„Es wird nicht geheiratet!“: Privater Talk mit Jessica Schwarz

Jessica Schwarz liebt Wien und ist der Liebe wegen in Wien

Jessica Schwarz liebt Wien und ist der Liebe wegen in Wien

Wir trafen die deutsche Schauspielerin Jessica Schwarz, die der Liebe wegen in Wien lebt, zum Interview über ihre Wahlheimat, Beziehungen und den Lockruf des ‚Tatorts‘.

TV-MEDIA trifft Jessica Schwarz an ihrem Wiener Lieblingsplatz, der Segelschule Hofbauer. Seit sieben Jahren lebt die Schauspielerin, der 2001 an der Seite von Daniel Brühl im Coming-of-Age Film ‚Nichts bereuen‘ der Durchbruch gelang und die vor allem durch ihre Darstellung Romy Schneiders im TV-Biopic ‚Romy‘ (2009) einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist, in Wien. Der Liebe zum Wiener Kameramann Markus Selikovsky wegen! Aktuell sieht man die gebürtige Hessin im Kino in der charmanten Zeitreise-Romanze ‚Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner‘, im Interview schwärmt Schwarz über ihre Wahlheimat Wien, spricht über einen Hochzeitsscherz mit Folgen, Schicksalsschläge - und sie verrät, warum Tatort-Kommissarin nichts für sie ist.

TV-MEDIA: Wir sitzen hier in der Segelschule Hofbauer. Warum gerade diese Location?
Jesssica Schwarz: Ich finde tatsächlich es ist ein großer Vorteil in Wien zu leben, weil man einen Fluss in der Stadt hat, in dem man auch schwimmen gehen kann. Ich bin leidenschaftliche Schwimmerin und bin heuer, da wir Gottseidank schönes Wetter hatten, ziemlich häufig reingehupft und meine Bahnen geschwommen. Außerdem segelt mein Freund und hat hier vor Jahren als Jugendlicher seiner Segelschein gemacht – was wir gerne nutzen. Oder wir leihen uns ein Elektroboot. Man kann hier auch toll essen, es hat was ganz Mediterranes, das spürt man auch. Und es ist dieses Wien, das ich so liebe, wo die Leute auch mittags schon mal ein Glas Wein trinken, die Seele baumeln lassen und eigentlich sehr „südländisch“ sind.

TV-MEDIA: Sie leben seit sieben Jahren auch in Wien. Hatten Sie davor auch schon einen Bezug zur Stadt?
Jesssica Schwarz: Eigentlich erst richtig durch meinen Freund, den ich hier während der gemeinsamen Dreharbeiten zum Film Lautlose Morde kennengelernt habe.(im Sommer 2009, Anm.). Ich war davor aber auch auf dieser Wiener Love Parade (Regenbogenparade, Anm.). Außerdem hatte ich früher eine Modelagentur hier und war für ein, zwei Wochen in Wien, um die ganzen Redakteure kennenzulernen. Dadurch habe ich auch die Stadt kennengelernt. Ich fand das damals sehr morbid. Als ich aber dann für Lautlose Morde wieder hergekommen bin, dachte ich: Was war denn mit dir los? Das ist ja die bezauberndste, schönste Stadt überhaupt und ich habe den Mund nicht mehr zubekommen. Das war, wie wenn jemand das Fenster aufgemacht und durchgelüftet hätte, weil es hier auch eine ganz tolle, junge Szene gibt, ob Film, Kunst oder gute Restaurants. Eine sehr lebenswerte Stadt.

TV-MEDIA: Was haben Sie über die Jahre liebgewonnen an Wien?
Jesssica Schwarz: Ich esse tatsächlich viel mehr Schnitzel als früher (lacht). Und ich merke einfach die gravierenden Unterschiede, wenn ich nach Berlin fahre. Die Menschen sind hier einfach sehr freundlich und charmant, das macht im Alltag viel aus. In Berlin kann es dir passieren, dass dir gleich jemand ins Auto tritt, wenn du aus Versehen nicht den Blinker setzt. Hier wird man so nett zurechtgewiesen. So was beruhigt. Ich finde aber auch das ganze Umland von Wien toll, ob das der Neusiedlersee, das Piestingtal oder die Bucklige Welt ist, wo wir letzte Woche ein Kilo Pfifferlinge gesammelt und mit nach Hause genommen haben. Da gibt’s Geheimplätze vom Großvater meines Freundes. Ich bin einfach viel draußen in der Natur, wir nutzen die Donauinsel häufig, und ich gehe wieder reiten, etwas, was ich immer geliebt habe und zu dem ich seit Jahren nicht mehr gekommen bin.

