US-Serien: Straßenfeger in Amerika – Rohrkrepierer in Österreich

Jennifer Lopez macht als korrupte Polizistin in ‚Shades of Blue‘ eine echt gute Figur, dennoch ist die Serie in Österreich nicht sonderlich beliebt

Jennifer Lopez macht als korrupte Polizistin in ‚Shades of Blue‘ eine echt gute Figur, dennoch ist die Serie in Österreich nicht sonderlich beliebt

Warum amerikanische Hit-Serien wie ‚Shades of Blue‘ im deutschsprachigen Raum nicht funktionieren.

Extravagant? Divenhaft? Sexy? Fehlanzeige! In ‚Shades of Blue‘ zeigt sich Jennifer Lopez von ihrer harten, verzweifelten und vor allem korrupten Seite! In den USA ist die NBC-Serie, die bereits um eine dritte Staffel verlängert wurde, ein Straßenfeger, bei uns ein Rohrkrepierer: Die erste Staffel fuhr auf ORF eins bescheidene Quoten ein, im Schnitt 103.000 Zuschauer.

Jennifer Lopez und ihre Serie ‚Shades of Blue‘ begeistert die USA, in Österreich lässt der Erfolg auf sich warten

‚Shades of Blue‘ hat in Österreich noch nicht so recht gezündet

Der Sender zog schon nach kurzer Zeit die Konsequenzen und verbannte La Lopez ins Nachtprogramm. Trotzdem hält der ORF an der Latina fest. Ab 26. März gibt es um 22.50 Uhr neue Folgen im Doppelpack - ist die späte Platzierung ein böses Omen? Und warum schwächelt die US-Serie bei uns?

Zu komplexe Handlung

Manche Serien-Helden locken mit einem modernen Image - damals etwa die attraktiven ‚Desperate Housewives‘. Im Gegensatz dazu flogen die Schönheitschirurgen ‚Nip/Tuck‘ wegen schlechter Quoten aus dem Programm (Pro7), und auch die Mafiosi aus der grandiosen Serie ‚Die Sopranos‘ verschwanden auf ZDF und ORF recht schnell mangels Zuschauerinteresses.

Für die Sopranos interessierten sich die österreichischen TV-Seher auch eher mäßig

Auf den ersten Blick spricht viel für US-Produktionen, die im kinoähnlichen Look daherkommen. Viele beeindrucken mit einer komplizierten Handlung, einer wohldurchdachten Figurenzeichnung und eleganten Dialogen. Doch anscheinend wollen Zuschauer komplexen Handlungsverläufen mit aufeinander aufbauenden Episoden oft nicht über Wochen folgen. Einfach gestrickte oder routinierte Serien wie ‚Monk‘, ‚Navy CIS‘ oder ‚Scorpion‘ - die in jeder Episode eine abgeschlossene Story erzählen und traditionellen TV-Erzählmustern folgen - kommen bei den heimischen Zuschauern eher an.

Nip/Tuck flog wegen schlechter Quoten aus dem TV-Programm

Zudem sabotieren die Sender ihre teuer eingekauften Serien selbst, indem sie die Sendeplätze so oft verschieben - auf einen Nischensender, spätnachts oder überhaupt am Nachmittag -, dass die Zuschauer unvermeidlich eine oder mehrere Episoden versäumen. Bei verfahrenen Serien à la ‚Die Sopranos‘ oder ‚Breaking Bad‘ kann man der Handlung schlechter folgen und steigt frustriert aus.

‚This is Us‘ wurde in die Nacht verbannt

Eine Serie bekommt auch keinen Raum mehr, um das Interesse der Zuschauer zu wecken. Wenn sie nicht sofort zündet und für Top-Quoten sorgt, wird sie in die Nacht verbannt - das ist im vergangenen Jahr bei der emotionalen Familien-Dramedy ‚This is Us‘ (Pro7/Puls4) passiert. Die Umprogrammierung schreckt Zuschauer ab - aufnehmen oder wach bleiben ist nicht jedermanns Sache.

Zu spät dran

Manche Serien werden überhaupt mitten in der Staffel abgebrochen und weitere Staffeln ignoriert. Beispiel ‚Dexter‘: Die Geschichte eines Polizei-Forensikers (Michael C. Hall), der zugleich ein Serienkiller ist, erzielte in den USA Rekordquoten. Bei uns zeigte der ORF zwar bis 2015 die ersten sechs Staffeln, dann kam aber nichts mehr. Von Dezember bis zum 19. März 2018 lief erst die letzte Season - fast fünf (!) Jahre nach Serien-Aus! Da hatte man ja schon jede Menge Zeit, sich den Stoff woanders anzuschauen.

Dexter: In den USA Rekordquoten, hierzulande viel zu spät dran

Zu amerikanisch

Ein weiteres Manko mancher US-Serien: Sie sind weit weg von unserer Lebenswirklichkeit und ziemlich exakt auf die Seherwartungen von US-Bürgern zugeschnitten, wie z. B. ‚Empire‘ für Hip-Hop-Liebhaber, ‚The Shield‘ und ‚Shades of Blue‘ für Patrioten. Damit kann der durchschnittliche Mitteleuropäer wenig anfangen - trotz eines heißen Hollywood-Stars wie Jennifer Lopez.

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