The Last Kingdom: Wir trafen Brida (Emily Cox) zum Interview

Emily Cox spielt in der Wikingerserie ‚The Last Kingdom‘ die furchtlose Kämpferin Brida

Emily Cox spielt in der Wikingerserie ‚The Last Kingdom‘ die furchtlose Kämpferin Brida

Der Erfolg der britischen TV-Serie „The Last Kingdom“ hat Emily Cox den internationalen Durchbruch beschert. Die 31-jährige Schauspielerin mit britisch-österreichischen Wurzeln pendelt zwischen Wien, Berlin, Budapest, London und L.A.

Von Mai bis September 2016 wurde in Budapest die zweite Staffel der History-Serie gedreht, die im Frühling auf Netflix starten wird. Wir trafen Emily Cox, sie spielt die Brida, zum Gespräch:

Emily Cox über die erste Staffel von ‚The Last Kingdom‘:

TV-MEDIA: Die History-Serie „The Last Kingdom“ hat Ihnen in Hollywood die Türen geöffnet.
Emily Cox: Es fühlt sich manchmal noch wie ein Traum an. Eigentlich hat man für Brida, die weibliche Hauptrolle, eine US- oder britische Schauspielerin gesucht. Dann ist das Angebot bei meinem Agenten gelandet und ich habe ein e-Casting gemacht. Danach wurde ich zu Castings mit den Produzenten eingeladen. Nachdem ich die Zusage für die Rolle hatte, haben sie mich mit verschiedenen Hauptdarstellern gecastet. Denn den mussten sie erst noch finden.

Emily Cox hat einen britischen Vater und eine irische Mutter. Sie fühlt sich aber sehr österreichisch

Emily Cox hat einen britischen Vater und eine irische Mutter. Sie fühlt sich aber sehr österreichisch

TV-MEDIA: Geworden ist es Alexander Dreymon. Er spielt Uthred in der Serie.
Emily Cox: Genau. Die Chemie zwischen Alex und mir ist echt gut. Das hat fast schon etwas Geschwisterliches - wie Uthred und Brida in der Serie, die sich die ganze Zeit ärgern. Alex ist ein wahnsinnig zuverlässiger, lieber und loyaler Typ. Und er hat Sinn für Humor

TV-MEDIA: ‚Vikings‘ und ‚The Last Kingdom‘ behandeln die Wikinger-Raubzüge in England und Irland. Ihre Serie ist allerdings geschichtlich akkurater als ‚Vikings‘.
Emily Cox: Stimmt. König Alfred gab es wirklich. Den kennt jedes kleine Kind in England. Einen Mann namens Uhtred gab es ebenfalls – der Charakter der Serie ist allerdings frei erfunden. Man merkt der Serie an, dass Bernard Cornwell, der Autor der Romanvorlagen, Geschichte studiert hat.

Badass Brida

TV-MEDIA: Für viele ist ‚The Last Kingdom‘ das perfekte Serienfutter während man auf ‚Game of Thrones‘ wartet.
Emily Cox: Ja, wobei unseren Produzenten wichtig war, dass die Serie einen realistisch-dreckigen Look hat – es sollte weniger glamourös als Game of Thrones sein, eher dokumentarisch. Wir hatten ein großes Team, insgesamt ungefähr 300 Leute, trotzdem hat sich alles sehr familiär angefühlt.

TV-MEDIA: Wie darf man sich das Set-Leben in Ungarn vorstellen?
Emily Cox: Während der ersten Staffel haben wir in Budapest gewohnt und in der Umgebung im Wald gedreht. Es war wahnsinnig kalt. Wir wurden um 5 Uhr morgens abgeholt und waren bis am Abend in Wald. Die Zeit beim Dreh ist aber schnell vergangen, weil es so aufregend war. Irgendwann saß ich neben Alex am Pferd und meinte zu ihm: „Unglaublich, dass wir für diesen Spaß auch noch Geld bekommen.“

TV-MEDIA: Sie sind halb Österreicherin, halb Britin. Hatten Sie Angst, dass es Sprachprobleme geben könnte?
Emily Cox: Nein, Englisch ist meine zweite Muttersprache. Aber ich hatte Glück so eine Chance zu bekommen, denn ich kannte niemanden in der englischsprachigen Branche.

Emily Cox: Österreicherin oder Britin?

