‚Terror - Ihr Urteil‘: TV-Publikum spricht Angeklagten frei!

Florian David Fitz spielt den angeklagten Piloten – das TV-Publikum entschied für „nicht schuldig“

Florian David Fitz spielt den angeklagten Piloten – das TV-Publikum entschied für „nicht schuldig“

Darf man eine Gruppe Menschen töten, um viele andere zu retten? In der TV-Adaption von Ferdinand von Schirachs Bühnenstück ‚Terror‘ hatten sich gestern Abend die TV-Zuseher auf ORF 2, ARD und SRF 2 mit ebendiesem moralischen Dilemma zu befassen. Als „Schöffen“ waren sie dazu aufgerufen, mittels Tele- oder Onlinevoting über die Verurteilung von Major Lars Koch (gespielt von ‚Doctor’s Diary‘-Liebling Florian David Fitz) zu entscheiden.

Der (fiktive) Luftwaffen-Major Lars Koch (Florian David Fitz) sitzt im Gerichtssaal und wartet auf sein Urteil. Der 32-Jährige ist wegen Mordes angeklagt: Er hat ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug mit 164 Personen an Bord abgeschossen, das andernfalls in die Münchner Allianz-Arena gekracht wäre – 70.000 Todesopfer wären hier die Folge gewesen. Hat Koch richtig gehandelt? Darüber durften die Fernsehzuschauer gestern Abend, 17. Oktober, selbst entscheiden. Via Tele- und Onlinevoting traten sie als „Schöffen“ auf, und mussten das Schicksal des jungen Mannes besiegeln.

Unschuldig in Österreich, Deutschland und der Schweiz!

Die österreichischen Zuseher sprachen Koch mit einer Mehrheit von 86,9 Prozent nicht schuldig. 13,1 Prozent votierten hingegen dafür, dass der Luftwaffenpilot schuldig gesprochen wird. Damit fiel die Entscheidung des österreichischen Publikums analog zu jener der deutschen und des schweizerischen TV-Zuseher aus, wo der Fernsehfilm parallel ausgestrahlt wurde. In Deutschland stimmten exakt wie in Österreich 86,9 Prozent der Televoter für nicht schuldig, in der Schweiz mit 84 Prozent etwas weniger.


Am ORF-Themenabend waren um 20.14 Uhr bis zu 879.000 beim TV-Justizdrama ‚Terror – Ihr Urteil‘ dabei, bis zu 917.000 verfolgten danach (ab 21.48 Uhr) das Urteil und die ‚Am Schauplatz Gericht spezial‘-Diskussion. Durchschnittlich ließen sich den Film, die Abstimmung und die Diskussion 824.000 nicht entgehen. Mittels Tele- und Onlinevoting wurden 73.000 Stimmen abgegeben.

Zwei Fassungen mit anschließender Diskussionsrunde

Damit das TV-Experiment so funktionieren konnte, wurden natürlich zwei unterschiedliche Fassungen des Filmendes gedreht, die je nach Ausgang des Votings entsprechend ausgestrahlt werden konnten. Im Anschluss an das Event-Movie, wurde der Fall mittels Diskussionsrunden aufgearbeitet. In ORF 2 (‚Am Schauplatz Gericht spezial‘ mit Peter Resetarits) war dazu neben der Rechtsphilosophin Elisabeth Holzleithner, Luftwaffenchef Karl Gruber und dem Verfassungsjuristen Heinz Mayer auch Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) geladen. Zeitgleich arbeiteten auf ARD Frank Plasberg (‚Hart aber fair‘) und auf SRF 2 Jonas Projer (‚Arena spezial‘) das Urteil auf.

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