Studie: Wer viel fernsieht, glaubt an die Todesstrafe in Österreich

The Green Mile: Wohl der bekannteste Film zum Thema Todesstrafe

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Sie wurde 1968 in Österreich abgeschafft: Die Todesstrafe. Dennoch glauben hierzulande immer noch Menschen, dass es sie bei uns gibt. Zu dieser Erkenntnis gelangt eine Studie der MedUni Wien - die Befragung ergab aber auch noch weitere erstaunlich Ergebnisse.

Es ist egal, wie alt oder gebildet man ist, auch das Geschlecht macht keinen Unterschied: Wer viel fernsieht, sitzt öfter und leichter Alltagsmythen auf. Das beweisen die Sozialmediziner Benedikt Till und Thomas Niederkrotenthaler vom Zentrum für Public Health an der MedUni Wien mit ihrer aktuellen Studie. Sie erforschten unter anderem, wie Fernsehkonsum unser Wissen über grundlegende Prinzipien der Gesellschaft, wie zum Beispiel die Todesstrafe, beeinflusst.

Studie: Besonders Viel-Schauer (engl. Binge Watcher) sind von Irrtümern betroffen

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Die Wirklichkeit und was die Menschen für wirklich halten

Am 7. Februar 1968 wurde mit einstimmigem Beschluss des Nationalrates die Todesstrafe in Österreich abgeschafft. Die letzte Hinrichtung hat am 24. März 1950 stattgefunden. In der aktuellen MedUni-Studie wurden 322 Personen zu ihrem TV-Konsum befragt und gleichzeitig, ob sie glauben, dass es in Österreich noch immer die Todesstrafe gibt und wie viele Personen in einem Todestrakt sitzen. 11,6 Prozent der Befragten waren dabei der falschen Meinung, dass die Todesstrafe noch immer existiert .


Jeder Zehnte glaubt zu wissen, dass es in Österreich noch immer die Todesstrafe gibt

Studie: Wahrscheinlichkeit des Irrglaubens steigt mit der Höhe des TV-Konsums

Je höher der TV-Konsum, umso höher war die Wahrscheinlichkeit, dass die Studienteilnehmer das glaubten, berichteten die Forscher. „Der Effekt, dass mehr als jeder Zehnte zu wissen glaubt, dass es in Österreich noch immer die Todesstrafe gibt, ist vermutlich durch den hohen Anteil an amerikanischen Filmen und TV-Serien im österreichischen Fernsehen zu erklären", sagte Benedikt Till. „Insbesondere in den Krimis wird kontinuierlich das amerikanische Justizsystem, in dem die Todesstrafe einen zentralen Stellenwert einnimmt, porträtiert.“

US-Serien wie ‚Law & Order' sind im TV-Programm zahlreich vertreten

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Fernsehen kann zu einem verzerrten Weltbild führen

Aus der Kultivierungsforschung, die sich mit der Frage befasst, inwieweit Fernsehen Realitätswahrnehmung und Einstellungen langfristig formt, sei bekannt, dass eine verzerrte Darstellung der Welt im TV zu einer verzerrten Wahrnehmung der Welt beim Zuschauer führen kann. „So überschätzen zum Beispiel insbesondere Personen mit hohem TV-Konsum häufig die Zahl von Personen in jenen Berufsgruppen, die oft im Fernsehen porträtiert werden, zum Beispiel Ärzte, Anwälte oder Polizisten. Auch die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verbrechens zu werden, wird überschätzt", sagte Till.

Grey's Anatomy und andere Arztserien lassen uns glauben, es gäbe unverhältnismäßig viele Mediziner

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Fernsehen beeinflusst unser Wissen über die Gesellschaft

Dass Fernsehkonsum auch das Wissen über grundlegende Prinzipien der Gesellschaft, wie zum Beispiel die Todesstrafe, negativ und grundlegend beeinflussen kann, ist eine ganz neue Erkenntnis. Aufgrund der Daten, die im Journal ‚Death Studies‘ publiziert wurden, lässt sich vermuten, dass auch andere Vorurteile, Mythen und falscher Informationsstand zu gesundheitsbezogenen Themen wie Suizid mit vermehrtem Medienkonsum im Zusammenhang stehen könnten. Eine Studie dazu läuft derzeit an der MedUni Wien.

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