‚The Last Guardian‘: Fantastische Tierwesen und wo sie auf der PlayStation 4 (endlich) zu finden sind

Das jahrelange Erfolgsrezept der japanischen Entwickler-Legende Fumito Ueda geht auch bei ‚The Last Guardian‘ wieder vollends auf

Das jahrelange Erfolgsrezept der japanischen Entwickler-Legende Fumito Ueda geht auch bei ‚The Last Guardian‘ wieder vollends auf

Neun Jahre mussten Fans auf das neueste Werk von Entwicklerlegende Fumito Ueda warten, nun ist ‚The Last Guardian‘ exklusiv für PlayStation 4 erhältlich. Wir haben uns mit einem namenlosen Burschen und seinem fantastischen Tierwesen Trico durch verwinkelte Labyrinthe gekämpft und haben dabei wieder gelernt, dass ein Videospiel nicht zwingend randvoll gefüllt sein muss mit Gegnern, bombastischen Zwischensequenzen und sonstiger Effekthascherei.

Das lange Warten hat endlich ein Ende. Neun Jahre hat das Team rund um Entwicklerlegende Fumito Ueda an ‚The Last Guardian‘ bebastelt, jetzt ist das stimmige Rätsel-Adventure erschienen. Wie bereits bei ‚Ico‘ und ‚Shadow of the Colossus‘, setzt dieses Game weniger auf Effekthascherei, sondern auf liebevolle Inszenierung, gekonnte Charakterbindung und knackige Interaktion mit der virtuellen Spielumgebung.

Erfolgsrezept: Kleine Spiele, mit gigantischer Auswirkung

Wir erinnern uns kurz an das Letztlingswerk. 2005 erschien mit ‚Shadow of the Colossus‘ ein Spiel, dessen Prämisse anfangs zugegeben etwas seltsam klang: In einer, für die Verhältnisse der damaligen PlayStation-2-Generation, gigantischen Open-World, musste der Spieler die Rolle eines einsamen Mannes übernehmen, der gemeinsam mit seinem Pferd durch die weiten Lande zog, um das Leben eines Mädchens zu retten. Um dies zu schaffen galt es, 16 Riesen zu bezwingen. Aus. Mehr Gegner gab es in dem gesamten Spiel nicht.

Vor 11 Jahren schickte uns Fumito Ueda auf die Reise, um 16 Giganten das Licht auszuknipsen – das Konzept ging auf und sollte eines der besten Videospiele aller Zeiten zur Folge haben

Vor 11 Jahren schickte uns Fumito Ueda auf die Reise, um 16 Giganten das Licht auszuknipsen – das Konzept ging auf und sollte eines der besten Videospiele aller Zeiten zur Folge haben

Wer sich davon jedoch nicht abschrecken ließ, dem wurde eines der bis heute eindrucksvollsten Videospiele aller Zeiten geboten. Die Kämpfe gegen die Giganten sollten sich als wahre Kreuzzüge erweisen, musste man die meterhohen Kolosse doch erst einmal erklimmen, deren Schwachpunkte ausfindig machen und dabei nicht abgeschüttelt werden. Die Spielzeit jedenfalls zog sich auch bei diesen 16 Gegnern ziemlich in die Länge und sorgte für mehr Endorphinausstoß, als so mancher vollwertige Triple-A-Titel. Ein großer Faktor über den gesamten Spielzeitraum hinweg, stellte dabei die Bindung zwischen Mensch und Pferd da – im Vorgängerspiel ‚Ico‘ war es das Verhältnis zwischen einem Jungen und einem Mädchen.

Trico, der neue beste Freund des Videospielers

Weniger gigantisch, dafür aber nicht minder riesig, geht es nun elf Jahre später bei ‚The Last Guardian‘ zu. Wir übernehmen abermals die Rolle eines Menschen, der über den Spielverlauf hinweg eine herzzerreißende Bindung zu einer meterhohen Chimäre aufbaut. Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Mischwesen aus Katze, Hund und Vogel, das obendrein Blitze verschießen kann. Bereits in den ersten Spielminuten fühlen sich Veteranen heimisch. Der Körper des Buben ist mit seltsamen Zeichen übersät, ohne viel wenn und aber werden wir in das Spiel katapultiert, finden uns in einer Art Ruine wieder – die sich als Zwinger für die „Bestie“ erweisen soll – und haben eigentlich keine Ahnung, was wir eigentlich machen sollen. Danke Herr Ueda, genau das macht Ihre Spiele so interessant!