TV-MEDIA: Können Sie sich auf den Straßen Wiens so frei bewegen, ohne dauernd angesprochen zu werden?
Jesssica Schwarz: Total! Ich habe auch das Gefühl, dass ich hier noch nicht so bekannt bin. Es ist ja immer auch eine Form des Auftretens und normalerweise bin ich nicht in so einem Kleid wie heute unterwegs (lacht). Und wenn mich die Leute einmal erkennen, dann gibt es entweder die Variante, dass es sehr laut und freudig ist, oder wirklich sehr leise und bescheiden. Ich glaube, der Wiener an sich erkennt schon seine Leute, lässt es aber den Star nicht unbedingt erkennen, und das ist auch sehr angenehm.

TV-MEDIA: In Ihrem neuen Kinofilm ‚Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner‘ sind Sie verheiratet, geraten in Beziehungsturbulenzen und verlieben sich Hals über Kopf in einen anderen. Im wahren Leben habe Sie jüngst verkündet, vorerst nicht zu heiraten …
Jesssica Schwarz: Das ist so lustig, denn ich habe da einfach einen Scherz gemacht und die Medien haben das teilweise ernst genommen. Niemand würde ja seine Hochzeit von Freunden planen lassen und das innerhalb von drei Monaten. Obwohl ich dann wieder dachte: Eigentlich auch eine lustige Idee! Man könnte das alles ja stressfrei angehen und meine Freunde sind so toll, ich würde denen das sogar zutrauen. Aber nein, es wird nicht geheiratet!

TV-MEDIA: Was aber nichts damit zu tun hat, dass Sie fürchten, Ihre Beziehung zu Ihrem Freund könnte sich dann wie im Film verändern?
Jesssica Schwarz: Es gibt ja viele Paare, bei denen man genau das mitbekommt. Heiraten ist ja in den letzten Jahren wieder irre in Mode gekommen, das war ja vorher extrem out. Ich bin immer noch nicht ganz überzeugt und sage: Wenn, dann sollte eine Hochzeit doch sehr viel später erst sein, damit man in der Beziehung auch immer noch etwas hat, worauf man hingehen kann. Dass man nicht gleich zu Beginn alles verbläst und für die Zukunft noch schöne Ideen hat.

TV-MEDIA: Die von Ihnen gespielte Figur im Film reist in der Zeit zurück an den Tag, bevor sie in ihren Mann kennengelernt hat. Ein reizvoller Gedanke für Sie?
Jesssica Schwarz: Ich würde da bei mir selbst im Moment nichts anderes machen, muss ich gestehen. Aber es gibt andere Situationen, bei denen ich das tun würde. In letzter Zeit gab es in meinem Leben einige Schicksalsschläge. Zum einen habe ich eine enge Freundin verloren, der ich gerne noch „Tschüss“ gesagt hätte. Auch wenn der Film vermittelt, man kann fünf Jahre zurückreisen, sollte man – und das kann man ja auch – alles im Hier und Jetzt machen. Eine Entschuldigung, die noch raus muss, eine Umarmung. Man sollte das nicht aufschieben. Mein Vater ist im Jänner auch verstorben (an Krebs, Anm). Dass ich jetzt die zweite Hälfte meines Lebens ohne ihn sein werde, das kann ich noch nicht nachvollziehen, das ist alles noch sehr surreal. Aber im Hier und jetzt kann ich vielleicht Menschen dazu bewegen, zur Darmkrebs-Vorsorge zu gehen, wachzurütteln. Man kann diese Krankheiten besiegen und bekämpfen, aber nicht, wenn es zu spät ist. Dafür würde ich mir auch drei Jahre zurückwünschen.

TV-MEDIA: Sie haben unlängst Ihren 40er gefeiert, offenbar keine Tragödie für Sie …
Jesssica Schwarz: Nein, es sind mir nur einfach ein paar Dinge bewusst geworden, die ganz klar für mein Leben eine wichtige Rolle gespielt haben und wo ich gemerkt habe, hier kommt eine ganz andere Ruhe rein. Das ist das, was ich jetzt auch gerade brauche, da geht es viel um Enttäuschungen. Wo ich denke, es ist jetzt einfach gut, und ich bin gespannt, was die nächsten zehn Jahre bringen.

