Wieher! Auf ServusTV startet die neue Serie ‚Trakehnerblut‘ – Hauptdarstellerin Julia Richter im Talk

Alexandra, die Waise, erbt plötzlich ein Gestüt

Alexandra, die Waise, erbt plötzlich ein Gestüt

Julia Franz Richter spielt die Hauptrolle in der ersten Serienproduktion aus dem ServusTV-Haus, ‚Trakehnerblut‘. Die Newcomerin sprach mit uns über sich, Pferde und die erste österreichische Privat-TV-Serie.

Da ist Alexandra. Ein Waisenkind, das bei Pflegeeltern aufgewachsen ist, in einer Großbäckerei arbeitet. Und plötzlich Haupterbin eines Gestüts wird, vererbt von ihrem leiblichen Vater, den sie nie kannte. Und dann ist da Dezember. Ein Halbblut-Pferd, als „Unfall“ im Zuchtbetrieb ebenso am Gestüt unerwünscht wie Alexandra, die in ihren drei Halbgeschwistern nicht unbedingt Verbündete findet.

Als Alexandra und Dezember sich das erste Mal über den Weg laufen, spürt sie sofort eine Verbindung Das ist - grob - der Stoff, aus dem die erste Serienproduktion im österreichischen Privatfernsehen gemacht ist. Und es ist Servus TV, das mit Trakehnerblut - nach der 300 Jahre alten Reitpferderasse - den Schritt wagt.

Wie viel sich der Mateschitz-Sender das hat kosten lassen, darüber herrscht Stillschweigen, aber liest man den Abspann des Achtteilers, wird schnell klar, dass Trakehnerblut, keine Billigproduktion ist: SamFilm, die Macher der erfolgreichen ‚Ostwind‘-Reihe, produzierten die Serie, Andreas Herzog und Christopher Schier (Tatort) führten Regie, und zum Cast zählen unter anderem Aaron Karl, Patricia Aulitzky, Laurence Rupp, Jeanette Hain, Brigitte Kren, Christoph Luser und Julia Franz Richter als Alexandra Winkler in der Hauptrolle.

„Pferde sind gute Lehrer“: Interview mit Julia Richter aus ‚Trakehnerblut‘

TV-MEDIA: Ihr zweiter Name ist Franz. Hätten Sie, wenn es nach Ihren Eltern gegangen wäre, ein Bub werden sollen?
Julia Richter: Nein. Ich war das erste Kind und meine Eltern waren noch wahnsinnig jung, wie sie mich bekommen haben. Ich bezweifle überhaupt, wieviel Planung dahinter stand (lacht). Aber das „Franz“ ist eine Familientradition väterlicherseits. Weil mein Urgroßvater Franz hieß, mein Großvater Franz heißt und mein Onkel auch so heißt, ist mein Zweitname auch Franz, weil ich ebenso Erstgeborene bin.

TV-MEDIA: Nicht einmal ein Jahr nach Ihrer ersten TV-Rolle (Tatort) folgt die Hauptrolle in der ersten Serienproduktion von ServusTV. Wenn Sie mit dem Tempo weiter machen, werden wir bald in Hollywood anrufen müssen?
Julia Richter: Lacht. Nein, das denk ich nicht. Und so wie es in Hollywood ausschaut, bin ich nicht sicher, ob ich da überhaupt hin will, wenn man zum Beispiel den Fall Harvey Weinstein ansieht.

TV-MEDIA: Trotz negativer Schlagzeilen: Ambitionen in Richtung Hollywood?
Julia Richter: Ich habe große Lust am europäischen Kino. Ich habe große Lust am europäischen Kino. Ich finde den österreichischen Film wahnsinnig spannend, und den französischen. Ich bin offen gegenüber Angeboten, die mehrdimensionale Figuren zeichnen und spannende Inhalte transportieren, egal aus welcher Ecke der Welt.


Ich kenne keine Frau, die keine Erfahrung mit sexuellen Übergriffen – sprachlich oder körperlich – gemacht hätte

TV-MEDIA: Ist der europäische Film tiefgründiger?
Julia Richter: Es gibt wahrscheinlich auch viele tiefgründige Filme, die aus Hollywood kommen, aber meines Erachtens kommt da in der Breite in Europa mehr raus.

TV-MEDIA: An welche Regisseure hätten Sie gedacht?
Julia Richter: Es gibt so viele. Wo fang ich. Athina Rachel Tsangari und Giorgos Lanthimos, Michael Haneke, Maren Ade, Jessica Hausner, . Letzten Sommer durfte ich mit Katharina Mückstein drehen, ebenfalls eine großartige Regisseurin.

TV-MEDIA: Wie ist das Leben als Jungschauspielerin in Österreich? Können Sie davon leben?
Julia Richter: Ich würde mal sagen, es kommt sehr darauf an. Wenn man sich anschaut, wie viele Absolventinnen einer Schauspielschule einen Job an einem staatlich subventionierten Theater bekommen, dann sind das, glaub ich, circa ein Drittel. Aber es gibt ja dann eben diese 70 Prozent, die frei arbeiten müssen oder wollen. Und da ist es schwieriger als junge Schauspielerin, weil das Netzwerk noch nicht so ein dichtes ist. Und es ist ja auch kein Beruf, der linear verläuft. Ein Jahr hat man zu tun, arbeitet an Projekten, die einen inspirieren und das Jahr darauf passiert wieder weniger.