Es gilt zu Forschen und zu Entdecken, doch zuerst muss der namenlose Protagonist sich um die rätselhafte Kreatur kümmern, die zusammengekauert neben ihm liegt. Speere stecken in ihrem Federkleid, kommt man dem Fabelwesen jedoch zu nahe, beginnt es wild zu schnaufen und mit den Flügeln zu schlagen. Soll man dem Tier tatsächlich helfen, oder will es uns etwas Böses? Nachdem es aus dem Verlies offensichtlich kein Entkommen zu geben scheint, entscheiden wir uns dazu, Hilfe zu leisten. In einigen Ecken der steinernen Halle entdecken wir später leuchtende Fässer, für die es augenscheinlich auch keine Verwendung gibt – bis wir sie anheben und dem seltsamen Wesen zuwerfen. Es beginnt zu essen, scheint wieder zu Kräften zu kommen – und bedankt sich damit, uns den Weg in den nächsten Abschnitt freizumachen.

Herzklopfen, wie vor elf Jahren!

So geht das den Großteil des Spiels über, mit immer neueren Rätseleinlagen und verzwickten Stellen, die es wie ein Puzzle zu lösen gilt. Der Spieler will freilich den Jungen aus dem verwinkelten Höhlenkomplex herauslotsen, gleichzeitig ist es jedoch unabdingbar, sich mit Trico – so der Name der Kreatur – anzufreunden um die hürdenreichen Passagen zu meistern. Im Laufe der Zeit lernen wir sogar, unserem neuen Freund Befehle zu erteilen und lenken ihn an Stellen, die wir ohne seine Unterstützung wohl nie erreicht hätten. Oft gilt es auch, sich etwas zu trauen. Etwa über einen klaffenden Abgrund zu springen oder an Wänden entlang zu schleichen, von denen man lieber nicht abrutschen möchte. Oft pocht uns das Herz, so wie seinerzeit bei ‚Shadow of the Colossus‘. Fumito Ueda hat es wieder geschafft!

Diese kleinen Altlasten der Vorgänger-Generation …

Bei all der Emotion, den Wagnissen die man eingehen muss, und der clever inszenierten Rätselraterei, gibt es jedoch leider auch ein paar Kritikpunkte anzumerken. Man darf natürlich nicht vergessen, dass sich dieses Spiel seit dem Jahr 2007 in Entwicklung befindet, und seinerzeit noch für die PlayStation 3 konzipiert war. Es stört gar nicht, dass die Grafik schlicht gehalten ist – das kompensiert alleine die Spielmechanik, die gar keine großen Knalleffekte benötigt –, doch es sind die holprigen Kamerafahrten und immer wieder auftretende Problemchen mit den Texturen, die einem stellenweise den Nerv rauben. So geht hie und da einmal ein Sprung ins Leere, weil man heutzutage eine wesentlich präzisere Kollisionsabfrage gewohnt ist.

Wie man sich das vorstellen darf, wenn man ein Technik-Laie ist? Aktuelle Spiele sind zum Großteil physikalisch korrekt programmiert. Schon das Betätigen der Sprungtaste ist heute ausschlaggebend, für den Ausgang der Handlung. Ein leichter Druck auf den Knopf hat einen zaghaften Hüpfer zu Folge, drückt man den Daumen jedoch fest in das Gamepad, und nimmt zuvor gar auch noch Anlauf, kann man damit rechnen, einen richtig großen Satz nach vorne zu machen. Die anschließende Landung hat dann entweder eine Rolle vorwärts zur Folge, oder die Spielfigur bleibt kurzzeitig wie paralysiert stehen und muss sich erst einmal von der Aktion erholen. Die PS3-Generation und deren Vorgänger, hatten auf Grund ihrer niedrigeren Rechenleistung entsprechend ihre Probleme damit, so etwas wie „physikalisch korrekt“ zu performen – entsprechend abgehackt sahen die Moves der Charaktere aus. Sehen Sie sich beispielsweise die ersten ‚Tomb Raider‘-Spiele an und vergleichen diese mit aktuellen Ablegern der Reihe, wie ‚Rise of the Tomb Raider‘.

Kein Spiel für jedermann

Ob man diese Performance-Einbußen nun als Manko ansieht, oder es vielleicht sogar als charmant ansieht, quasi in die „guten alten Zeiten“ zurückversetzt zu werden, kann jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedoch: Wer Action am Laufband sucht, State-of-the-Art-Grafik und entsprechenden Hardwareverschleiß braucht, sowie von einer Mission zur nächsten hetzen möchte und einen Storyverlauf wie bei Malen nach Zahlen benötigt, der ist hier an der falschen Adresse. Für ‚The Last Guardian‘ braucht es Geduld, und stellenweise auch Ausdauer, doch die wird mit einer herzzereißenden Geschichte belohnt, die in einem Zeitalter, wo alles höher, toller und weiter sein muss, seinesgleichen sucht. Ein stilles Meisterwerk eben.

‚The Last Guardian‘ ist ab 7. Dezember exklusiv für PlayStation 4 erhältlich.

‚The Last Guardian‘ - PlayStation Experience 2016 (Trailer)

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