österreich‘ eingeladen war. Davor lud Tricky Niki seinerseits die beiden Moderatoren Christoph Grissemann und Dirk Stermann in seine Show ein. Grissemann hatte Zeit und kam. Nach dem Auftritt beichtete er Niki, dass er ihn in der Sendung eigentlich fertigmachen wollte, weil er Zauberkünstler hasse. Aber seine Show sei cool, nun würde er sich auf ihn als Gast freuen … Apropos ‚Willkommen Österreich‘: Vor dem Grissemann/Stermann-Talk war das der Titel eines ORF-2-Vorabendmagazins.

Hier begann Sedlak zu arbeiten: „Beim ORF habe ich eine komplette journalistische Ausbildung genossen.“ Er war Gestalter, Aufnahmeleiter, hat Kabel geschleppt, Sendungen entwickelt, Spots gemacht. Über Wolfram Pirchner, das ehemalige Gesicht der ORF-Nachmittagsschiene, kann er nur Positives berichten: „Ein ganz Lieber! Am Boden geblieben, hat immer geholfen, du konntest alles von ihm haben.“ Nach 17 Jahren am Küniglberg suchte Sedlak aber die Veränderung. Zaubern machte ihm Spaß, er wagte den Schritt auf die Bühne. Doch auch das war ihm irgendwann zu wenig. Er war jetzt mehrfacher Zauberstaatsmeister und Vierter bei der Zauber-WM.

Tricky Niki (M.) während seines Auftritts bei ‚Willkommen Österreich‘ mit Christoph Grissemann und Dirk Stermann

Tricky Niki (M.) während seines Auftritts bei ‚Willkommen Österreich‘ mit Christoph Grissemann und Dirk Stermann

Als Nächstes versuchte er sich beim Bauchreden, was ihn zur Comedy brachte: „Ich kenne niemanden, der nicht gerne einen guten Zaubertrick sieht. Aber die Emotion des Lachens ist viel stärker als die des Staunens.“ Man könnte sagen, dass er im Alltag beides verbindet. Wenn er in der Schlange im Supermarkt steht, kann es schon passieren, dass er sich ein Überraschungsei schnappt und sich mit ihm „unterhält“ – via Bauchreden. Was dann passiert? „Schlagartig hört die Kassiererin auf zu kassieren und die Leute greifen lustigerweise auch zu einem Ü-Ei.“ In einem Aufzug in Hannover unterhielt er sich außerdem mit einem Baby. „Die Eltern waren hin und weg: Seine ersten Wörter!“ Natürlich klärte er den Scherz gleich auf. Und bei einem Planquadrat („Sie sind doch der Bauchredner“) wurde er gar von Polizisten gebeten, einen der Kollegen auf den Arm zu nehmen. Gesagt, getan. Sedlak tat so, als säße ein Mann am Beifahrersitz, den es natürlich nicht gab …

Tricky Niki und Drache Emil erzählen der TV-MEDIA-Familie einen Witz

Aber es war nicht immer alles lustig. In Horn schnitt er sich während einer Firmenveranstaltung fast den ganzen Finger ab: „Das Messer war neu, ich hatte vergessen, es abzuschleifen, und dann hab ich den Trick falsch gemacht. Der Finger hing weg, es war schon eine Blutlache auf dem Boden. Als ich gefragt habe, ob ein Arzt anwesend ist, haben alle gelacht.“ Schließlich wurde er doch ins Spital gebracht, der Finger wieder angenäht, die Narbe ist noch zu sehen. Nach der OP kam er übrigens zurück auf die Bühne. „Zaubern konnte ich nicht mehr, aber Bauchreden ging.“

Niki und seine Bauchrednerpuppe Emil hatten auch einen Auftritt beim ‚Silvesterstadl‘ mit Jörg Pilawa

Niki und seine Bauchrednerpuppe Emil hatten auch einen Auftritt beim ‚Silvesterstadl‘ mit Jörg Pilawa

Nicht perfekt war auch sein Auftritt beim ‚Silvesterstadl‘ im Vorjahr: „Es war eine sehr witzige Erfahrung, die ich wahrscheinlich nie wieder machen werde“, erinnert er sich lachend. „Bei der Generalprobe waren tausend Leute anwesend, das war echt der Hammer. Auch die anderen Künstler haben gesagt: ‚Hey geil, du rockst die Bühne!‘ Ich hab mich total auf den Abend gefreut. Nur waren die Leute bei der Generalprobe nüchtern, und die 3.000 Leute zu Silvester nicht. Der Lärmpegel war unglaublich, die Tontechnik überfordert. Das, was ich auf der Bühne gesagt habe, hat das Saalpublikum nicht gehört. Dementsprechend hab ich eher für die Kamera gespielt und die Leute im Saal haben getanzt – es war nicht die optimale Location für meine Show.“

‚Papa, was ist ein Erotikstar?‘

Falls Sie Tricky Nikis Shows nicht kennen sollten, noch eine Warnung: Er schreibt seine Gags nicht für Kinder, und auch wenn seine Puppe Emil familienfreundlich aussieht, seine Scherze sind zweideutig. Einmal saßen aufgrund einer Fehlinformation des Veranstalters lauter Kinder in den ersten zehn Reihen seiner Show: „Da haben dann sicher viele gefragt: ‚Papa, was ist ein Erotikstar?‘ Aber ich möchte klarstellen: Es geht kein Kind verdorben aus meiner Show raus.“ Derzeit ist er mit ‚Hypochondria‘ auf Tour, abwarten, was als Nächstes kommt. Sedlaks neues Hobby: Er übt wie ein Besessener Beatboxen …

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