Regisseur Michael Keusch im Talk: So schräg war es, mit Steven Seagal zu arbeiten!

Der in Bochum aufgewachsene Regisseur Michael Keusch (l.) erinnert sich für TV-MEDIA an seine Zusammenarbeit mit Actionstar Steven Seagal

Der in Bochum aufgewachsene Regisseur Michael Keusch (l.) erinnert sich für TV-MEDIA an seine Zusammenarbeit mit Actionstar Steven Seagal

Der deutsche Regisseur Michael Keusch kann ein Lied davon singen wie es ist, mit Steven Seagal zu arbeiten. Im Jahr 2006 filmte er drei B-Movies mit dem Actionstar – wir haben den Maestro aufgespürt und ließen ihn zu Wort kommen, über den „Gewaltbuddhisten und seine 12 Apostel“.

Normalerweise dreht der deutsche Regisseur Michael Keusch Liebesfilme fürs ZDF. Vor zehn Jahren gab es aber auch drei Regiearbeiten mit dem etwas aus dem Leim gegangenen Actionstar Steven Seagal – ‚Attack Force‘ (2006), ‚Shadow Man – Kurier des Todes‘ (2006) sowie ‚Unsichtbarer Feind‘ (2007). Das waren drei B-Movies, die nie das Licht der Leinwand erblickten, sondern direkt auf DVD veröffentlicht wurden. Insgesamt hatte Keusch neun Monate mit Seagal zu tun, und kam dem 64-Jährigen dabei so nahe wie sonst kein deutschsprachiger Filmemacher. TV-MEDIA hat den in Bochum aufgewachsenen Regiesseur aus dem Nähkästchen plaudern lassen.

Schräges Interview mit Michael Keusch über Steven Seagal

TV-MEDIA: Herr Keusch, wie kam es 2006 zur Zusammenarbeit mit Steven Seagal?
Michael Keusch: Ich habe damals für RTL den Film ‚Autobahnraser‘ gemacht. Irgendwie hat Seagal die DVD in die Finger bekommen und sich entschlossen, mit mir ‚Shadow Man‘ zu drehen. Ich hatte zuerst keine Lust dazu, aber dann wollte er mich persönlich sprechen.


Es war ganz klar eine finanzielle Sache. Ich habe das Dreifache von dem verdient, was ich in Deutschland bekommen hätte.

TV-MEDIA: Wie war das Treffen mit ihm?
Michael Keusch: Es hat auf seinem Anwesen in Beverly Hills stattgefunden, er saß da mit seiner Entourage, das sind gut 12 Leute, die für ihn durchs Feuer gehen. Quasi die 12 Apostel des Gewaltbuddhisten Steven Seagal. Er ist ja Buddhist und macht trotzdem gewalttätige Filme. So richtig schlau bin ich aus ihm nie geworden.

Die drei B-Actionreißer ‚Attack Force‘, ‚Shadow Man‘ und ‚Unsichtbarer Feind‘ (orig. ‚Flight of Fury‘) gehen auf die Kappe des deutschen Regisseurs Michael Keusch

TV-MEDIA: Wie hat er Sie überredet, mit ihm zu drehen?
Michael Keusch: Es war ganz klar eine finanzielle Sache. Ich habe das Dreifache von dem verdient, was ich in Deutschland bekommen hätte.


Er ist ein sehr bequemer Mensch, will Geld verdienen, ohne dafür viel arbeiten zu müssen.

TV-MEDIA: Wie war es, mit ihm zu arbeiten?
Michael Keusch: Wir sind gut ausgekommen, weil ich seine Arbeitsmethode verstanden habe – er wollte nie vor 13 Uhr am Set sein. Er ist ein sehr bequemer Mensch, will Geld verdienen, ohne dafür viel arbeiten zu müssen. Ich habe den Drehplan also so gebastelt, dass er nur ein paar Stunden ans Set musste. Den Rest habe ich mit Doubles gemacht. Stuntdouble, Bodydouble, Stand-In, es gibt also vier Steven Seagals (lacht) .

TV-MEDIA: Was ist Steven Seagal für ein Typ?
Michael Keusch: Er ist definitiv nicht dumm, aber auch kein besonders netter Mensch. Er ist ein Macho, und sein Frauenbild ist total daneben. Was mich überrascht hat, ist aber seine Hingabe zur Musik, zum Blues. Diese Leidenschaft war echt und hat gar nicht so zum Rest gepasst. Er nimmt übrigens auch keine Drogen und trinkt keinen Alkohol. Da ist er asketisch.

TV-MEDIA: Aber warum ist er dann so rundlich?
Michael Keusch: Er liebt es zu essen.


Er dreht so oft, dass er den Überblick verliert, welchen Film er gerade macht.

TV-MEDIA: Was ist die schrägste Anekdote aus der Zeit Ihrer Zusammenarbeit?
Michael Keusch: Bei einem Film ging es um weibliche Aliens, er war vernarrt in diese Idee. Nach zehn Drehtagen hat mich aber ein Verantwortlicher von Sony angerufen und gefragt: „Was zum Teufel machen Aliens in diesem Film?“ Die wollten das nicht haben, obwohl es im Drehbuch stand. Einer von seiner Entourage sagte mir: „Steven liebt die weiblichen Aliens, du wirst sie ihm nicht ausreden können.“ Also haben wir mit demselben Cast zwei Filme gleichzeitig gedreht. Einen, in dem die Frauen keine Aliens waren, und sobald Steven ans Set kam, mit den Frauen als Aliens. Alle wussten Bescheid, nur Steven nicht.

TV-MEDIA: Aber das muss er doch gemerkt haben, als er den fertigen Film gesehen hat?
Michael Keusch: Er sieht sich seinen Filme nie an. Er dreht auch so oft, dass er den Überblick verliert, welchen er gerade macht.

TV-MEDIA: Wieso war nach drei Filmen Schluss?
Michael Keusch: Ich wollte nicht mehr. Ich hatte genug verdient, und der dritte Film – ‚Unsichtbarer Feind‘ – machte auch Steven offensichtlich keinen Spaß mehr.

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