‚The Fourth Phase‘: Wir haben mit Snowboarder Travis Rice gesprochen

Travis Rice unterhielt sich mit TV-MEDIA-Redakteur Bernhard Steiner im Wiener Riesenrad

Travis Rice unterhielt sich mit TV-MEDIA-Redakteur Bernhard Steiner im Wiener Riesenrad

Nach ‚That's It, That's All‘ (2008) und ‚The Art of FLIGHT‘ (2011) setzt Red Bull abermals die amerikanische Snowboard-Ikone Travis Rice in der eisigen Wildnis aus, und verfolgt seinen spektakulären Trip vom Nordpazik zu den Gebirgslandschaften von Japan und Russland bis Alaska. Dabei hat sich der österreichische Multikonzern die Produktion wieder einiges kosten lasen: über Helikopterflüge hin zu Super-Zeitlupen-Aufnahmen ist alles dabei, was das Boarder-Herz höher schlagen lässt – solange man gesponsert wird. Wir sprachen mit dem Protagonisten über die Doku und die Tatsache, dass sich der Otto-Normal-Bürger bei seinem Winterurlaub heutzutage bald nicht einmal mehr den Liftpass leisten kann.

Spätestens seit der Doku ‚The Art of FLIGHT‘ kennt man Travis Rice auch außerhalb der Snowboard-Szene. Der 33-jährige Amerikaner hat sich binnen der letzten fünf Jahre zum Aushängeschild der Branche gemausert – und ist damit, mehr oder weniger, in die Fußstapfen von Rider-Legende Shaun White getreten. Während sich Letzterer zunehmend aus den Funparks dieser Welt zurückzieht, und ein beschauliches Leben als Geschäftsmann führt (White hält beispielsweise die Mehrheitsanteile an der Air & Style Company und somit deren internationale Wettbewerbe, Anm.), ist Rice für sein Publikum zum Greifen nahe – wie er bei seiner Promotion-Tour für den neuen Film ‚The Fourth Phase‘ unter Beweis stellt.

Travis Rice (l.) und sein Kollege Eric Jackson müssen nicht beim Lift anstehen: Sie werden von einem Helikopter auf die unberührten Berggipfel geflogen. Ein Privileg, für das sich ein Sponsoring-Vertrag schon auszahlt!

Snowboarden als Profisport: Ein Leben am Limit

In seinen Filmen (darunter ‚That's It, That's All‘ und eben der bereits zum Kult avancierte ‚The Art of FLIGHT‘) nimmt er die Zuseher mit auf eine Reise in die Welt des Snowboardens, und lässt sowohl Wintersportlern, als auch Menschen die noch nie in ihrem Leben auf einem Brett gestanden sind, das Wasser im Mund zusammenlaufen. Natürlich, Rice ist ein Vollprofi der für seine Szenen tatsächlich ans Limit geht: schon der kleinste Fehler würde ihm das Leben kosten. Doch die Filme setzen nicht ausschließlich auf Risiko, und das Spiel mit dem Tod, sondern fokussieren sich zu einem essentiellen Teil auch auf wunderschöne Landschaftsaufnahmen und eine Gruppe Freunde, die mit Leidenschaft und Herzblut die atemberaubendsten Gipfel dieses Planeten hinuntergleiten. Okay, mit einem Helikopter auf einem Berg in der Antarktis abgesetzt zu werden ist etwas, das wohl einem gesponserten Pro-Rider vorbehalten ist, doch darüber sind sich die Zuseher dieser sündhaft teuren Red-Bull-Produktionen im Klaren.

Es mag nicht nach viel aussehen, doch bei soclh einem Sprung befindet man schon einmal gut 10 Meter über dem Erdboden. Ein kleiner Fehler, und der Fahrer bricht sich den Rücken!

Mit Travis Rice im Wiener Riesenrad

Ich habe Travis Rice in Wien getroffen, und bin mit ihm in den Prater gegangen. Bei ein paar Runden im Riesenrad sprachen wir über die Entwicklung der Szene, ein Leben am seidenen Faden und den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt.

TV-MEDIA: ‚The Fourth Phase‘ spendet nicht nur den Titel für den vierten Teil einer Reihe von Snowboard-Dokumentationen, sondern steht auch ganz im Zeichen des Elements Wasser und thematisiert mitunter auch den Wasserkreislauf, ohne den es keinen Schnee gäbe. Hört sich an, als wäre Ihnen die Umwelt ein Anliegen?
Travis Rice: Wie du richtigt sagst, ohne diesen Kreislauf gäbe es auch keinen Schnee, was für uns Boarder eine wichtige Voraussetzung ist. Abseits davon sind wir aber alle Teil dieses Phänomens: wir Menschen bestehen zu einem Großteil aus Wasser, wir benötigen es zum Überleben, es umgibt uns tagtäglich. Leider ist das Vielen nicht bewusst, oder sie nehmen es für Selbstverständlich dass es aufbereitetes Trinkwasser gibt. Wir haben versucht, einerseits einen coolen Film zu drehen, dabei auch mächtig viel Spaß zu haben, aber eben auch darauf aufmerksam zu machen, dass dieses Element ein Geschenk ist, für das wir alle zusammen dankbar sein müssen.

