„Geh no ned furt“: Sigi Maron ist gestorben

Sigi Maron: Politischer Liedermacher und Grantler der Nation

Sigi Maron: Politischer Liedermacher und Grantler der Nation

Er war der Grantler der Nation, liebte aber die Menschen. Sigi Maron - vielen aus der ORF-Klamaukserie ‚Tohuwabohu‘ bekannt - ist mit 72 Jahren verstorben.

Trotz Kinderlähmung-Erkrankung und Rollstuhl verstummte Sigi Maron nie. Ganz im Gegenteil: Er wurde bei der Besetzung der Arena in den 70er-Jahren bekannt und verschaffte sich auch bei den Zwentendorf-Protesten eine (laute!) Stimme. In die Popgeschichte ist Sigi Maron mit seinem Album ‚Laut & Leise‘ (1978) eingegangen. Er analysierte das Leben in Wiener Gemeindebauten (‚Der Hausmasta‘) und verfasste mit ‚Ballade von ana hoatn Wochn‘ eines der bekanntesten österreichischen Protestlieder.

Hitparade und ‚Tohuwabohu‘

In den 80er-Jahren kollaborierte Sigi Maron mit dem Liedermacher Kevin Coyne und dem Produzenten Bob Ward. Aber auch mit Konstantin Wecker arbeitete er zusammen. Erfolgreich: Aus seinem Album ‚Unterm Regenbogen‘ wurde der Song ‚Geh no ned furt‘ (1985) ausgekoppelt - das Lied gegen Selbstmord landete in der Ö3-HItparade und hielt sich dort wochenlang.

Bei ‚Tohuwabohu‘ gehörte Sigi Maron mit zum Klamauk-Team

Bei ‚Tohuwabohu‘ gehörte Sigi Maron mit zum Klamauk-Team

Bei der schrillen ORF-Comedy ‚Tohuwabohu‘ war Sigi Maron ab 1990 ein Dauergast.

Es gibt kan Gott

Nach einer krankheitsbedingten Pause kehrte Maron Ende der 90er mit dem Album ‚Es gibt kan Gott‘ wieder zurück. Der alte Mann zeigte der Welt, wie wütend er war - auf Gott, die Welt und Glücksspielkonzerne. Auch politisch wollte Sigi Maron wirken: Er kandidierte mehrfach für die KPÖ, sein hantiges und kantiges Wesen machte ihm hier aber einen Strich durch die Rechnung, wie er selbst sagte. Etwas durch die Blume zu sagen war einfach nicht sein Ding. Sigi Maron hat diese Welt nun verlassen, mit ihm ging ein humanistischer Künstler, der den Mut hatte, Zustände unverblümt anzusprechen - und sich über sie zu ärgern.

Maron war seit den 60er-Jahren mit Gitarre auf der Bühne

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