TV-MEDIA: Wenn man nicht so weit nach vorne blickt: Was steht bei Ihnen in den nächsten Wochen und Monaten projektmäßig auf dem Programm?
Jesssica Schwarz: Im März habe ich mit Nicholas Ofczarek und Fritz Karl fürs ZDF die Fortsetzung des Krimis ‚Zum Sterben zu früh 2‘ gedreht, alles andere lasse ich gerade auf mich zukommen. Ich hatte ein paar Castings, die leider nicht geklappt haben, wo ich aber auch das Gefühl hatte, ich muss mich jetzt wohl doch erst ein bisschen sammeln. Ich möchte im Moment einfach das drehen, bei dem ich das Gefühl habe, dass mein Herz ja schreit.

TV-MEDIA: Wäre es für Sie zum Beispiel reizvoll, eine ‚Tatort‘-Kommissarin zu sein?
Jesssica Schwarz: Es gab schon mal eine Anfrage die Rolle einer Kommissarin zu übernehmen, ich habe mich aber damals grundsätzlich gegen alle Seriencharaktere entschieden, die im Krimibereich spielen. Entweder, ich muss einen richtigen Haudrauf-Film machen wie ‚Atomic Blonde‘ (demnächst mit Charlize Theron im Kino, Anm.) oder ‚Nikita‘, aber sonst sehe ich mich selbst eher schwierig als Kommissarin „Halt, stehenbleiben!“ mit Waffe in der Hand zu schreien. Ich hatte jetzt eine Anfrage als Profilerin, die ihre Knarre abgeben muss, weil sie in die DDR geht und dort ihre Waffe nicht behalten darf. Da dachte ich mir: Das kann ich wieder machen, da muss ich ja keine Pistole in der Hand halten (lacht Ein Drehbuch muss mich schon catchen und richtig stimmig sein.

Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner

TV-MEDIA: Fernsehen oder Kino – haben Sie Vorlieben bei Ihren Projekten?
Jesssica Schwarz: Bei mir kommt es auf die Figuren an, insofern ist es egal, ob Fernsehen oder Kino. Beim Kino gibt es vor allem im Sommer das Problem, dass die Leute bei schönem Wetter lieber etwas anderes machen. Beim Fernsehen hast du einfach dieses große Publikum, gerade bei Serien, das sind total spannende Prozesse. Da gab es jetzt auch ein paar Castings, die ich wahnsinnig total fand. Ich hoffe, da kommt noch mehr, weil man in einer Serie viel mehr an Charakteren feilen kann. Ich bin allem offen gegenüber.

TV-MEDIA: Was schauen Sie selbst, wenn der Fernseher an ist?

Jesssica Schwarz: Ich schaue ganz gerne Serien und das ziemlich viel, weil ich das auch auf meinen vielen Reisen im Flugzeug oder Zug machen kann.

TV-MEDIA: Auch über die neuen Streamingportale?
Jesssica Schwarz: Ja. ‚I Love‘ habe ich zuletzt gesehen und finde ich ganz großartig, weil die Serie so erfrischend anders und der Mann das Lustobjekt ist. Und dann haben wir tatsächlich angefangen, ‚Game of Thrones‘ zu schauen – sieben Jahre zu spät (lacht). Ich finde es aber zu frauenfeindlich. Das Frauenbild dort ist nicht das, was ich favorisiere. Bei den deutschsprachigen Produktionen schaue ich gerne ‚Der Tatortreiniger‘ oder die Webserie ‚Der Lack ist ab‘ mit Bettina Zimmermann und Kai Wiesinger. Ich mags aber auch, wenn ich ab und zu einen richtig tollen Fernsehfilm erwische. Und ich bin froh, dass Matthias Schweighöfer mit ‚You Are Wanted‘ den Schritt zu Amazon gemacht hat. Ich weiß auch, dass es da einige Folgeprojekte mit Kollegen gibt, u. a. bei Netflix. Gerade jetzt startet ‚Berlin Falling‘ von Ken Duken mit Tom Wlaschiha. Der läuft drei Tage im Kino und dann im Stream. Da passiert gerade viel Spannendes.

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