TV-MEDIA: Fühlen Sie sich als Österreicherin oder als Britin?
Emily Cox: Ich fühle mich schon sehr österreichisch. Ich bin in Wien geboren und aufgewachsen, habe hier die Matura gemacht und Schauspiel studiert. Aber mein Vater ist Brite und meine Mutter Irin. Beide sind Pianisten und damals via Stipendium nach Österreich gekommen. Geplant waren eigentlich ein bis zwei Jahre in Wien. Dann sind sie hier geblieben.

TV-MEDIA: Welchen Pass haben Sie?
Emily Cox: Ich habe den britischen und den irischen Pass.

Emily Cox über die 2. Staffel von ‚The Last Kingdom‘

TV-MEDIA: Am Ende der 1. Staffel ist ihre Figur Brida Geisel der Engländer. Was dürfen Sie uns über Staffel 2 verraten?
Emily Cox: Inhaltlich leider wenig.

Brida: mutig und schön

Brida: mutig und schön

(Achtung SPOILERGEFAHR: Wenn Sie die erste Staffel noch nicht gesehen haben, überspringen Sie diese Frage bitte!)

TV-MEDIA: Die Trennung von Brida und Uthred hat viele Zuseher überrascht.
Emily Cox: Ich glaube, dass die Verbindung zwischen den beiden immer stark sein wird. Für Brida ist Uthred einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Sie haben viel gemeinsam erlebt. Egal was passiert, so eine Verbindung löst sich nie auf. Abschiedsszenen zu drehen war daher immer spannend. Du weißt nie, wie, und ob es weitergeht. Verabschiedet sich meine Figur jetzt für immer oder komme ich zurück?

SPOILER-Ende – Sie können jetzt wieder gefahrlos weiterlesen!

TV-MEDIA: Haben Sie die Romanvorlagen gelesen?
Emily Cox: Ja. Es gibt neun Bücher. Die erste Staffel umfasst die ersten zwei Romane.

TV-MEDIA: Das heißt es könnten sich insgesamt vier Staffeln ausgehen?
Emily Cox: Genau. Es ist spannend zu sehen, ob sie sich genau an die Bücher halten.

TV-MEDIA: Wurde die zweite Staffel auch wieder in Budapest gedreht?
Emily Cox: Ja, wieder mit demselben Team. Allerdings haben wir diesmal im Sommer gedreht. Es war ganz schön heiß - 37 Grad und wir mussten Kampfszenen im Fellmantel drehen. Ich kann mich an eine Szene noch gut erinnern. Ich sollte eine Gruppe von Stuntmännern anführen. Sie waren alle große, durchtrainierten Männer und schneller als ich. Ich bin also eher weggerannt, aber es sollte so aussehen, als würde ich sie führen! An diesem Tag wurde viel gelacht am Set.

TV-MEDIA: Gibt es weitere lustige Anekdoten vom Set?
Emily Cox: Für die zweite Staffel mussten wir unsere Reitkünste verbessern. Also haben Alex und ich ein Reittraining absolviert. Danach waren wir total verschwitzt und rochen nach Pferd. Das Problem war: Wir waren in einem gehobenen Hotel untergebracht und Alex (Dreymon) hatte seinen Zimmerschlüssel vergessen. Die Hotel-Rezeption wollte ihn nicht reinlassen, weil er total verschwitzt und mit seinen langen Haaren eher einem Obdachlosen als einem TV-Star ähnelte. Er musste mich im Zimmer anrufen, damit er beweisen konnte, dass er tatsächlich er ist.

TV-MEDIA: Wann war klar, dass es eine zweite Staffel der Serie geben wird?
Emily Cox: Die Produzenten haben zuerst abgewartet, wie gut die Serie ankommt. Ein paar Monate später war klar, dass es weitergehen würde.

TV-MEDIA: Wie wichtig ist Social Media bei ‚The Last Kingdom‘?
Emily Cox: Es ist fixer Teil des Konzepts. Ich habe mir Twitter- und Instagram-Accounts eingerichtet und mit einer Social Media-Expertin geredet. Wir wurden dazu angehalten regelmäßig Selfies vom Set zu machen.

TV-MEDIA: Hatten Sie schon verrückte Fan-Encounters?
Emily Cox: Am Busbahnhof in Berlin wollten zwei Mädchen ein Foto mit mir machen. Ich habe gar nicht gescheckt, dass sie mich wegen ‚The Last Kingdom‘ erkannt haben. Und Stewardessen erkennen mich oft wegen der Serie. Bei Stewardessen ist das wohl eine Berufskrankheit, da sie sich die Leute genauer anschauen.

