‚The Room‘: James Franco setzt „schlechtestem Film aller Zeiten“ ein Denkmal

‚The Room‘: James Franco setzt „schlechtestem Film aller Zeiten“ ein Denkmal

Das amerikanische Indie-Drama ‚The Room‘ (2005) gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Während das Machwerk hierzulande als unbekannt gilt (eine deutsche Synchronisation gibt es nicht), hat es der Streifen von und mit Hollywood-Underdog Tommy Wiseau in Übersee zum Kultfilm gebracht und wird dort auch heute noch in Spätabendvorstellungen öffentlich gezeigt. Um diesem skurrilen Thema ein Denkmal für die Ewigkeit zu setzen, gibt James Franco in ‚The Disaster Artist‘ eine denkwürdige Performance – und wird damit sogar als heißer Oscar-Anwärter gehandelt!

Was haben ‚Der dritte Mann‘ (1949) und ‚The Room‘ (2005) gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, denn: Während der Orson-Welles-Thriller (und vor allem Anton Karas’ Zitherthema ‚Harry Lime‘) als zeitloser Klassiker gilt, wird ‚The Room‘ als „schlechtester Film aller Zeiten“ gehandelt. Beide haben es jedoch zum Kultstatus gebracht und werden noch Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung im Kino gezeigt. ‚The Room‘ müssen Sie sich quasi als amerikanisches Kulturgut vorstellen, das so skurril und miserabel inszeniert wurde, dass es als Mutprobe unter Cineasten gilt, sich dieses Machwerk zumindest einmal im Leben zu Gemüte zu führen.

„Schlechtester Film aller Zeiten“ hat Kultstatus in Amerika

Verantwortlich für den Stuss ist Tommy Wiseau, der bei dem Film nicht nur die Regie, sondern auch die Hauptrolle übernahm, und einen gleichnamigen zugrundeliegenden Roman schrieb – diesen jedoch nie veröffentlichte. Im Grunde genommen handelt es sich bei ‚The Room‘ um ein klassisches Liebesdreieck: Der gehörnte Banker Johnny (Wiseau) muss damit klarkommen, dass seine Verlobte Lisa (Juliette Danielle) mit seinem besten Freund Mark (Greg Sestero) eine Affäre hat. Mehr müssen Sie an dieser Stelle nicht wissen, denn das Drumherum ist so absurd, dass es einfach nur verwirren würde darüber zu schreiben.

Nur soviel: Die Schauspieler stolpern in einer Tour über ihre eigenen Füße (was es auch tatsächlich in den fertigen Film geschafft hat!), die Dialoge sind grottenschlecht und zusammenhanglos (Lisas Mutter lässt im Vorbeigehen fallen, dass sie Brustkrebs hat – ein Zitat, dass es in die Annalen der Filmgeschichte geschafft hat!) und finanziert wurde das Ding mit einem Budget von 6 Millionen Dollar, wobei bis heute unklar ist, wie Wiseau an diesen Geldbetrag gekommen ist. All dies zusammen ergibt die Formel für einen richtig schlechten Film, der es entgegen jeder Logik zum Kultstatus gebracht hat.

‚The Disaster Artist‘ – Official Trailer

James Franco geht dem Mythos in neuer Mockumentary auf die Spur

Diesem Mythos geht James Franco (‚Why Him?‘) mit der biografischen Komödie ‚The Disaster Artist‘ auf den Grund. Was sich für einen Österreicher als dezenter Schwachsinn anhört, boomt seit Anfang Dezember in ausgewählten US-Kinos. Auch wenn es die Quasi-Mockumentary nicht darauf abgesehen hat Rekorde zu brechen, gilt Franco damit sogar als Anwärter für einen Oscar. Neben ihm spielen übrigens auch noch eine ganze Reihe hochkarätiger Mimen in dem Film mit, darunter sein Bruder Dave Franco, Sharon Stone, Alison Brie, Zac Efron, Seth Rogen sowie Melanie Griffith und J.J. Abrams. Sogar der echte Tommy Wiseau konnte für eine Gastrolle engagiert werden.

Wer jetzt Lust bekommen hat sich die beiden Filme hierzulande näher anzusehen, muss allerdings enttäuscht werden: ‚The Room‘ wurde in unseren Breitengraden tatsächlich noch nie im Fernsehen gezeigt – eine deutsche Synchronisation gibt es schlichtweg nicht. Weniger trist sieht die Situation mit ‚The Disaster Artist‘ aus; der Kino-Release für Österreich/Deutschland ist mit Februar 2018 angepeilt.

Kleines Trostpflaster: Auf YouTube gibt es das Original in seiner vollen Länge zu sehen, die „Qualität“ hält sich allerdings in Grenzen.

‚The Room‘ (Full Movie)

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