Ich wusste meistens weniger genau, wie die Dinge laufen, als die Pferde

TV-MEDIA: Bei Ihnen ist es ja gerade nicht der Fall ...
Julia Richter: Ich bin gerade in einer sehr glücklichen Position, weil ich Arbeit habe, die mir auch zu einem großen Teil sehr viel Spaß macht.

TV-MEDIA: Zum Großteil nur?
Julia Richter: Ich glaube, es wäre utopisch zu behaupten, dass alles an diesem Beruf Spaß ist.

TV-MEDIA: Es hätte auch ganz anders verlaufen können. Gibt’s einen Plan B?
Julia Richter: Nicht so. Ehrlich gesagt, wusste ich bis 20 nicht so genau, was es werden sollte. Ich wusste, ich habe Lust, etwas mit Sprache zu machen, ich wusste, ich will einen Raum oder einen Ort finden, in dem man sich mit Sprache, Körper, Texten und Inhalten auseinandersetzt. Es gibt viele Dinge, die ich ausprobieren möchte, ich habe auch Lust, im peformativen Bereich zu forschen.

TV-MEDIA: Aktuell überschwemmt die Harvey Weinstein-Geschichte die Nachrichten. Immer mehr Opfer melden sich zu Wort. Wie ist das in Österreich? Haben Sie ähnliches erlebt oder kennen Sie Geschichten von Betroffenen? Stichwort: Besetzungscouch?
Julia Richter: Privat: Ja! Ich kenne keine Frau, die keine Erfahrung mit sexuellen Übergriffen – sprachlich oder körperlich – gemacht hätte. Im Beruf: Mir ist das zum Glück noch nicht passiert, ich höre allerdings immer wieder von Kolleginnen, die von groben Anmachen, sexistischen Beleidigungen berichten, was bestimmt auch an den strengen patriarchal geprägten Strukturen der Branche liegt. Und dann gibt es natürlich noch das große Problem der Darstellung von Frauen in Film und Fernsehen. Das zeigt sich sowohl inhaltlich als auch in Bildern, sprich Kameraeinstellungen als auch Besetzungen.


Ich erinnere mich an sehr viel Angst

TV-MEDIA: Zurück zu Trakehnerblut. Sind Pferde gute Partner am Filmset?
Julia Richter: Die, mit denen ich gearbeitet habe, waren großartige Partner. Das waren Pferde, die genau wissen, wie die Abläufe funktionieren. Und dadurch, dass die Serie erst mein drittes TV-Projekt war, wusste ich meistens weniger genau, wie die Dinge laufen, als die Pferde (lacht) .

TV-MEDIA: Also waren die Pferde gute Lehrer?
Julia Richter: Ja, auf jeden Fall. Sie können einen auch beruhigen, wenn man selbst aufgebracht ist.

TV-MEDIA: Sie kennen sich ja mit Pferden aus, Reiten zählt zu Ihren Hobbys.
Julia Richter: Als Kind bzw. Jugendliche hab ich viel Zeit auf einem Bauernhof bzw. im Reitstall verbracht. Da ging’s anarchisch zu, es waren viele Kinder dort, viele Tiere. Nachträglich klingt das alles sehr nostalgisch, aber es war eine sehr gute Zeit.

TV-MEDIA: Sie sind Ensemble-Mitglied im Münchner Volkstheater. Wie ist das Leben in München?
Julia Richter: Es ist jetzt der Anfang meines zweiten Jahres. Wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke, habe ich noch das erste Bühnenbild vor mir, ich war so mit mir selbst beschäftigt, mit dem Bedürfnis, ja alles richtig zu machen, mir selbst und dem Regisseur gerecht zu werden. Ich erinnere mich an sehr viel Angst. Und jetzt nach diesem einen Jahr, hab ich das Gefühl, dass sich alles ein bisschen gesetzt hat und dass ich zur Ruhe gekommen bin. Und ja, das Leben in München ist teuer, und manchmal ist die Stadt sehr clean. Aber auch sehr schön.

TV-MEDIA: Wie geht’s weiter?
Julia Richter: Das weiß ich noch nicht. Ich bin jetzt erst Mal in München und spiele Theater und dann werde ich sehen, was kommt.

Top Storys
Will & Grace sind in naher Zukunft auf Pro 7 zu sehen!

Roseanne und Will & Grace kommen bald wieder

Die erste Kritik plus News und Infos zu den Neuauflagen

Top Storys
Analyse zur ORF-Reform

Analyse zur ORF-Reform

Wie es nach der Wahl jetzt weitergehen kann

Top Storys
Die Serie kostet 26,5 Mio. Euro, Star ist der 67 m lange U-Boot-Nachbau, der nur eines nicht kann: tauchen!

So entsteht die Fortsetzung des 80er-Kinoklassikers ‚Das Boot‘

Bilder vom Setbesuch beim Dreh der Sky-Serie

Top Storys

Der TV-MEDIA-Ski-Alpin-Planer für die Saison 2017/2018

Als praktisches PDF zum Herunterladen!

Top Storys
Programmänderung für Montag, 20. November 2017

Programmänderung für Montag, 20. November 2017

Betrifft die Doku ‚Boris Becker: Der Spieler‘ auf ARD

Top Storys
Netflix erklärt, warum wir jetzt mehr zahlen müssen

Netflix erklärt, warum wir jetzt mehr zahlen müssen

Der Streaming-Dienst setzt jetzt auch für Bestandskunden die Preise in die Höhe