Höhen und Tiefen in Job und Leben der Schauspielerin Emily Cox

TV-MEDIA: Sie sind gerade sehr gefragt. Aber als Schauspieler hat man immer wieder Wartezeiten. Wie vermeidet man Durchhänger in diesem Job?
Emily Cox: Ich finde es wichtig positiv zu denken und sein Glück nicht vom Beruf abhängig zu machen. Dadurch, wie man auf die Welt schaut, kann man beeinflussen wie es einem geht. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig den Fokus auf das Gute zu legen, auf das Zwischenmenschliche und auf die Liebe.

TV-MEDIA: Die wichtigste Lektion, die Sie im Leben gelernt haben?
Emily Cox: Ich glaube, dass man das Glück nicht im Außen findet. Himmel oder Hölle erlebt man im eigenen Kopf. Man kann das Außen nur schwer verändern, aber man hat immer die Freiheit, seine Sicht auf die Dinge zu verändern.

TV-MEDIA: Wir schaffen unsere Realität also über unsere Gedanken? Wenn wir positiv denken, wird unser Leben besser ...
Emily Cox: Ich glaube es geht darum, wohin man den Fokus richtet. Man kann die guten Dinge sehen, oder die schlechten. Die Frage ist: Was bringt es mir, wenn ich mich in Krisen auf das Negative stürze? Nichts. Ich gebe aber zu, man muss die positive Denkweise trainieren, um die Welt so zu sehen.

Für Emily Cox hat Schauspiel etwas damit zu tun, dass man Masken fallenlässt

Für Emily Cox hat Schauspiel etwas damit zu tun, dass man Masken fallenlässt

TV-MEDIA: Wie sehen Sie das: Ist Verliebtsein ein Zustand, Liebe aber eine Entscheidung?
Emily Cox: Ja, in einer Partnerschaft stößt man immer wieder auf schwierige Punkte, wobei die zu lösenden Probleme meist bei einem selbst liegen, nicht beim Partner – auch wenn man das glaubt. Dein Partner ist dazu da, dass du dich weiterentwickeln und lernen kannst. Aber meistens läuft man – wenn es schwierig wird - davon, zum nächsten Partner. Und alles geht von vorne los. So machen es viele – und das ist wahnsinnig schade.

TV-MEDIA: Warum wurden Sie Schauspielerin?
Emily Cox: Für mich hat Schauspiel weniger mit Spielen zu tun, mehr mit Wahrheit und Ehrlichkeit. Ich spiele deswegen so gerne, weil ich das Gefühl habe, dass ich meinem Spielpartner sehr nahe kommen kann. Dass man verstehen kann, wer der andere ist, wenn man sich ohne Maske zeigt und in eine Verbindung eintritt. Für mich geht’s beim Schauspiel um Ehrlichkeit und um das Fallenlassen von Masken.

TV-MEDIA: Geht sich Ehrlichkeit im Schauspiel-Biz aus?
Emily Cox: Die Schauspieler, die mich faszinieren, sind wahnsinnig ehrlich. Zum Beispiel Dustin Hoffman. Wenn man sich Interviews mit ihm anschaut, sieht man, dass er nicht spielt. Er ist, wie er ist. Er biedert sich nicht an um zu gefallen. Er versucht niemand anders zu sein. Ich glaube das ist der Schlüssel zum Erfolg in diesem Business.

TV-MEDIA: Was macht Emily Cox glücklich?
Emily Cox: Schokolade. Und mich macht es glücklich, wenn ich mit jemandem anderen einen ehrlichen Austausch habe.

Die neuen Projekte der Emily Cox

TV-MEDIA: Sie sind gerade im neuen deutschen Comedy-Format ‚jerks‘ mit Christian Ulmen und Fahri Yardim zu sehen.
Emily Cox: Ja, das haben wir anschließend an die 2. Staffel von ‚The Last Kingdom‘ gedreht. Die Dialoge waren improvisiert, die Ideen zu den Geschichten stammten aus dem Leben von Christian und Fahri. Es gab keine Vorschriften. Ich habe noch nie so viel gelacht an einem Set.

Christian Ulmen und Fahri Yardim haben sich Emily Cox als Serienkollegin geschnappt

Christian Ulmen und Fahri Yardim haben sich Emily Cox als Serienkollegin geschnappt

TV-MEDIA: Umso schöner, dass sie einen Zwischenstopp in Wien eingelegt haben.
Emily Cox: (Lacht) Na klar! Das ist ja mein zu Hause. Ich bin aber auch hier, weil ich in ‚Der Boden unter den Füßen‘, dem neuen Film von Marie Kreutzer, die Hauptrolle spielen werde. Ich freu mich schon sehr auf die Zusammenarbeit.

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