Keine Schande: Warum ‚Skam‘ ein Serienwunder ist

Skam zeigt, was junge Leute wirklich bewegt

Skam zeigt, was junge Leute wirklich bewegt

Norwegens TV-Hit ‚Skam‘ (dt. Schande) trifft den Nerv der Teenies. Das kommt auf der ganzen Welt überraschend gut an. Warum eigentlich?

Eine Gruppe Pubertierender kämpft Tag für Tag mit dem Erwachsenwerden. Schule, Liebe, Sex, Drogen, Alkohol, Religion - das sind die Themen, die Teenager beschäftigen und die bei Serienmachern beliebt sind.

Doch anders als bei ‚Dawson's Creek‘ oder ‚O. C., California‘ kommt ‚Skam‘ authentisch, intim und vor allem clever und innovativ daher - was rund um den Globus begeistert.

Skam gibt es im Web und auf Social Media-Kanälen zu sehen

Die größte Fangemeinde versammelt Skam freilich in Norwegen, wo mittlerweile jeder Fünfte regelmäßig einschaltet. Und weil Skam (vor allem) im Web und auf Social-Media-Kanälen daheim ist, schauen schwedische, finnische, dänische, japanische, amerikanische, englische, russische, brasilianische, australische, philippinische und deutsche Jugendliche und Erwachsene die Serie - und das, obwohl sie nur auf Norwegisch ohne englische Untertitel von NRK P3 ausgestrahlt wird.

Dafür wissen sich die Fans zu helfen: Kurz nach dem Ausstrahlungstermin sind die einzelnen Folgen mit Untertiteln versehen. Dolmetschstudenten erledigen das ebenso wie Online-Übersetzungsprogramme. Es soll auch Skam-Junkies geben, die Norwegisch lernen.

Warum ‚Skam‘ ein einzigartiges Serienkonzept ist:

  • Sie ist webbasiert: Kurze Clips werden zuerst online gestellt, und zwar in Echtzeit und ohne Vorankündigung (!). Geht einer der Protagonisten am Dienstag um 17.15 Uhr zum Friseur, dann geht die Friseurszene auch um 17.15 Uhr online. Verlässt die Clique um Mitternacht eine Party, ist das um Mitternacht auf skam.p3.no zu sehen.
  • Fiktion trifft Realität: Jeder Charakter (alles unbedarfte Schauspieler) hat seinen eigenen, aber fiktiven Account auf Twitter und Instagram, auf dem regelmäßig gepostet wird und dem Fans real folgen. Chats und E-Mails treiben die Story zusätzlich an. Fiktion und Realität werden so verwoben.
  • Nah am wirklichen Leben. Regisseurin und Drehbuchautorin Julie Andem führte mehr als 50 Interviews mit Jugendlichen in Norwegen und weiß, was die bewegt. Dementsprechend emotional und tief gehen Dialoge und Szenen. Ebenso die Themen: In der aktuellen Staffel geht's um ein muslimisches Mädchen auf der Suche nach seiner Identität.

Ein ‚Skam‘-Ableger ist schon in Planung

Ableger geplant. Auch wenn die aktuelle vierte Staffel die letzte ist, darf man auf Nachschub hoffen. Allerdings in einer adaptierten Version: TV-Produzent und ‚Pop Idol‘-Erfinder Simon Fuller hat sich die Rechte gesichert und will für den US-und kanadischen Markt produzieren. Auch in Deutschland besteht Interesse.

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