‚Tatort‘-Newcomerin Weisz: „Ich schaue Polizisten gerne an“

Im Frühling 2016 löst Franziska Weisz gemeinsam mit Wotan Wilke Möhring ihren ersten ‚Tatort‘-Fall in Hamburg

Im Frühling 2016 löst Franziska Weisz gemeinsam mit Wotan Wilke Möhring ihren ersten ‚Tatort‘-Fall in Hamburg

Vor ihrem ersten Einsatz am NDR-‚Tatort‘ mit Wotan Wilke Möhring haben wir die Breitenfurterin und Neo-Ermittlerin Franziska Weisz getroffen. Sie hat uns wenig über ihren ersten Fall verraten, dafür mehr über ihre Vorliebe für Polizisten.

Für einen Schauspieler gehört es im TV zu den höchsten Weihen, einen ‚Tatort‘-Ermittler zu spielen. Der 35-jährigen Niederösterreicherin Franziska Weisz (bekannt aus ‚Hundstage‘ und ‚Der Räuber‘; am 10.12. ist sie zudem im neuen ORF-Landkrimi aus dem Burgenland gemeinsam mit Andreas Lust zu sehen) wurde diese Ehre nun auch zuteil: Sie spielt Julia Grosz, die neue Partnerin von Wotan Wilke Möhring im NDR-‚Tatort‘, der im Frühjahr 2016 ausgestrahlt wird.

Am 10. 12. ist Weisz gemeinsam mit Andreas Lust im ORF-Landkrimi ‚Kreuz des Südens‘ zu sehen

Am 10. 12. ist Weisz gemeinsam mit Andreas Lust im ORF-Landkrimi ‚Kreuz des Südens‘ zu sehen

Interview mit Franziska Weisz: Halb gelöste Fälle und Lemuren aus Madagaskar

TV-MEDIA: Was können Sie uns über den neuen ‚Tatort‘ erzählen?
Franziska Weisz: Nur dass wir einen Fall halb gelöst haben.

TV-MEDIA: Halb?
Franziska Weisz: Den Mord haben wir aufgeklärt, aber das Thema ist ein größeres, ein politisches. Die größeren verknüpften Probleme kann man nicht so einfach lösen.


Einen Mord kann man als Ermittler klären, große politische Probleme aber nicht lösen

TV-MEDIA: Ist es etwas Besonders, an ein ‚Tatort‘-Set zu kommen?
Franziska Weisz: Ich finde jeden Dreh toll. Jedes Mal, wenn ich an ein Set komme, denke ich mir, was habe ich für ein Glück, den schönsten Beruf der Welt ausüben zu dürfen.

TV-MEDIA: Warum ist es der schönste Beruf der Welt? Weil Sie z. B. nicht im Büro sitzen müssen?
Franziska Weisz: Das ist ein guter Punkt. Ich reise wahnsinnig gerne und wollte schon immer einen Beruf haben, der mich so fesselt, dass ich nicht auf Urlaub fahren möchte. Mittlerweile bin ich mehr unterwegs, als mir lieb ist. Einerseits durch das Drehen in der Weltgeschichte, andererseits durch die Einladungen zu Filmfestivals. Aber zurück zur Frage: Ich bin kein Mensch für den Alltag, ich habe auch keinen Alltag. Jeder Tag ist komplett anders als der Tag davor. Der Nachteil ist zwar, dass man als Selbständiger in einem Kunstberuf von der Hand im Mund lebt, aber gleichzeitig gibt es keine Grenzen. Ich kann in so viele Rollen und Schicksale schlüpfen.

TV-MEDIA: Wohin würden Sie gerne noch reisen?
Franziska Weisz: Madagaskar. Weil ich ein großer Tierfreund bin und es dort so viele endemische (Anm.: kommen nur dort vor) Pflanzen- und Tierarten gibt. Andererseits würde ich dort wahrscheinlich nur heulen, weil 80 Prozent des Regenwaldes auf Madagaskar abgeholzt wurden, und die süßen Lemuren zum Beispiel, die wir aus den ‚Madagascar‘-Animationsfilmen kennen, vom Aussterben bedroht sind.


Einige Polizisten fühlen sich wahrscheinlich schon von mir verfolgt

TV-MEDIA: Sie sind offenbar ein wissbegieriger Mensch. Ich könnte mir vorstellen, dass man als Schauspieler an sich viel lernt?
Franziska Weisz: Jedes Mal! Vor zehn Jahren habe ich für einen historischen Film gelernt, eine Kutsche zu fahren. Oder boxen für den TV-Mehrteiler ‚Janus‘. Geboxt habe ich zwar schon als Teenager, aber dafür habe ich es wieder ausgegraben. Cello habe ich auch für eine Rolle gelernt.

TV-MEDIA: Haben Sie für den ‚Tatort‘ schießen gelernt?
Franziska Weisz: Nein, es ist nicht meine erste Rolle als Ermittlerin, und es ist bei Drehs mit Waffen meist ein Waffenmeister am Set. Den frage ich dann schon, ob es korrekt war, was ich getan habe. Es schauen ja doch viele Polizisten zu.

TV-MEDIA: Apropos Polizisten. Hat Sie Ihre Popularität vor mancher Strafe gerettet?
Franziska Weisz: Nein, aber vielleicht nach der Ausstrahlung des ersten Falls (lacht) . In Wahrheit gibt es etliche Polizisten, die sich wahrscheinlich von mir verfolgt fühlen. Seitdem ich auch Polizisten spiele, schaue ich sie gerne an. Von Kopf bis Fuß. Wie sie gehen, was sie am Gurt haben, wie sie die Schuhe schnüren und so weiter. Das ist den Menschen meistens sehr unangenehm, die mit mir spazieren gehen, wenn ich dauernd Polizisten nachstarre.

TV-MEDIA: Letzte Frage: Manche Regisseure gelten als exzentrisch. Haben Sie schon bizarre Regieanweisungen bekommen?
Franziska Weisz: Da kann ich nur von einer Kollegin berichten, die mir erzählt hat, dass eine Regisseurin zu ihr sagt: Stell dir in einer Szene vor, es würde genau jetzt deine Periode beginnen. Seither denke ich darüber nach, wie ich das spielen würde (lacht) .

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