Seitenblicke: Wohin schaute das Society-Auge am öftesten?

Seitenblicke: Wohin schaute das Society-Auge am öftesten?

Wer heuer wie oft in den ORF-Society-News vorgekommen ist: Wir haben Buch geführt!

Bussi, Bussi und die Schlacht am kalten Buffet – das war gestern. Die Seitenblicke 2016 (täglich um 20.05 Uhr in ORF 2), das ist ein gut gemachter, abwechslungsreicher Mix aus kulturellen Events, Society-Klassikern und erfrischenden Abstechern ins Ausland. Und nicht zu vergessen: Eine gute Gelegenheit für den ORF, die eigenen TV-Produkte ins Schaufenster zu stellen. Am besten beworben von den hauseigenen Managern. Während früher also eher spannend war, ob Alfons Haider oder Birgit Sarata das Ranking der meisten Wortmeldungen in den Seitenblicken anführen, stellt sich heute mehr die Frage: Wie sehr rückt der ORF sich selbst ins Licht - und darüber hinaus jene Menschen, die ihm aufgrund seines öffentlich-rechtlichen Daseins wichtig sind? - Also die Politiker.

Unsere Beobachtungen aus 350 ‚Seitenblicke‘-Sendungen

TV-MEDIA verfolgte die Seitenblicke ein Jahr lang und zählte mit: Wie oft waren ORF-Verantwortliche mit O-Tönen im Bild, wie oft hielten die Kameras bei der heimischen Politprominenz drauf. Das Ergebnis (aus 350 Sendungen) kann sich sehen lassen ...

Es war ein Wahljahr im ORF - und entsprechend groß das Interesse der ORF-Manager, ihr Unternehmen nach außen zu vertreten. Alexander Wrabetz, der im August wiedergewählte Generaldirektor, tat dies heuer gezählte 33 Mal. In diesem Jahrzehnt kam kein anderer Promi auf einen so hohen Wert. Seine TV-Direktorin Kathrin Zechner war für ihre Serien und Shows 23 Mal im Seitenblicke-Einsatz, auch schwer rekordverdächtig. Ebenfalls bemerkenswert: 17 Mal wurden Stiftungsräte vor die Kamera gebeten (sie wählen den ORF-General), die einflussreichen unter ihnen, Hans Peter Haselsteiner und Dietmar Hoscher (je 5x), besonders oft. In Summe kamen Küniglberg-Manager (inkl. Landesdirektoren & Programmmacher aus der zweiten Reihe) in den Seitenblicken 141 Mal vor. Im Schnitt 0,4 ORFler pro Sendung. Sich selbst machte der ORF 185 Mal zum Thema - in jeder zweiten Sendung.

Der ORF ist in der Statistik gut vertreten

Keine große Show, keine neue Serie, die der ORF in seinen ‚Seitenblicken‘ nicht vorab ausführlich beworb. Der Staatsfunk machte sich 2016 in jeder zweiten Sendung zum Thema. Auch die Stiftungsräte wurden öfter ins Bild gerückt, vor allem im Vorfeld der ORF-Wahl Anfang August. Allen Voran: Hans Peter Haselsteiner und Dietmar mit je 5 O-Tönen.

  • 185 x ORF Eigenwerbung
  • 33 x Wrabetz
  • 17 x Stiftungsräte
  • 0,4 ORF-Manager pro Sendung

Insgesamt waren Direktoren und Manager der 2. Reihe 141 mal am Wort, somit waren 0,4 ORFler pro Sendung vertreten.

Erwin Pröll ist der meistgesehene Politiker

Die Politik ist freilich noch präsenter in der (im Vergleich zu ZiBs unkritischen) Society-Sendung: 229 Mal wurden Politiker gesichtet (0,65 pro Sendung), davon 107 Mal Regierungsmitglieder und 62 Mal Landeshauptleute. Bei beiden hat die ÖVP ein klares Übergewicht (siehe unten). Und vor allem einer fühlt sich im Scheinwerferlicht immer noch wohl. Niederösterreichs Landeschef Erwin Pröll hatte 27 O-Ton-Auftritte in den Seitenblicken - zuletzt feierte man sein 70er-Fest. Genau 3:02 Minuten lang ...

Erwin Pröll führt mit Abstand das Seitenblicke-Ranking an

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