Während zwei Fahrten im Riesenrad stand uns Travis Rice Rede und Antwort

TV-MEDIA: Auch das Leben ist ein Geschenk. Vielen Zusehern bleibt bei so manchen Szenen das Herz stehen. Sie selbst sind während dem Dreh zu ‚The Fourth Phase‘ in eine Lawine geraten und knapp mit dem Leben davongekommen. So sehr diese Filme vom Fahren abseits der Piste leben, aber als Snowboard-Ikone haben Sie doch auch eine gewisse Vorbildfunktion. Wie lässt sich das vereinbaren?
Rice: Bei gewissen TV-Formaten steht dabei „Nicht zuhause nachmachen“. So etwas war in meiner Jugend nicht nötig, denn wir wussten, wo die Grenzen sind. Heute gehöre ich zu den Wahnsinnigen, die ans Limit gehen, hoffe aber, dass jeder für sich selbst weiß, welche unserer Szenen unter Berücksichtigung von Sicherheitsmaßnahmen gefilmt wurden. Mir ist bewusst, dass ich in dieser Rolle eine gewisses Verantwortung habe, aber wir haben einen Sportfilm gedreht, der diese Szene aus einer Perspektive zeigt, die bis zu einem gewissen Grad Profis vorbehalten ist.

TV-MEDIA: Was hat sich für Sie seit ‚The Art of FLIGHT‘ getan, und wie sehr unterscheidet sich Ihrer Meinung nach die neue Produktion von der alten?
Rice: Ich werde heute noch von etlichen Leuten auf ‚The Art of FLIGHT‘ angesprochen und uns war damals gar nicht bewusst, was wir mit diesem Film losgetreten haben. Eine Lawine quasi. Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir für eine solche Art Film immens teures Equipment – alleine die Phantom-Kamera (eine High-Speed-Kamera für Ultra-Zeitlupen-Effekte, Anm.) für einige unserer Szenen verwenden zu können war Hammer. Von technischer Seite hat sich natürlich einiges getan, wir haben tausend Pfund an Equipment auf diese Berge gehievt um die bestmögliche Qualität zu garantieren.


Wir sind nicht auf die Berge gefahren und haben uns mit Smartphones gefilmt. Solche „Filme“ findet man im Internet zu Hauf, aber wir hatten andere Qualitätsansprüche!

TV-MEDIA: Aber sind wir uns ehrlich: Spiegelt das noch den tatsächlichen „Spirit“ dieser Szene wider? Verstehen Sie mich nicht falsch, aber ich als Otto-Normal-Snowboarder kann mir bald nicht einmal mehr den Liftpass leisten, und Sie lassen sich auf die entlegensten Berggipfel dieser Welt chauffieren – mit einem Heli, wohlgemerkt.
Rice: Ich verstehe das Argument gut, und es ist wohl ein Privileg einen Sponsor wie Red Bull zu haben – dem es die ganze Sache wert ist. Von Boarder zu Boarder gesprochen: was will man mehr? Verdammt, ich genieße das auf jeden Fall in vollen Zügen! Aber wenn du dir von einer Snowbaord-Doku erwartest, dass fünf Freunde ihren Wochenend-Trip auf einem Smartphone filmen, und das dann einen „Film“ nennen, dann wirf einen Blick auf YouTube. Es gibt auch besser produzierte Filmchen, gefühlt zehn Stück davon kommen Jahr für Jahr raus – und die sind wirklich gut und fangen all das ein. Wir hatten andere Ansprüche, und einen Streifen wie den unseren wird man auch in einigen Jahren so nicht zu sehen bekommen.

TV-MEDIA-Redakteur und Snowboarder Bernhard Steiner traf Szene-Ikone Travis Rice (l.) zum Interview im Wiener Prater

TV-MEDIA: Gutes Stichwort – ein Blick in die Zukunft: Vier Winter zogen für die Aufbereitung von ‚The Fourth Phase‘ ins Land. Es ist wohl noch zu früh um von einer fünften Phase zu sprechen, aber wird die Reihe und die Zusammenarbeit mit Red Bull fortgeführt?
Rice: Für’s Erste bin ich einmal froh, dass der Film im Kasten ist. Es war stellenweise richtig kräfteraubend, jetzt steht uns die Promotion-Tour bevor. Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit mit unseren Sponsoren weitergeht und wir noch viele tolle Filme zusammen drehen werden – jetzt möchte ich aber primär Zeit mit Freunden und Familie verbringen.

‚The Fourth Phase‘ läuft ab 3. Oktober in ausgewählten Kinos. Als besonderes Schmankerl, kann man sich die Doku am 2. Oktober gratis auf Red Bull TV ansehen. Wir empfehlen jedem Wintersportler, sich dieses Werk zu Gemüte zu führen.

The Fourth Phase - Official Trailer

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